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Medizin

Hepatitis B und C in Europa noch immer weit verbreitet

Freitag, 27. November 2020

Hepatitis-B-Viren /dpa

Stockholm – In der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum und dem Vereinigten Königreich sind schätzungsweise 4,7 Millionen Menschen chronisch mit Hepatitis B und 3,9 Millionen Menschen chronisch mit Hepatitis C infiziert. Dies geht aus einem Technical Report des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) hervor. Er kritisiert, dass der Aktionsplan der Welt­gesund­heits­organi­sation nicht in allen Ländern umgesetzt wird.

Die beiden Erkrankungen sind in Europa sehr unterschiedlich verbreitet. In den Balkan­ländern und Griechenland ist die Prävalenz am höchsten. Dort sind mehr als 2 % der Bevölkerung infiziert. Bei der Hepatitis B trifft dies auch auf Portugal und bei der Hepa­titis C auch auf Italien und Lettland zu.

Die Hepatitis B wird am häufigsten durch heterosexuelle Kontakte (26 %) übertragen, gefolgt von nosokomialen Infektionen (18 %) und dem Sex unter Männern (14 %). Bei der Hepatitis C ist der intravenöse Drogenkonsum (49 %) der häufigste Übertragungsweg. Es folgen der Sex unter Männern (16 %) und nosokomiale Infektionen (11 %).

Nach den intravenösen Drogenkonsumenten sind vor allem Gefängnisinsassen häufig mit Hepatitis C, aber auch mit Hepatitis B infiziert. Die häufig angegebene Übertragung durch Sex unter Männern kontrastiert mit der geringen Prävalenz in dieser Gruppe, die in den wenigen Studien maximal 1,6 % betrug. Migranten sind häufig infiziert, wenn sie aus Ländern kommen, in denen die Erkrankungen stark verbreitet sind.

Gegen Hepatitis B gibt es eine zuverlässige Impfung. Die Recherchen des ECDC ergaben jedoch, dass die angestrebte Impfquote von 95 % nur von 7 von 24 Ländern erreicht wird. Deutschland gehört nicht dazu. Eine vertikale Übertragung von der Mutter auf das Kind kann vermieden werden, wenn die Impfung gleich nach der Geburt erfolgt. Dieses Ziel wurde beispielsweise in Rumänien bei weitem nicht erreicht.

Bei der Sicherheit der Blutprodukte gibt es Lücken bei der Forderung, dass die Spenden nur kostenlos erfolgen sollten (was bestimmte Risikogruppen ausschließt). Das ist offen­sichtlich in Balkanländern und in Griechenland nicht immer der Fall.

Die Ausbreitung unter den Drogensüchtigen könnte durch die kostenlose Abgabe von Spritzen verringert werden. Auch Methadonprogramme könnten die Süchtigen von unhygienischen Injektionen abhalten. Beide Forderungen werden in Europa laut dem Report nur in wenigen Ländern erfüllt. © rme/aerzteblatt.de

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