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Kein messbarer Anstieg von häuslicher Gewalt in Bayern

Dienstag, 24. November 2020

/picture alliance, Frank May

München – Die Coronakrise hat nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bislang nicht zu mehr bekannten Fällen häuslicher Gewalt geführt – entgegen anders lautenden Befürchtungen.

„Vermutungen, dass die Coronakrise das Problem häuslicher Gewalt verschärfen könnte, weil zerstrittene Eheleute oder Partner nun viel Zeit gemeinsam zu Hause verbringen, bestätigen sich zumindest bislang nicht“, teilte das LKA heute in München mit.

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Die Fallzahlen bei häuslicher Gewalt seien „in diesem Jahr unauffällig und teilweise so­gar rückläufig“. Allerdings lägen „abschließend belastbare Zahlen dazu“ noch nicht vor.

Im Coronajahr 2020 zeichne sich „nach derzeitigen Erkenntnissen“ zwar keine unge­wöhn­liche Entwicklung ab. Die Zahlen der angezeigten Taten könnten aber noch steigen. Denn es sei nicht ungewöhnlich, dass diese Straftaten erst mit längerer zeitlicher Verzö­gerung bei der Polizei angezeigt werden.

Das LKA spricht von häuslicher Gewalt, wenn der Täter der Ehemann, Lebensgefährte oder der Ex ist. Nach dieser Definition gab es 2019 in Bayern 16.660 Fälle von häuslicher Gewalt, im Jahr davor waren es 16.943. 2019 waren 13.081 Opfer weiblich.

Deutlich weniger Frauen als im Vorjahr wurden 2019 ermordet: Die Zahl sank von 27 auf 8. Auffällig oft wurden Frauen Opfer von Stalking. Im vergangenen Jahr wurden 1.339 Frauen gestalkt, nur 269 der Stalkingopfer waren Männer. 8 Fälle von Zwangsheiraten wurden der Polizei bekannt.

Dies alles sind gemeldete Zahlen aus dem sogenannten Hellfeld. Wie das Dunkelfeld aussehen könnte, darauf gibt nach LKA-Angaben eine Studie der Technischen Universität München (TUM) Aufschluss.

Während der ersten Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr dieses Jahres berichteten 3,1 Prozent der Frauen zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland von körperlichen Ausein­andersetzungen mit dem Partner.

In 6,5 Prozent der befragten Haushalte wurden Kinder körperlich bestraft. 3,8 Prozent fühlten sich von ihrem Partner bedroht, 2,2 Prozent durften das Haus nicht allein ver­lassen. © dpa/aerzteblatt.de

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