szmtag Ablauf von Zertifikaten: Regierung will Austausch von Konnektoren...
NewsPolitikAblauf von Zertifikaten: Regierung will Austausch von Konnektoren verhindern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ablauf von Zertifikaten: Regierung will Austausch von Konnektoren verhindern

Donnerstag, 26. November 2020

/dpa

Berlin – Um sich mit der Telematikinfra­struk­tur (TI) verbin­den zu können, benötigen Ärzte Konnektoren. Die dafür notwendigen Stammzertifikate sind aber nicht dauerhaft gültig. Das verdeut­licht eine Antwort der Bundesregie­rung auf eine Kleine An­frage der Grü­nen im Bundestag. Sie versi­chert darin, dass die Gematik an Lösungen ar­beitet.

Der Antwort zufolge laufen ab September 2022 acht Prozent der Stammzerti­fika­te ab. Im Jahr 2023 sollen 31 Prozent ihre Gültigkeit verlieren, 2024 sind es weitere 29 Prozent und 2025 32 Prozent. Die Angaben fußen laut Bundesregierung auf Schätzungen. Exakte Angaben liegen ihr nicht vor.

Anzeige

Die Folge eines abgelaufenen Zertifikates wäre Stand heute, dass die Konnektoren ausge­tauscht wer­den müssten. Die Regierung stellt in der Antwort aber klar, dass man genau das verhin­dern will. Demnach arbeitet die Gematik derzeit an „verschiedenen technischen Lösun­gen“, mit denen ein „Konnektoraustausch mit Ablauf der Zertifikate vermieden wer­den kann“, heißt es.

Ein Lösungsfindung könne nur zusammen mit den Herstellern der Konnektoren gelingen, teilte die Gematik dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage mit. „Die Gematik erarbeitet daher gemeinsam mit den Herstellern Lösungen, um einen reibungslosen Betrieb von Praxen und Krankenhäuser auch über das Laufzeitende der Zertifikate hinaus sicherzu­stellen“, so der Gematik-Sprecher.

Wie diese Lösungen aussehen, ist derzeit noch offen. Wahrscheinlich ist aber, dass die heutigen Konnektoren durch softwarebasierte Lösungen ersetzt werden könnten. Ge­matik-Chef Markus Leik Dieken hatte kürzlich erneut bei verschiedenen Veranstaltun­gen zum Thema betont, dass dies die Basis für neue „Zu­kunftskonnektoren“ sein solle.

Die Regierung schreibt dazu in ihrer Antwort lediglich, dass sich in Bezug auf alternative Zu­gangsmöglichkeiten, die einmal den Konnektor ersetzen sollen, Zukunftskonnektoren oder „Zukunftskonnek­tor­dienste in der „Konzeption“ befinden.

Dazu gehöre eine umfassende Prüfung, mit welchen Mechanismen die notwendige Sicher­heit, kurze Entwicklungszyklen für Innovationen sowie eine frühestmögliche sowie stabile Bereitstellung der Zugänge erreicht werden könne. Vorgesehen ist, solche Lösun­gen zum 30. Juni 2022 zu spezifizieren und zum 1. Januar 2023 verfügbar zu machen.

Die Gematik stellte klar, dass es sich bei den Begriffen um eine Metapher für die Erarbei­tung einer zukunftsgerichteten Lösung handelt, die insbesondere auch neuen Nutzer­grupp­en im Gesundheitswesen, die bisher noch nicht angeschlossen sind, einen Zugang zu den Anwendungen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur ermöglichen sollen.

Ob solche Lösungen ganz ohne Hardware funktionieren können, bezweifeln manche Ab­geordnete im Parlament. „Ich glaube nicht, dass wir den Hardwarekonnektor so schnell einfach abschaffen können. Das wäre aus Gründen der Datensicherheit nicht zumutbar“, sagte der SPD-Abgeordnete Dirk Heidenblut dem Handelsblatt.

Die Gematik glaubt aber daran. Man halte softwarebasierte Lösungen für denkbar, sagte sie dem Handelsblatt. Dabei würden nicht ganze Netzwerke angeschlossen, sondern je­weils einzelne Dienste ange­sprochen.

„In einem sich immer weiter digitalisierendem Gesundheitssystem entstehen zunehmend digitale Angebote außerhalb der Telematikinfrasttruktur, die von medizinischen Einrich­tun­gen verwendet werden“, erklärte ein Gematik-Sprecher. Zur Nutzung von Internetan­ge­boten im Allgemeinen sei die Sicherheit von IT-Systemen der Praxen und Krankenhäu­ser eine notwendige Voraussetzung.

Sie leite sich aus dem verantwortungsvollen Umgang der Ärzte mit dieser Thematik und weiteren Regelungen wie etwa der IT-Sicherheitsrichtlinie der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung ab. Somit sei die Notwendigkeit eines Konnektors für den Zugang zu de­dizi­er­ten Diensten innerhalb eines geschlossenen Netzes der Tele­ma­tik­infra­struk­tur nicht mehr gegeben.

Ein ganzheitlicher Ansatz für das digitale Gesundheitswesen sei sinnvoll, in dem sich die Dienste der Tele­ma­tik­infra­struk­tur eingliederten und somit ebenfalls direkt durch das Internet verfügbar würden. © may/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #672734
isnydoc
am Freitag, 27. November 2020, 01:04

Womit geht die Regierung in dieser Sache "schwanger"?

Im Handelsblatt dazu diese Information:
"Die Industrie müsse einfach mehr Ressourcen für die Projekte einplanen, soll ein Gematik-Vorstand dabei gefordert haben. Ein Unternehmenschef soll geantwortet haben: „Ich kann mit einer Frau ein Kind zeugen, dann dauert es bis zur Geburt neun Monate. Ich kann aber nicht mit neun Frauen ein Kind zeugen und erwarten, dass es dann einen Monat dauert.“
https://app.handelsblatt.com/politik/deutschland/digitales-gesundheitswesen-krankenkassen-haben-milliarden-fuer-it-ausgegeben-und-muessen-bald-nochmal-zahlen/26658982.html
LNS
VG WortLNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER