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Modellrechnung zeigt möglichen „Weihnachtseffekt“ im Pandemieverlauf

Donnerstag, 26. November 2020

/Konstantin Yuganov, stock.adobe.com

Jülich – Die Ausweitung der Kontakte durch Besuche von Familien und Bekannten über die Weihnachtsfeiertage könnten die SARS-CoV-2-Infektionen weiter verteilen. Damit wä­ren auch Regionen mit niedrigen Fallzahlen wieder verstärkt betroffen, der Anstieg der Neuinfektionen nähme Fahrt auf.

Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich und des Frankfurt Institutes for Advanced Stu­dies (FIAS) haben in Modellen verschieden Szenarien errechnet. Sie kommen zu dem Schluss: „Mögliche vermehrte Kontakte zu Weihnachten und Silvester könnten als neue Quellen zusätzlich zur Ausbreitung des Virus beitragen.“

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Diesen „Weihnachtseffekt“ vergleichen die Wissenschaftler mit einer schon zweimal in diesem Jahr beobachteten Entwicklung: Den Zuwächsen bei Neuinfektionen zur Zeit der Winter- und Sommerferien vor allem durch Reiserückkehrer.

„Über Weihnachten und Silvester könnte Ähnliches passieren, wenn Besuche innerhalb Deutschlands die Infektion bundesweit verteilen, selbst wenn Reisen in stärker betroffe­ne Gebiete im Ausland gar nicht stattfinden“, schreiben sie.

Wie stark die Kontaktrate, also wieviele Menschen jemand in einem bestimmten Zeitraum trifft – durch Weihnachten zunimmt, sei schwer einzuschätzen, da Erfahrungsdaten etwa aus dem vergangenen Jahr fehlten. Daher haben die Forscher zwei Szenarien durchge­rech­net.

Im besten Fall bliebe die Kontaktrate über Weihnachten konstant, weil zum Beispiel weg­fallende Kontakte im Arbeitsleben oder in Schulen einen geringen Anstieg durch Famili­en­besuche ausgleichen.

Die neu gemeldeten Infektionen würden dann in dem Fall, dass fast alle Maßnahmen nach dem 20. Dezember aufgehoben werden, nach einem kurzen Absinken bis etwa Mitte Januar auf ein Niveau wie Ende Oktober steigen – das heißt im Schnitt etwa 20.000 Neu­infektionen täglich.

Für den schlechtesten Fall sind die Wissenschaftler hingegen davon ausgegangen, dass es infolge der Besuche zu Weihnachten und Silvester zu einer deutlich – um 50 Prozent – erhöhten Kontaktrate kommt. Dann würden die Fallzahlen der Berechnung zufolge im Januar die Marke von 25.000 Neuinfektionen pro Tag reißen.

Für den Fall, dass einige Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen noch länger aufrecht erhalten werden, verliefe die Kurve deutlich unter dem Wert von 20.000 Neuinfektionen – wenn auch mit einem kurzen Anstieg nach Weihnachten.

Die Forscher wiesen darauf hin, dass zur Reduzierung der Fallzahlen aus epidemiologi­scher Sicht eigentlich nur die Kontakte zwischen ansteckenden und nicht infizierten, nicht immunen Personen entscheidend seien. Das ist in der Simulation nicht berück­sichtigt. Allgemeine Kontaktbeschränkungen seien aber vermutlich der einfachste Weg, um auch die „relevanten Kontakte“ zu reduzieren, hieß es. © dpa/aerzteblatt.de

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