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Bundesamt warnt vor Wundermitteln gegen Corona

Dienstag, 24. November 2020

/picture alliance, Zoonar, Robert Kneschke

Berlin – Im Zuge der Pandemie hat das Onlineangebot von Nahrungsergänzungsmitteln, die vermeintlich gegen COVID-19 und andere schwerwiegende Erkrankungen helfen sollen, zugenommen. Das berichtete der Präsident des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedel Cramer, heute bei der Vorstellung mehrerer Mo­nitoringberichte zur Lebensmittelsicherheit in Deutschland.

Die zuständigen Überwachungsbehörden hatten dafür im Internet recherchiert und stie­ßen allein in Deutschland auf 60 Webseiten, die mit nicht zulässigen Werbeaussagen auf­fielen. „Aus meiner Sicht ist es unerhört, wie manche Anbieter versuchen, aus den Ängs­ten der Menschen Profit zu schlagen“, so Cramer. Nahrungsergänzungsmittel könnten COVID-19-Erkrankungen weder verhindern noch heilen.

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Bereits im April sei das BVL aus diesem Grund auf die Europäische Kommission zugegan­gen. Gemeinsam mit den anderen EU-Mitgliedern wurde daraufhin ein Aktionsplan aufge­legt, an dem auch große Onlineverkaufs- und -werbeplattformen wie Ebay, Alibaba und Facebook beteiligt sind.

Onlinehändler, die mit unrechtmäßigen Werbeaussagen vermeintliche Wundermittel ge­gen COVID-19, Krebs oder andere ernste Krankheiten vertreiben, sollen so aus dem Ver­kehr gezogen werden. Bislang seien dabei EU-weit 592 Webseiten auffällig geworden.

Akute Gesundheitsrisiken

Ein ähnlich gelagerter Fall beschäftigte die Lebensmittelprüfer im vergangenen Jahr. Dem­nach würden auch Aprikosenkerne als Nahrungsergänzungsmittel mit vermeintlich heilender Wirkung oder gesundheitsfördernder Snack vertrieben, erklärte Georg Schrei­ber, Leiter Abteilung Lebensmittelsicherheit beim BVL.

Diese enthalten natürlicherweise Blausäure, die in hoher Konzentration tödlich sein kann. Bei bitteren Kernen ist der Blausäuregehalt in der Regel höher als bei süßen. Bei der Un­tersuchung von 43 Proben hätten 79 Prozent über dem gesetzlichen Höchstgehalt an Blausäure gelegen, so Schreiber.

Bei den untersuchten bitteren Kernen habe die Konzentration den Höchstgehalt im Schnitt um das Hundertfache überstiegen. „Das heißt, schon beim Verzehr von ein bis zwei bitteren Aprikosenkernen am Tag kann es zu einer akuten Gesundheitsgefahr wie Vergiftung oder Tod kommen“, sagte Schreiber.

Das Thema müsse bei amtlichen Kontrollen verstärkt berücksichtig werden, heißt es im bundesweiten Überwachungsplan. Der Bericht ist eine Zusammenfassung jährlich wech­selnder Schwerpunktprüfungen beispielsweise auf potenziell gesundheitsgefährdende Rückstände und Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, die von den Überwachsungsämtern der Länder und dem BVL gemeinsam erstellt wird.

Zu diesen Schwerpunkthemen zählte 2019 auch die Untersuchung von verschiedenen Süßwasserfischen auf Rückstände von Desinfektionsmitteln. Diese werden in der Fisch­verarbeitung regelhaft eingesetzt, müssen aber anschließend gründlich abgespült wer­den.

Schreiber hob die Ergebnisse der Untersuchung von Pangasius hervor und sprach von ei­ner nicht akzeptablen Situation. Demnach bestand bei zehn Prozent der 80 untersuchten Proben des Speisesüßwasserfischs eine akute Gesundheitsgefahr. In drei Proben wiesen die Prüfer hohe Rückstandgehalte von Chlorat nach, in weiteren fünf von Benzalkonium­chlorid (BAC).

„In diesen Proben wurde die Referenzdosis überschritten, es reicht also ein Filet, um eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu verursachen“, so Schreiber. Der Fisch stamme über­wiegend aus vietnamesischer Aquazucht. Er rufe Hersteller und Importeure auf, mehr Ei­genkontrollen durchzuführen, um Misstände, wie sie im vergangenen Jahr festgestellt worden seien, zu beheben. © alir/aerzteblatt.de

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