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Politik

Pflegepersonal­untergrenzen bildeten Bedarf nicht realistisch ab

Donnerstag, 26. November 2020

/picture alliance, Christian Ohde

Berlin – Gesundheitsexperten haben anlässlich einer Anhörung des Gesundheits­aus­schusses des Bundestages Mitte der Woche darauf hingewiesen, dass die eingeführten Personaluntergrenzen den Bedarf in der Pflege nicht realistisch abbildeten. Nötig sei eine Aufstockung des Personals in der Krankenhauspflege, so die Sachverständigen.

Die Anhörung fand aufgrund eines Antrages der Linksfraktion „Jetzt bedarfsgerechte Per­sonalbemessung in Krankenhäusern einführen“ statt. Darin fordern die Abgeordneten ein neues Instrument zur Bemessung des Pflegepersonalbedarfs in Krankenhäusern – näm­lich jenes namens „Pflegepersonalregelung 2.0“ (PPR 2.0), das die Gewerkschaft Verdi, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Deutsche Pflegerat (DPR) gemeinsam entwickelt und erprobt haben.

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„Im Gegensatz zu den derzeit geltenden Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) wurden so­wohl die Pflegepersonalregelung (PPR) wie auch die PPR 2.0 mithilfe pflegerischer Ex­per­tise und pflegewissenschaftlicher Begleitung erarbeitet. Ebenfalls im Gegensatz zu den PPUG bildet die PPR 2.0 den tatsächlichen pflegerischen Bedarf der ab. Sie ist damit geeignet, sowohl die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals als auch die Versorgung der Patienten deutlich zu verbessern“, heißt es in dem Antrag.

Die neue Regelung soll nach dem Wunsch der Linksfraktion bereits Anfang 2021 einge­führt werden. „Der Paradigmenwechsel in der Krankenhausfinanzierung, der durch den Beschluss des Pflegepersonalstärkungsgesetzes 2018 mit der Herauslösung der Pflegepe­rso­nalkosten aus den Fallpauschalen eingeleitet wurde, muss nun mit der Einführung einer bedarfsgerechten Personalbemessung fortgesetzt werden“, so die Forderung der Linken-Abgeordneten.

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd), der nach eigenen Angaben die Interessen von 266 Kliniken mit mehr als 67.000 Pflegevollzeitkräften vertritt, mahnte in seiner Stellungnahme ebenfalls eine Reform an. Schon vor der Pandemie habe sich ge­zeigt, dass die Personaluntergrenzen nicht zu den erhofften Verbesserungen führten.

Mit der PPR 2.0 lasse sich der Pflegeaufwand passgenau ermitteln, zudem sei die Anwen­dung einfach und schnell zu lernen. Klar sei aber auch, dass mehr Pflegekräfte benötigt würden und die vollständige Refinanzierung der Pflegepersonalkosten gewährleistet sein müsse, so der Verband.

Skeptisch reagierte der Spitzenverband der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Die Pflegeprozessdokumentation müsse so standardisiert und digitalisiert werden, dass da­raus der Pflegepersonalbedarf automatisch ermittelt werden könne, forderte der Verband. Die PPR 2.0 erfülle diese Kriterien aber nicht, so die Kritik. © hil/aerzteblatt.de

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