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Ärztlicher Pandemierat startet Beratungen in Arbeitsgruppen zu Empfehlungen in der Coronapandemie

Sonntag, 22. November 2020

/Dezay, stock.adobe.com

Berlin - Der ärztliche Pandemierat der Bundesärztekammer hat seine Arbeit aufgenommen und befasst sich in separaten Arbeitsgruppen mit prioritären Handlungsfeldern der Corona­bekämpfung. Die Entwicklung von Schutzkonzepten für vulnerable Gruppen, die For­schungs­förderung, die Weiterentwicklung der Teststrategie sowie Konzepte zur Vermeidung von „Kollateraleffekten“ der Coronabekämpfung stehen dabei im Fokus.

„Wir wollen den Handlungsbedarf in diesen Bereichen analysieren und auf dieser Grundlage in komprimierter Form möglichst konkrete Empfehlungen für die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern entwickeln“, erklärte Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt zum Start der Beratungen in den Arbeitsgruppen. Die Ergebnisse sollen möglichst noch im Dezember mit allen Teilnehmern des Pandemierats erörtert werden.

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Die Vertreter von Bundesärztekammer, wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften und Öffentlichem Gesundheitsdienst wollen sich mit der Frage befassen, wie sich die unterschiedlichen Risikogruppen spezifizieren lassen und welche speziell auf sie zugeschnitten Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Zudem solle der Forschungsbedarf im Bereich der Diagnostik, Therapie und Prävention analysiert werden, um das Infektions­geschehen besser zu verstehen. Die Steigerung der Obduk­tionsrate sei dabei beispielsweise wichtig.

Mit der immer wieder in der Diskussion stehenden Teststrategie für symptomatische Patientinnen und Patienten wird der Pandemierat sich ebenfalls befassen. Dazu gehörten die Nachverfolgung von Kontaktpersonen, die Verfügbarkeit von Tests sowie die Testung von medizinischem Personal und die Anwendung von Antigenschnelltests zur Aufrechterhaltung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.

Darüber hinaus will sich der Pandemierat mit den psycho-sozialen Auswirkungen der Coronapandemie auseinandersetzen, um die sogenannten Kolleteraleffekte der Pandemiebekämpfung zu vermeiden. In diesem Zusammenhang müssten auch die Möglichkeiten zur Sicherstellung des Zugangs zur medizinischen Akutversorgung und zu notwendigen Vorsorgeleistungen diskutiert werden, hieß es vonseiten der Bundesärztekammer.

Auf Initiative BÄK hatte sich Mitte November ein ärztlicher Pandemierat aus Vertretern wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften und des Öffentlichen Ge­sundheitsdienstes gebildet.

Der ärztliche Pandemierat der Bundesärztekammer

ist ein Zusammenschluss von Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachdisziplinen zum Austausch über die aktuelle pandemische Situation und den sich daraus ergebenden Handlungsnotwendigkeiten. Der Pandemierat setzt sich zusammen aus Vertretern der Bundesärztekammer, des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer sowie nachfolgenden Organisationen: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS), Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e.V. (DGHM), Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI), Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Gesellschaft für interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin e.V. (DGINA), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI), Akkreditierte Labore in der Medizin e.V. (ALM), Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN), Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP), Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP), Deutsche Gesellschaft für Pharmakologie e.V. (DGP), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP), Gesellschaft für Virologie e.V. (GfV), Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.

© mis/EB/aerzteblatt.de
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