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Arzt unter Totschlagverdacht: Klinikvorstand „zutiefst erschüttert“

Montag, 23. November 2020

/picturealliance, Marcel Kusch

Essen – Im Fall des Oberarztes der Universitätsklinik Essen, der zwei todkranke Patienten getötet haben soll, hat sich die Klinikleitung bestürzt über den Fall geäußert. „Wir alle sind zutiefst erschüttert, dass sich so etwas bei uns ereignet haben soll“, teilte der Vor­stand der Universitätsmedizin Essen mit.

Es sei für die Hinterbliebenen „sicherlich nur sehr schwer zu ertragen“, über den Verlust ihrer Angehörigen in Verbindung mit den Vorwürfen in den Medien zu lesen.

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Der 44 Jahre alte Mediziner soll nach Angaben der Polizei vom vergangenen Freitag zwei todkranken Männern (47 und 50 Jahre alt) in deren letzter Lebensphase Medikamente ver­abreicht haben, die zum sofortigen Tod führten.

Er kam in Haft, eine Mordkommission ermittelt wegen Totschlags. In einem der Fälle ha­be er angegeben, dass er das weitere Leiden des Patienten und seiner Angehörigen habe beenden wollen, so die Polizei. Der 47-Jährige hatte die niederländische Staatsangehö­rig­keit.

Der Arzt war seit Februar an der Uniklinik tätig. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Nach Informationen der Bild handelte es sich bei den beiden gestorbenen Männern um Coronapatienten, die auf der COVID-19-Station des Uniklinikums behandelt wurden.

Man sei auch besorgt über die Gefahr des Vertrauensverlustes in die Arbeit der Beschäf­tig­ten, so die Uniklinik weiter. Der Vorstand versicherte, alles dafür tun, die Versorgung der Patienten in der Pandemiephase „auch weiterhin auf höchstem Niveau“ sicherzu­stellen. „Wir haben vollstes Vertrauen in unsere Mitarbeitenden“, hieß es. Die Arbeit der Staatsanwaltschaft Essen werde man weiterhin „vollumfänglich“ unterstützen.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz forderte heute eine Aufarbeitung aller Sterbefälle im Umfeld des Oberarztes der Essener Uniklinik. „Da der Arzt auch in leitender Funktion war, müssen alle Sterbefälle der letzten Jahre aufgearbeitet werden, in denen der Mediziner Dienst hatte“, sagte Eugen Brysch.

Krankenhäuser seien auch Orte des täglichen Sterbens, sagte er. „Für Täter ist deshalb die Gefahr gering, schnell überführt zu werden.“ Bei tödlich verlaufenden Krankheiten sei es die Aufgabe der Ärzte, „in Abstimmung mit den Patienten leidens­lindernde palliative Hilfe beim Sterben“ zu ermöglichen. Im Fall des Oberarztes in Essen bestünden nun „berechtigte Zweifel, ob das die Motive des Mediziners waren.“ © dpa/aerzteblatt.de

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