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Politik

COVID-19-Register: Zwischenergebnis präsentiert

Freitag, 13. November 2020

/Rene Wechsler, stock.adobe.com

Ludwigshafen – Sieben Monate nach dem Start im April haben die Gesundheitsbehörden in Rheinland-Pfalz erste Zwischenergebnisse eines COVID-19-Registers über Coronain­fek­tionen präsentiert.

Erfasst worden seien unter anderem Alter, Begleiterkrankungen und Symptome sowie wesentliche Behandlungsmaßnahmen und Todesursachen, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) heute in Ludwigshafen.

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Die Daten seien als Frühwarnsystem sehr wichtig und böten auch einen guten Überblick über die verfügbaren Kapazitäten der Krankenhäuser. Für das Register wurden nach An­gaben von Studienleiter Anselm Gitt 274 stationär behandelte COVID-19-Patienten doku­mentiert.

Das mittlere Alter war demnach 64 Jahre, fast 80 Prozent waren älter als 50 Jahre, 59 Pro­zent waren Männer. Von den 274 Patienten mussten etwa 20 Prozent intensivmedizinisch behandelt werden. Davon erhielten sieben Prozent eine Unterstützung durch eine Herz-Lungen-Maschine. Die Sterblichkeit der stationär behandelten Patienten betrug 17,6 Pro­zent. Bei mehr als der Hälfte war Lungenversagen die Todesursache.

Gitt warnte mit Nachdruck davor, die Krankheit zu unterschätzen. „Die wichtige Botschaft ist: Wer eine COVID-19-Infektion hatte, ist nicht nach dem Ablauf von ein paar Tagen ge­sund und munter und springt durchs Feld“, unterstrich er. Die Hälfte der Patienten, die überlebe, habe zusätzlich eine Leistungseinschränkung, wenn sie nach Hause gingen.

Die Gesundheitsbehörden hätten im Sommer gewisse Ruhezeiten gehabt, dies sei nun vor­bei. „Wir haben einen Anstieg der Mortalität im Oktober – mehr Patienten im Kranken­haus, die sterben.“ Er gehe davon aus, dass der derzeitige Lockdown aber Vorteile bringe.

Von den registrierten Patienten habe etwa die Hälfte nicht gewusst, woher die Anste­ckung stamme, sagte Gitt. „Die stärksten Symptome waren Fieber und Husten, hingegen war der Geruchs- oder Geschmacksverlust eher gering.“ Zahlreiche Patienten litten zu­sätzlich etwa unter einer Herzerkrankung oder unter Diabetes oder Bluthochdruck. Das liege aber auch zum Teil an der Altersstruktur.

Bei gleichbleibenden Corona-Infektionszahlen erwartet Gitt in Rheinland-Pfalz in den kommenden vier Wochen bis Mitte Dezember weitere etwa 1.400 COVID-19-Patienten zur stationären Behandlung in Krankenhäusern.

Davon werden vermutlich etwa 300 Patienten intensivmedizinische Betreuung benötigen. Es handele sich um eine Schätzung. Auch Bätzing-Lichtenthäler sagte, in den kommen­den Wochen sei mit einer deutlich ansteigenden Beanspruchung der Kapazitäten zu rech­nen. Die Krankenhäuser im Bundesland seien aber gut gerüstet.

Das am Klinikum Ludwigshafen ansässige Institut für Herzinfarktforschung führt seit An­fang April in Zusammenarbeit mit dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium das COVID-19-Register Rheinland-Pfalz durch. Es dokumentiert und charakterisiert alle stationär behandelten Patientinnen und Patienten mit gesicherter COVID-19-Infektion landesweit. Zusätzlich zu diesem Krankheitsregister wird ein Kapazitätsregister aller rheinland-pfälzischen Kliniken geführt. © dpa/aerzteblatt.de

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