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Medizin

COVID-19: Hoher Blutzucker erhöht Sterberisiko auch bei Nichtdiabetikern

Dienstag, 24. November 2020

/gamjai, stock.adobe.com

Huelva/Spanien – Eine Hyperglykämie bei der Aufnahme ins Krankenhaus ist bei COVID-19 ein prognostisch ungünstiges Zeichen. Das Sterberisiko ist nach einer Analyse spanischer Patienten in den Annals of Medicine (2020; DOI: 10.1080/07853890.2020.1836566) auch dann erhöht, wenn die Patienten vor der Infektion nicht an einem Typ-2-Diabetes litten.

Schon früh im Verlauf der Pandemie wurde erkannt, dass Diabetiker ein erhöhtes Erkrankungs- und Sterberisiko haben. Die Gründe sind bis heute nicht bekannt. Vermutet wird, dass das Virus das endokrinen Pankreas infiziert und die Beta-Zellen schädigt. Diese Zellen tragen auf ihrer Oberfläche den ACE2-Rezeptor, über den das Virus in die Zellen gelangt.

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Eine andere Erklärung ist, dass die starke Entzündungsreaktion, zu der es bei einem schweren Verlauf von COVID-19 kommt, zu einer Insulinresistenz führt. Auch die Hypoxie, zu der es infolge der Lungenentzündung (und der Mikrothromben in den kleineren Arterien der Lunge) kommt, könnte für die Störung des Glukosestoffwechsels verantwortlich sein.

Francisco Javier Carrasco-Sánchez vom Hospital Universitario Juan Ramón Jiménez in Huelva und Mitarbeiter haben hierzu jetzt die Daten des SEMI-COVID-19-Registers ausgewertet, an dem sich 109 Kliniken des Landes beteiligen. Bis zum 29. Mai wurden die Daten von 11.312 Patienten gesammelt, bei denen bei der Aufnahme in die Klinik der Blutzucker bestimmt worden war.

Von den Patienten, die bei der Aufnahme in der Klinik einen Blutzucker von über 180 mg/dl hatten, sind laut der Analyse 41,1 % gestorben. Bei den Patienten mit einem Blutzucker zwischen 140 und 180 mg/dl betrug das Sterberisiko 33,0 % gegenüber nur 15,7 % in der Gruppe mit einem niedrigeren Blutzucker unter 140 mg/dl.

Auch für die Aufnahme auf eine Intensivstation (11,4 %, 10,6 % und 7,5 %) und die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung (16,1 %, 14,3 % und 9 %) ließ sich eine dosisabhängige Beziehung nachweisen, die in epidemiologischen Studien immer ein Hinweis auf eine Kausalität ist.

Interessanterweise bestand die Assoziation auch bei Patienten, bei denen vor der Aufnahme in die Klinik kein langfristiger Diabetes bekannt war. Dies spricht eher für die Vermutung, dass nicht die Tatsache einer Vorerkrankung, sondern die akute Störung des Stoffwechsels eine schlechte Prognose anzeigt. Ob eine aggressive Senkung des Blutzuckers einen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung hat, wurde laut Carrasco-Sánchez bisher nicht untersucht. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #89406
izzoma
am Donnerstag, 26. November 2020, 11:34

Gewicht

Es wäre interessant zu erfahren ob das Gewicht der Patienten berücksichtigt wurde. Höhere BZ-Spiegel finden sich bekanntlich bei adipösen, schlecht eingestellten Diabetikern. Mit zunehmendem Gewicht steigt das Mortalitätsrisiko auch unabhängig vom Blutzucker. Desweiteren ist der Gesundheitszustand von Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes im allgemeinen schlechter mit höherem Risiko für diverse Erkrankungen.
Avatar #836044
Christine Salzer
am Mittwoch, 25. November 2020, 05:48

Zur Gedächtnisstütze zwischendurch

Stufenplan

Ernährung bei akuter Pankreatitis

Keine orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Je nach Dauer dieser Phase parenterale Wasser- und Elektrolytzufuhr und/oder parenterale Ernährung mit hoher Energiezufuhr.


Orale Flüssigkeitsaufnahme, bestehend aus kleinen Mengen ungesüßtem Tee und parenterale Ernährung.


Gesüßter Tee (Haushaltszucker, Traubenzucker, Maltodextrin) und parenterale Ernährung.


Verabreichung von überwiegend kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln, beispielsweise Hafer- und Reisschleimsuppen, Stärkemehlsuppen und -breie aus Wasser und verdünnten Obstsäften (mit Traubenzucker abgeschmeckt), Faden- und Sternchennudeln in Gemüsebrühe gegart, Geleespeisen, geschlagene Banane, Zwieback, Honig, Biskuitkekse und parenterale Teilernährung.


Kohlenhydrat-Eiweiß-Kost: weitgehend fettfrei, z. B. Magerquark, gekochtes Geflügelfleisch, gedünsteten Fisch, Eierstich, Nudeln, Kartoffelpüree (mit Magermilch zubereitet), Weißbrot, gedünstete Tomaten, Spinat, Möhren, Spargelspitzen, Obstsuppen, Obstgrützen und Obstsoßen, Pudding und Breie mit Magermilch zubereitet.


Kohlenhydrat-Eiweiß-Kost mit steigender Fettzufuhr. Die Erhöhung der täglichen Menge an Nahrungsfett und auch an Eiweiß erfolgt abhängig vom klinischen Bild und dem Verhalten der Amylase- und Lipase-Aktivität. Danach kann langsam zu einer "leichten Vollkost" übergegangen werden. Auch sollte die Nahrungsmenge auf viele kleine Mahlzeiten (6 – 8 pro Tag) verteilt werden.

Avatar #734056
FrankWenner
am Dienstag, 24. November 2020, 21:43

Hyperglykämie/ diabetische Stoffechselage als Risikofaktoren für eine schweren COVID_19-Verlauf

ein interessanter Beitrag einer nicht unbekannten Forschergruppe hierzu:
https://www.nature.com/articles/s41586-020-2332-7
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