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Medizin

Coronastudie: Zweite Testphase findet keine unerkannten Infektionen im Regelbetrieb von Schulen

Montag, 23. November 2020

/Oksana Kuzmina, stock.adobe.com

Dresden – Die heute veröffentlichten Ergebnisse der zweiten Testphase der Corona­schul­studie in Sachsen sprechen dagegen, dass Bildungseinrichtungen Infektionshotspots in der Pandemie sind.

Zwischen Mai und Oktober habe es keine unerkannten SARS-CoV-2-Übertragungen an 13 untersuchten Schulen in Sachsen gegeben, teilten die Medizinische Fakultät der TU Dres­den und das Dresdner Universitätsklinikum heute mit.

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Im Rahmen der von der Regierung Sachsens in Auftrag gegebenen Studie waren bereits nach der Wiedereröffnung der Schulen im Mai mehr als 2.000 Blutproben von Schülern im Alter von 15 Jahren sowie von Lehrern an 13 weiterführenden Schulen in Dresden, Bautzen und Görlitz untersucht worden.

Vor den Herbstferien wurden erneut 2.000 Studienteilnehmer untersucht. Ziel war es herauszufinden, wie viele der Schüler und Lehrer sich während des schulischen Regel­betriebs mit SARS-CoV-2 infiziert haben.

Doch an der Zahl der Schüler und Lehrer, bei denen als Hinweis auf eine überstandene SARS-CoV-2-Infektion Antikörper nachgewiesen worden seien, habe sich nichts geändert, heißt es in einer Mitteilung.

Im Frühjahr waren in zwölf Blutproben SARS-CoV-2-Antikörper gefunden worden, das ent­spricht einer Seropositivität von unter 1 % – und auf diese Zahl kommt auch die er­neute Untersuchung im Herbst.

„Unsere Daten zeigen, dass der Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern in der Population der Jugendlichen mindestens bis zu den Herbstferien sehr gering war. Das ist umso be­mer­kenswerter, da sich in diesem Zeitraum die Infektionszahlen in Sachsen verdoppelt haben“, sagte Studienleiter Reinhard Berner.

Tatsächlich sind die gemeldeten 7-Tages-Infektionszahlen in Sachsen in diesem Zeitraum (September 2020) von 139 auf 245 pro 100.000 Einwohner angestiegen.

Im Umkehrschluss bedeute das, dass es weder während der ersten Welle noch in den 4 Monaten nach Wiedereröffnung der Schulen zu unerkannten Übertragungen gekommen sei und dass es keine Hinweise gebe, dass Schulen sich zu „Silent Hotspots“ dieser Pan­demie entwickelt hätten, so Berner.

Mehr Infektionen in der dritten Erhebung erwartet

„Wir gehen durchaus davon aus, dass angesichts der aktuell stark steigenden Infektions­zahlen insgesamt auch die Infektionen unter Schülern und Lehrern steigen werden“, räumt der ebenfalls an der Studie beteiligte Kinder- und Jugendmediziner Jakob Armann ein.

Allerdings legten die Daten der Studie nahe, dass nicht die Schulen als Quelle und Aus­breitungsort der Pandemie fungierten. Etwaige Schulschließungen seien daher allen­falls als letztes Mittel anzusehen.

Nach Abschluss dieser zweiten großen Testreihe an allen 13 Schulen wird es in Abhän­gigkeit vom Infektionsgeschehen eine dritte Erhebung Ende 2020 oder Anfang 2021 ge­ben. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #764186
dl6mpg
am Dienstag, 24. November 2020, 09:32

Fakten objektiv bewertet

Zum ersten und zweiten Durchgang der Studie gab es extrem wenige Fälle von Coid19 unter den Schülern. Das wird sich deutlich im Herbst im dritten Durchgang ändern.
https://stva-dd.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/d2fdad8856a6448181da28610ea6de5d
Der Link zeigt mehr oder minder tagesaktuell die Stand von biss zu 1700 Schülern in Quarantäne. Viel Testen bringt viel Erkenntnis ...
Avatar #104741
urgestein
am Montag, 23. November 2020, 20:04

Studien mit unzureichenden Fallzahlen sollten sich mit Schlussfolgerungen zurückhaltrn

Wie viel SARS-CoV2-Infektionen hat es zwischen der Wiedereröffnung der Schulen und den Herbstferien denn insgesamt in Sachsen gegeben? Richtig, ganz wenige. Und wie aussagekräftig ist dann eine Studie, die findet, dass sächsische Schulkinder in diesem Zeitraum auch wenige Infektionen hatten? Richtig, sie ist aussagelos.
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