szmtag Neuinfektionen unter Vorwochenstand, Inzidenz sinkt
NewsPolitikNeuinfektionen unter Vorwochenstand, Inzidenz sinkt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Neuinfektionen unter Vorwochenstand, Inzidenz sinkt

Dienstag, 17. November 2020

/picture alliance, Oliver Berg

Berlin – Zum zweiten Mal in Folge hat die binnen 24 Stunden gemeldete Zahl der Neuin­fektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland unter dem Wert der Vorwoche gelegen. Die Ge­sundheitsämter meldeten dem Robert-Koch-Institut (RKI) 14.419 neue Infektionen. Das sind knapp 1.000 Fälle weniger als vor einer Woche, wie Angaben des RKI zeigen.

Am vergangenen Dienstag hatte die Zahl bei 15.332 gelegen – und damit erstmals seit September unter dem Wert von heute zuvor (15.352). Der Höchststand war am ver­gangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Anzeige

Schon der Wert von gestern hatte deutlich unter dem der Woche zuvor gelegen (9. No­vember: 13.363; 16. November: 10.824). Damit lag der Montagswert erstmals seit August nicht über dem der Woche zuvor.

Einen weiteren Hinweis darauf, dass die Zahl der Neuinfektionen womöglich ein Plateau erreicht hat, gibt die 7-Tage-Inzidenz: Die vom RKI gemeldete Zahl der binnen einer Wo­che pro 100.000 Einwohner aufgetretenen Neuinfektionen lag am heute mit 141,4 leicht unter der des Vortages (143,3).

Auch am vergangenen Mittwoch (11. November) hatte die 7-Tage-Inzidenz mit 138,1 leicht unter der des Vortages (139,1) gelegen. Im gesamten Oktober hingegen stieg der Wert hingegen stets über den vom Vortag.

Niemand könne derzeit sagen, ob der Rückgang der Neuinfektionen so schnell wie im Frühjahr oder aber merklich langsamer ablaufen werde, sagte der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit heute. „Da kommen einfach zu viele Faktoren zusammen.“ Einer davon seien Wettereffekte, ganz zentral sei zudem das Verhalten der Menschen.

Dass der Anstieg der Fallzahlen schon abgeflacht sei, bevor sich die Auswirkungen des seit Anfang des Monats greifenden Teillockdowns zeigen konnten, sei ein ermutigendes Zeichen, erklärte Schmidt-Chanasit, Virusforscher am Bernhard-Nocht-Institut für Tropen­medizin in Hamburg.

Schon zuvor habe es offenbar – neben regionalen Maßnahmen wie Sperrstunden – ein verändertes Verhalten der Menschen gegeben, das zu der Abflachung geführt habe. „Wenn da jetzt noch eine Schippe draufkommt, scheint eine Trendumkehr möglich.“

Wegen der Spannen von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung dauert es nach RKI-Angaben jeweils zwei bis drei Wochen, bis sich die Wirkung von Maßnahmen wie dem seit 2. November greifenden Teillockdown in den Fallzahlen zeigt.

Ende März, Anfang April hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen mehrfach über 6.000 gelegen. Der Höchstwert der Infektionswelle war mit 6.294 am 28. März erreicht worden. Zwei Wochen darauf hatte der Wert bei 4.133 (11. April) gelegen, sechs Wochen nach dem damaligen Höchststand bei nur noch 1.251 (9. Mai).

Die Reproduktionszahl als weitere wichtige Kenngröße des Infektionsgeschehens lässt bisher keinen deutlichen Trend zu sinkenden Ansteckungszahlen erkennen: Das Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht von gestern Abend bei 0,97 (Vortag: 1,03).

Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Insgesamt zählt das RKI seit Beginn der Pandemie 815.746 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 17. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis heute um 267 auf 12.814. Das RKI schätzt, dass rund 530.200 Menschen inzwischen genesen sind. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER