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Ärzteschaft

Knapp die Hälfte der Bürger fühlt sich bei der Arztsuche unzureichend informiert

Montag, 16. November 2020

/picture alliance, Patrick Pleul

Berlin – Knapp die Hälfte der Bürger fühlt sich bei der Arztsuche unzureichend informiert. Notwendig erachtete Angaben über Praxen müssten zudem häufig mühselig im Internet zusammengesucht werden oder fehlten ganz.

Dies sind die zentralen Ergebnisse einer vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) geförderten Studie zur „Transparenz in der vertragsärztlichen Versorgung“.

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Nicht zuletzt aufgrund der Studienergebnisse fordern Experten daher, die Rahmen­bedingungen der Arztsuche zielgenauer an den Bedürfnissen der Patienten auszurichten. Wichtig seien hierbei auch Erfahrungen und Bewertungen anderer Patienten, da sie bislang als einzige Informationsquelle über subjektive empfundene Qualitätsmerkmale Aufschluss geben können.

So sei es für Patienten wichtig, ob sich die Ärzte ausreichend Zeit für das Patienten­gespräch nehmen oder über die sich bietenden Therapieoptionen patientengerecht aufklären.

Verbraucherschutzstaatssekretär Christian Kastrop erklärte dazu: „Das Gesundheitswesen muss sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Patientinnen und Patienten ausrichten. Dazu gehört, ihr Recht auf freie Arztwahl auf der Basis von transparenten und aussage­kräftigen Qualitätskriterien. Bei diesen Kriterien sollen vor allem auch die von den Patientinnen und Patienten wahrgenommenen Unterschiede in der medizinischen Versorgung berücksichtigt werden.“

Transparenz erleichtere Menschen auf der Suche nach medizinischer Hilfe, sich in voller Kenntnis der Chancen, Risiken und Kosten für oder gegen eine Therapie zu entscheiden, so Kastrop.

Die Informationen zur Qualität der medizinischen Versorgung müssten übersichtlich, verständlich, vergleichbar und verbrauchergerecht aufbereitet und veröffentlicht werden. Die Ergebnisse des vorliegenden Projekts könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten und wertvolle Lösungsansätze aufzeigen.

Weitere zentrale Ergebnisse der Studie sind: Jeder dritte Befragte denkt über einen Arzt­wechsel nach, weil er beziehungsweise sie mit der Behandlung unzufrieden ist, ein Arzt nicht weiterhelfen kann oder eine besser erreichbare Praxis gesucht wird.

Die Befragten geben an, dass neben subjektiven und objektiven Qualitätsinformationen häufig auch Angaben zum Zugang und zur Organisation von Praxen fehlen. So ist es für Patienten oft sehr aufwendig herauszufinden, ob eine Praxis noch neue Patienten aufnimmt, wann Termine frei sind und ob Akutsprechstunden angeboten werden.

Im Rahmen der Studie wurde deshalb auch ein Prototyp für eine verbraucherfreundliche Arztsuche entwickelt, der einen Beitrag zur Verbesserung informierter Wahl- und Entschei­­dungsprozesse in der vertragsärztlichen Versorgung leisten soll.

Der Prototyp beinhaltet neben wichtigen allgemeinen Angaben zum Zugang auch übe­rsichtliche, datierte Freitextbewertungen von Patienten, die Ärzten direkt zugeordnet sind. Der Prototyp soll Arztpraxen und auch Suchportalbetreibern als Checkliste dienen und Transparenz und Patientensouveränität stärken. © EB/aha/aerzteblatt.de

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