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Politik

Künftige Krisen und Notlagen: Holetschek für Pflegereserve

Freitag, 20. November 2020

Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU). /picture alliance, Peter Kneffel

München – Als Lehre aus manchen Engpässen in der Coronakrise macht sich Bayerns Ge­sundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) für die Zukunft den Aufbau einer Pflege­reserve stark. Damit soll sichergestellt werden, dass in künftigen Pandemien und Notla­gen schnell zusätzliches Personal etwa für Kliniken, Alten- und Pflegeheime rekrutiert werden kann.

„In der Krise muss man schnell handeln können“, sagte Holetschek heute. Nach der Coro­nakrise müsse man dafür zusammen mit Verbänden und Hilfsorganisationen die nötigen Strukturen schaffen.“ „Der Aufbau einer Pflegereserve muss eine große Lehre aus dieser Pandemie sein“, sagte Holetschek. „Das ist eine Aufgabe, die wir nach der aktuellen Coro­nakrise für die nächste Krise angehen müssen.“

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Holetschek verwies auf einen schon existierenden „Pflegepool“ – darüber werden seit einiger Zeit Fachkräfte angeworben, die eine Ausbildung im Pflege- und Gesundheits­be­reich absolviert haben, derzeit jedoch nicht in ihrem Ausbildungsberuf tätig sind. Das sei aber zu wenig. „Man muss da richtige Strukturen schaffen“, sagte Holetschek. „Wir wissen ja nicht, wann die nächste Krise kommt.“

Grundsätzlich und zuallererst fordert Holetschek für die Zukunft eine Stärkung des Pfle­geberufs unter anderem durch ausreichende Personalsicherung und Ausbildung, bessere Arbeitsbedingungen, eine bessere Bezahlung und mehr gesellschaftliche Anerkennung.

Darüber hinaus plädiert er für die Rekrutierung von Reservepersonal und die Formulie­rung verschiedener Qualifikationsebenen für den Einsatz: Menschen mit medizinischen und pflegerischen Fachberufen, mit ein- oder zweijährigen Helferausbildungen, mit „ge­sundheitsnahen“ Ausbildungen (etwa Pädagogik), Menschen mit Erfahrungen als pfle­gende Angehörige, aber auch Ehrenamtliche ohne pflegerische Vorerfahrung.

Gelerntes Pflegepersonal, das nicht mehr in der Pflege tätig ist oder im Ruhestand ist, soll demnach in eine Art „Reservistensystem“ eingebunden werden. Andere könnten Auf­gaben in der medizinischen Begleitung von Patienten und Pflegepersonal und organisa­torische Aufgaben übernehmen.

Auch jeder Bürger ohne medizinische oder pflegerische Qualifikation soll nach Vorstell­ung Holetscheks die Möglichkeit haben, sich in ein ehrenamtliches Unterstüt­zungs­­system einzubringen – etwa für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Einkaufen.

Und man müsse sich in dem Zusammenhang Gedanken machen, wie pflegende Angehö­rige künftig besser unterstützt werden könnten, sagte er. Holetschek sprach sich zudem für „Schnellschulungen“ in künftigen Krisen für freiwillige Helfer ohne medizinische Vor­kenntnisse aus.

Organisatorisch könnten die Fäden beim Aufbau und der Organisation der Pflegereserve demnach beim Landesamt für Pflege zusammenlaufen. Holteschek plädierte dafür, den Aufbau der Pflegereserve sofort nach der Coronakrise zusammen mit Verbänden und Hilfsorganisationen anzugehen. Er sagte, es gehe dabei um ein Konzept speziell für Krisensituationen und nicht um das Stopfen von Lücken im Alltag. © dpa/aerzteblatt.de

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