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Medizin

Hämochromatose: Genetische Anlage verzehnfacht Leberkrebsrisiko (nur) bei Männern

Donnerstag, 3. Dezember 2020

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Exeter – Die C282Y-Mutation im HFE-Gen, die bei Menschen mit „keltischen“ Vorfahren weit verbreitet ist, führt nicht nur zur Hämochromatose, eine der häufigsten genetischen Erkrankungen.

Männer, die homozygot auf das Merkmal sind, hatten in einer prospektiven Beobach­tungsstudie auch ein mehr als 10-fach erhöhtes Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Für Frauen war nach den jetzt im Amerikanischen Ärzteblatt Journal of the American Medical Association (2020; DOI: 324: 2048-2057) vorgestellten Ergebnissen kein signifikant erhöhtes Risiko nachweisbar.

Die Hämochromatose wird überwiegend durch Mutationen im HFE-Gen ausgelöst, die die Eisenaufnahme im Darm erhöhen, was zu Ablagerungen in verschiedenen Organen, vor allem aber in der Leber führt. In 4 von 5 Fällen liegt der autosomal-rezessiven Erkrankung eine Mutation zugrunde, die zum Austausch der Aminosäure Cystein durch Tyrosin an Position 282 des HFE-Proteins führt.

In der UK Biobank-Studie, an der seit 2006 eine halbe Million Briten im Alter von 40 bis 70 Jahren teilnehmen, waren 2.890 Personen homozygot auf C282Y. Von den 1.294 Männern waren 156 (12,1 %) bereits an einer Hämochromatose erkrankt. Unter den 1.596 Frauen war die Diagnose nur bei 54 (3,4 %) gestellt worden. Frauen sind häufig durch die Eisenverluste während der Menstruationen vor einer Erkrankung geschützt.

Die Eisenablagerungen führen häufig zu einer Schädigung der Leber, deren Eisengehalt um das 50- bis 100-fache steigen kann. Zu den bekannten Folgen gehört eine Leber­zirrhose, auf deren Boden sich schließlich ein hepatozelluläres Karzinom entwickeln kann. Ein Team um David Melzer von der Universität Exeter in England hat jetzt anhand der UK Biobank das Erkrankungsrisiko untersucht.

Während einer Nachbeobachtungszeit von mittlerweile 8,9 Jahren ist es unter den 1.294 Männern, die homozygot auf die C282Y-Mutation waren, zu 21 bösartigen Lebertumoren gekommen, von denen 10 zu Beginn der Studie ohne Diagnose einer Hämochromatose waren.

Da Leberkrebs in der Bevölkerung selten ist, stellen die Erkrankungen eine Häufung um den Faktor 10 dar. Melzer ermittelt eine Hazard Ratio von 10,5, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 6,6 bis 16,7 signifikant war. Insgesamt 88 Männer sind mittler­weile gestorben, davon 14 an Leberkrebs (Hazard Ratio 11,91; 6,77 bis 20,97).

Das Risiko der Männer mit homozygoten C282Y-Mutationen, bis zum Alter von 75 Jahren an Leberkrebs zu erkranken, betrug 7,2 % gegenüber 0,6 % bei anderen Männern. Das Sterberisiko bis zu diesem Alter war mit 19,5 % gegenüber 15,1 % ebenfalls signifikant erhöht.

Unter den 1.560 Frauen mit einer C282Y-Homozygotie kam es nur zu 3 bösartigen Lebertumoren und 60 Todesfällen insgesamt. Die Hazard Ratios von 2,1 (0,7 bis 6,5) auf eine Leberkrebserkrankung und von 1,2 (0,9 bis 1,5) auf einen vorzeitigen Tod waren statistisch nicht signifikant. Die Forscher sprechen sich aufgrund der Ergebnisse für ein Screening der Erwachsenen auf die C282Y-Mutation aus. © rme/aerzteblatt.de

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