szmtag Der Zusammenhang zwischen Genetik, Darmmikrobiom und Multipler...
NewsMedizinDer Zusammenhang zwischen Genetik, Darmmikrobiom und Multipler Sklerose
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Der Zusammenhang zwischen Genetik, Darmmikrobiom und Multipler Sklerose

Freitag, 27. November 2020

Milchsäurebakterien/ picture alliance, Aribert Jung

Vermont/Lübeck – In der Wissenschaft mehren sich die Hinweise, dass das Mikrobiom des Darms, also die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen, eine Rolle bei vielen Autoimmunerkrankungen spielt. Es könnte auch an der Entwicklung einer Multiplen Sklerose (MS) entscheidend beteiligt sein.

Einem deutsch-amerikanischen Forschungsteam unter Beteiligung von Hauke Busch und Axel Künstner vom Lübecker Institut für experimentelle Dermatologie des Universitäts­klinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und der Universität zu Lübeck, beide Mitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI), ist es nun gelungen, einen Zusammenhang zwischen Mikrobiom, Genetik und Multipler Sklerose in Mäusen nachzuweisen.

Die Arbeit ist in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen (2020; DOI: 10.1073/pnas.2002817117). Die Leitung hatte Dimitry Krementsov von der University of Vermont.

Die Forscher untersuchten Mäuse, die durch eine genetische Veranlagung besonders stark von MS betroffen waren und verglichen sie mit Mäusen, die durch ihre genetische Veran­lagung weniger stark oder gar nicht unter MS litten. In dem Mikrobiom der Mäuse mit stark ausgeprägter MS fanden die Forschenden vermehrt die Bakterienart Lactobacillus reuteri.

„Wir wollten daraufhin herausfinden, ob diese Bakterienart nur eine Folge der gene­tischen Ausprägung ist, oder ob sie selbst einen Einfluss auf die Anfälligkeit für MS hat“, erklärte Busch. Dazu transferierten die Forschenden Proben des Darmmikrobioms, die mit Lactobacillus reuteri angereichert waren, sowie Proben ohne diese Anreicherung in Mäuse ohne eigenes Darmmikrobiom.

Das mit Lactobacillus reuteri angereicherte Mikrobiom führte in den Empfängermäusen zu einer stärkeren Ausprägung von MS. „Damit konnten wir zeigen, dass die Darmbak­terien selbst auch einen Einfluss auf die Ausprägung der Krankheit haben“, so Busch.

Die Forschenden machen darauf aufmerksam, dass Lactobacillus reuteri wegen seines positiven Einflusses auf die Verdauung häufig als Probiotikum verwendet wird.

„Unsere Beobachtungen machen deutlich, wie wichtig es ist, neben der Genetik auch andere Faktoren wie etwa das Darmmikrobiom und die Ernährung für die Entstehung und den Verlauf von komplexen Erkrankungen wie MS zu berücksichtigen“, betonte Künstner. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER