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Lehrer fühlen sich durch Coronakrise belastet

Donnerstag, 26. November 2020

/picture alliance, Eibner-Pressefoto

Berlin – Die große Mehrheit der Lehrer empfindet einer Umfrage zufolge ihren Job in der Coronakrise als belastender als vorher. 84 Prozent gaben in einer Befragung der DAK Ge­sundheit an, sie hätten das Gefühl, dass der Schulalltag unter Coronabedingungen zu Mehrarbeit führe.

90 Prozent stimmten der Aussage zu, das Unterrichten sei im Vergleich zur Situation vor einem Jahr deutlich anstrengender. Meistgenannte Gründe waren das Durchsetzen der Coronaregeln bei den Schülern, der eigene Gesundheitsschutz und der Ausfall von Kolle­gen.

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Für die Untersuchung, die im Auftrag der DAK Gesundheit vom Institut für Therapie- und Gesundheits­forschung (IFT-Nord) in Kiel erstellt wurde, wurden im Oktober 2.300 Lehr­kräf­te in Nordrhein-Westfalen befragt. Laut Studienleiter Reiner Hanewinkel kann sie aber auch auf andere Bundesländer und Schulen übertragen werden, da die Ausnah­me­situation und Herausforderungen bundesweit größtenteils vergleichbar seien.

Die meisten Lehrer (66 Prozent) haben wegen Corona keine Angst im Job. Immerhin ein Drittel stimmte aber der Aussage zu, aufgrund der Situation Angst zu haben, zur Schule zu gehen. Zwei von drei Befragten gaben an, sich seit Corona größere Sorgen um die ei­gene Gesundheit zu machen. Angst sich bei Schülern anzustecken äußerten 51,5 Prozent. 48,6 sagten sie hätten keine oder eher keine Angst davor.

„Wir erleben aktuell, wie stark die seelische Gesundheit vieler Lehrkräfte unter der Coro­napandemie leidet“, sagte DAK-Chef Andreas Storm. Die Arbeitssituation der Lehrkräfte unter Pandemiebedingungen gehöre verstärkt in den Fokus der Politik.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, begrüßte die vor­gelegte Analyse. Diese liefere eine umfassende Bestandsaufnahme über die Mehrbelas­tung von Lehrkräften in Coronazeiten und zeige konkreten Handlungsbedarf auf. Viele Lehrkräfte machten sich Sorgen um ihre eigene Gesundheit und die der Schüler. Das sei „ein Hinweis darauf, dass die gegenwärtigen Hygieneschutzmaßnahmen nicht ausrei­chen“.

Der Chef des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat unterdessen die Beschlüsse von Bund und Ländern als nicht weitgehend genug kritisiert und eine strengere Masken­pflicht gefordert. Grundsätzlich sei es begrüßenswert, „dass wenigstens ein Mindestkon­sens bei einer Verschärfung von Hygieneschutzmaßnahmen“ erzielt worden sei, sagte Meidinger der Rheinischen Post.

Allerdings hätte der Verband die Maskenpflicht im Klassenzimmer schon ab der 5. Klasse und bei hohen Inzidenzen auch für Grundschüler befürwortet, sagte er. Auch dass man jetzt in Hotspotgebieten ab der 8. Klasse Wechselunterricht organisieren könne und damit die Abstandsregel wieder einführen könne, begrüße man. Problematisch sei aber, dass die Umsetzung nur eine Kann-Regelung sei und der Inzidenzwert von 200 um das Vierfache über der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts liege.

Der Bundesverband der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst zeigte sich zufrieden mit den Regelungen zur Quarantäne von Klassenverbänden. „Ich begrüße es sehr, dass es kla­re und nachvollziehbare Regelungen zum Umgang mit der Quarantäne in Schulen gibt“, sagte Verbandschefin Ute Teichert der Rheinischen Post. Es sei ein pragmatischer Ansatz, alle Mitschüler für mindestens fünf Tage in Isolation zu schicken, wenn ein Infektionsfall in einer Klasse auftrete. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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