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Pandemie erschwert Untersuchungen künftiger Erstklässler

Montag, 23. November 2020

/picturealliance, Frank May

Dortmund – Angesichts vielerorts coronabedingt überlasteter Gesundheitsämter kommt es bei den Untersuchungen künftiger Erstklässler zu Problemen. Spürbar viele solcher Tests mussten bisher ausfallen, sagte Anne Bunte, NRW-Vorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).

Die Mitarbeiter der Kinder- und Jugend-Gesundheitsdienste seien stattdessen für drin­gende akute Aufgaben im Pandemiebereich eingesetzt worden. Das Bild falle dabei lan­desweit unterschiedlich aus, erläuterte die Expertin aus Gütersloh.

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Die weitere Entwicklung bei den Eingangstests für Jungen und Mädchen, die ab Sommer 2021 zur Schule gehen sollen, werde vom Verlauf der Pandemie in den nächsten Mona­ten abhängen.

Viele Gesundheitsämter versuchten, zunächst vorrangig die Kinder medizinisch zu unter­suchen, die nach Einschätzung von Eltern und Kitas besonderen Förderbedarf haben. Ziel sei, die Zeit vor der Einschulung zu nutzen, um bei Bedarf Therapien noch vor dem ersten Schultag zu ermöglichen, sagte Bunte.

In der Untersuchung der Gesundheitsdienste wird nach einem festgelegten Verfahren die Entwicklung etwa bei Sprache, Satzbildung oder Feinmotorik getestet und dokumentiert. „Diese Aussagen sind total wichtig für uns“, betonte die Vorsitzende des Grundschul­ver­bands NRW, Christiane Mika. Neben der eigenen Schuldiagnostik brauche es die ärztliche Diagnostik zum Schulstart. Die Lage sei bedauerlich.

„Dass in dieser Krisenlage Termine ausgesetzt werden, können wir aber gut nachvoll­zie­hen.“ Die Anmeldeverfahren in den Grundschulen seien bereits weitgehend gelaufen in NRW. Auch hier habe man wegen der Pandemie viel improvisieren müssen. Nicht immer sei das persönliche Gespräch von Schulleitung mit Kindern und Eltern möglich gewesen, schilderte Mika. „Die Schulen haben in dieser Ausnahmesituation aber alle ihre Lösungen gefunden.“

Besonders wichtig seien die Untersuchungen bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder auch bei beantragten Rückstellungen. Grundsätzlich sei der Test für alle künftigen Erstklässler bis zur Einschulung verpflichtend, erklärte Mika.

Die Kooperation der Grundschulen mit den Kitas sei wichtig und funktioniere auch in der Krise sehr gut. Aber: „Wir machen uns etwas Sorgen um die Kinder, die keine Kita besu­chen und nicht regelmäßig zum Kinderarzt gehen.“ Diese Jungen und Mädchen mit wo­möglich besonderem Förderbedarf früh zu identifizieren, sei ohne die Eingangsun­tersu­chungen extrem schwierig. Es dürfe nicht sein, dass Kinder durchs Raster fallen.

Ob abgesagte Termine allesamt nachgeholt werden können und die Eingangstest am En­de doch noch für alle mit Verspätung gelingen, ist nach Einschätzung von Bunte und Mi­ka fraglich. Auch Anna Bauer, Mutter einer Tochter aus dem Kreis Paderborn, hatte eine kurzfristige Absage für die Untersuchung erhalten.

Das Gesundheitsamt habe das mit der angespannten Situation begründet, erzählt sie. „Bei meiner Tochter läuft alles problem­los. Die Absage ist für uns daher kein Drama.“ Allerdings glaubt sie, dass manche Eltern ohne den Test verunsichert sein könnten. © dpa/aerzteblatt.de

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