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Nordrheinische Ärzte stellen sich auf Unterstützung von Coronaimpfzentren ein

Montag, 23. November 2020

/picture alliance, AA, Mehmet Ali Ozcan

Düsseldorf – Die niedergelassenen Ärzte in Nordrhein bereiten sich auf die Unter­stüt­zung der Impfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 vor. „Wir arbeiten derzeit nahezu rund um die Uhr mit dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium und den Städten und Landkreisen an einer Strategie für die Impfungen gegen das Coronavirus“, betonte Frank Bergmann.

„Videokonferenzen finden mehrfach täglich statt, da ein großer Zeitdruck herrscht“, so der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) in der jüngsten Sitzung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV), die wegen der Coronapandemie als Video­konfe­renz über das Internet ausgerichtet wurde.

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Bergmann zufolge sind an bis zu 30 Standorten in Nordrhein Impfzentren geplant. In die Organisation der Impfung, aber auch in die Entwicklung von Strategie und Konzepten für das Impfen will das Landesgesundheitsministerium die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe (KVWL) sowie die Vertragsärzte selbst einbinden.

Erste Ergebnisse einer erst vor wenigen Tagen gestarteten Umfrage der KVNO zeigen, dass drei von vier Vertragsarztpraxen im Rheinland bereit sind, die geplanten Impf­zent­ren und mobilen Impfteams, die zum Beispiel Bewohner in Senioren- und Pflege­heimen impfen sollen, zu unterstützen.

Sie könnten sich vorstellen, ärztliches Personal, aber auch Medizinische Fachangestellte (MFA) für die Durchführung der Impfungen zur Verfügung zu stellen. Zudem seien 83 Pro­zent der befragten Ärzte und MFA bereit, sich selbst impfen zu lassen.

Termine über 116 117

„Wir gehen davon aus, dass die Impfungen frühestens im ersten Quartal 2021 starten können“, sagte Bergmann mit Blick auf den hohen Planungsaufwand. Die Termin­vermitt­lung soll über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116 117 laufen.

„Vorgeschaltet sein wird an dieser Hotline eine Weiche, die die Anrufer abfängt, die sich impfen lassen wollen“, erläuterte der KVNO-Chef. Sie sollen dann an ein Callcenter wei­tergeleitet werden, das die Impftermine vermittelt. Ziel sei es, eine Überlastung der Arzt­rufzentrale zu verhindern.

Angesichts der Zahl der Impfdosen, die voraussichtlich zunächst nicht reichen wird, um alle Menschen zu impfen, die zu Risikogruppen, Pflege- und Gesundheitspersonal und systemrelevanten Berufsgruppen gehören, sprach sich Bergmann entschieden dagegen aus, dass Vertragsärzte über die dann notwendige Priorisierung entscheiden.

Nach Ansicht des KVNO-Vorsitzenden ist die Belastung der Praxen gerade jetzt in den Herbst- und Wintermonaten ohnehin hoch. „Gemeinsames Ziel muss weiterhin sein, das Virus einzudämmen und im Praxisalltag den Kontakt von COVID-19-Patienten mit Regel­patienten bestmöglich zu vermeiden.“ Dazu fördere die KVNO seit Monatsbeginn finan­ziell die Einrichtung von separaten Infektionssprechstunden in den Praxen.

Auf ihrer Internetseite verfügbar sei inzwischen das Pandemiehandbuch, in dem Erfah­run­gen aus den Praxen, aber auch Tipps und Handlungsempfehlungen dargestellt sind. „Enorm hilfreich“ ist in diesem Zusammenhang nach Auffassung Bergmanns auch die Wie­dereinführung der telefonischen Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung und der verschie­denen Möglichkeiten zur Telefonkonsultation.

Erneute Verteilung von Schutzmaterial startet

Darüber hinaus will die KVNO die Praxen weiterhin mit Schutzmaterial unterstützen. „Am 25. November startet die nächste Verteilrunde an fünf Orten in Nordrhein“, kündigte Berg­­mann an.

Bislang seien rund 20 Millionen Gesichtsmasken, vier Millionen Paar Einmalhandschuhe, knapp 130.000 Schutzkittel, Overalls und Hauben sowie mehr als 6.000 Händedesinfekti­ons­mittel verteilt worden.

Die Kosten für das Schutzmaterial, das die Praxen während der Frühphase der Pandemie selbst beschafft haben, sollen sie bis zu 90 Prozent von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet bekommen. Darauf habe sich die KVNO mit den Kassen „nach intensiven Ver­handlungen“ geeinigt.

Bewährt haben sich nach Ansicht Bergmanns die Testzentren, die meist in Kooperation mit den Gesundheitsämtern der Städte und Landkreise betrieben werden. Einige von ihnen würden derzeit reaktiviert, andere neu geschaffen.

„Aktuell sind 17 mit der KVNO kooperierende Testzentren am Netz, weitere drei sind in Planung. Damit können wir die regionalen ambulanten Testkapazitäten ergänzen und die Praxen, etwa durch Wochenendöffnungszeiten der Zentren, zielgerichtet entlasten.“

Darüber hinaus habe die KVNO rund 600.000 Schnelltests bestellt, damit die Praxen ihr Personal auf eine mögliche Coronavirusinfektion testen können.

Insgesamt 33,5 Millionen Euro aus dem Coronaschutzschirm habe die KVNO im zweiten Quartal dieses Jahres an Praxen mit pandemiebedingtem Fallzahlrückgang gezahlt. „Das ist doppelt so viel wie im ersten Quartal“, erläuterte Bergmann.

Auf rund 6.000 verdop­pelt habe sich auch die Zahl der Ärzte, die Ausgleichszahlungen erhalten haben. Durchschnittlich seien 7.630 Euro je Praxis gezahlt worden. Im ersten Quartal habe dieser Betrag noch bei 6.000 Euro gelegen. © ts/aerzteblatt.de

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