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Ärzteschaft

KV Brandenburg: Politik und Kassen müssen Ärzten finanziell den Rücken freihalten

Freitag, 20. November 2020

/picture alliance, Marijan Murat

Potsdam – Damit die ambulant tätigen Ärzte die Pandemie weiter erfolgreich bewältigen können, benötigen sie zielgerichtete Unterstützung und finanzielle Zusagen. Das hat die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) heute angemahnt.

„19 von 20 COVID-19-Patienten werden im ambulanten Bereich behandelt. Hier leisten vor allem Haus- und Kinderärzte sowie HNO- und Lungenärzte derzeit Enormes“, sagte KVBB-Vorstandschef Peter Noack. Viele andere Facharzttermine würden hingegen von den Patienten abgesagt, obwohl die Furcht vor einer Ansteckung in einer Praxis unbe­gründet sei.

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Für diese Praxen habe es einen Schutzschirm gegeben, der aber zum Ende des Jahres auslaufe. „Diese Regelung muss unbedingt fortgeführt werden, denn die Pandemie ist noch lange nicht vorbei“, so Noack. Viele Kollegen hätten weiterhin „massive Einbußen“.

Noack stellte auch klar, dass die Versorgung der Praxen mit persönlicher Schutzausrüs­tung in der Krise zentral sei. Dies sei während der ersten Coronawelle im Frühjahr ein großes Prob­lem gewesen.

Zwar habe sich die Versorgungslage mittlerweile entspannt. Die Kosten für Schutzmas­ken, Handschuhe und Co. lägen aber dennoch deutlich über den Preisen vor Beginn der Pandemie. Die Preise für sonstigen Praxisbedarf seien pandemiebedingt gestiegen und erweiterte Hygienemaßnahmen belasten die Praxen.

Diese Mehrkosten müssten von den Krankenkassen getragen werden und dürften nicht die Arztpraxen belasten. „Wir Ärzte kümmern uns um unsere Patienten. Dafür müssen Po­litik und Krankenkassen uns finanziell den Rücken freihalten“, so der KBVV-Vorsitzende.

Aus Nordrhein kam heute ein Signal für ein leichtes Durchatmen. Der Chef der Kassen­ärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), Frank Bergmann, sagte der Rheinischen Post, durch die Krise seien bisher weniger Arztpraxen in Not geraten als befürchtet.

Rund ein Drittel der gut 14.500 Praxen im Zuständigkeitsbereich Nordrhein hätten Mittel aus dem Schutzschirm beantragt. „Oft waren es aber nur wenige Tausend Euro.“ Einige Praxen hätten vorübergehend aus Quarantänegründen schließen müssen. © may/dpa/aerzteblatt.de

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