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Medizin

Post-COVID-Syndrom: Viele Patienten haben Einschränkungen der Lungenfunktion

Donnerstag, 26. November 2020

/yurolaitsalbert, stock.adobe.com

Nijmegen/Niederlande – Einige Patienten erholen sich nur langsam von einer schweren COVID-19. Auch wenn sich die radiologischen Befunde meist gebessert haben, leiden nach einer Studie in Clinical Infectious Diseases (2020; DOI: 10.1093/cid/ciaa1750) noch viele Patienten unter Funktionsstörungen der Lungen. Kognitive Funktionen und Lebens­qualität waren ebenfalls herabgesetzt.

Chinesische Mediziner hatten bereits im Frühjahr berichtet, dass sich die Rekonvaleszenz nach einer schweren COVID-19 über längere Zeit hinziehen kann. Obwohl die Zeichen der akuten Pneumonie längst abgeklungen sind und im Röntgenthorax kein Befund erkenn­bar ist, haben die Patienten weiter eine eingeschränkte Lungenfunktion, die die Lebens­qua­l­­ität vermindern kann.

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Auch in den westlichen Ländern bleiben viele Patienten nicht vor einem Post-COVID-Syndrom verschont. Zu den Beschwerden gehören eine vermehrte Müdigkeit, Atemnot und Schmerzen in der Brust.

Das Radboud Universitair Medisch Centrum in Nijmegen hat eine Ambulanz eingerichtet, wo die Patienten betreut werden. Der Pulmologe Bram van den Borst hat dort 124 Patienten 3 Monate nach dem Ende der akuten Erkrankungen ausführlich untersucht, 97 Patienten waren zuvor stationär an der Uniklinik versorgt worden, die anderen 27 Patienten waren von ihren Hausärzten überwiesen worden.

Auf den ersten Blick hatten sich die Patienten von ihrer Lungenerkrankung erholt. Der Röntgenthorax war zu 93 % unauffällig. Auch die Sauerstoffsättigung in Ruhe hatte mit im Mittel 96 % einen Normalwert erreicht und in der Spirometrie gab es zunächst keine Auffälligkeiten.

Bei einer näheren Untersuchung zeigte sich jedoch, dass die Krankheit Spuren hinter­lassen hatte. So war die Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid (DLCO) bei vielen Patienten vermindert. Im Durchschnitt wurden 81 % des normalen DLCO-Werts erreicht. Dies ist laut van den Borst ein Hinweis auf eine beginnende Lungenfibrose. Die CT-Befunde bestätigten dies: 86 % der Patienten hatten weiter leichte Milchglastrübungen, 60 % Kerley-Linien und 26 % radiologische Hinweise auf eine Lungenfibrose.

Die Veränderungen waren subtil und sie korrelierten nicht immer mit den Symptomen der Patienten. Die Dyspnoe war meist milde und nur bei körperlichen Anstrengungen vorhanden. Allerdings hatten 22 % eine verminderte 6-Minuten-Gehstrecke und bei 16 % kam es beim Gehtest zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung.

Bei 1/3 der Patienten wurden in Tests Störungen der mentalen und kognitiven Funktio­nen gefunden. Die häufigsten Symptome waren Abgeschlagenheit (Fatigue, 69 %), Einschränkungen im Alltagsleben (64 %) und eine verminderte Lebensqualität (72 %).

Für den Pulmologen van den Borst sind die Veränderungen nicht ganz ungewöhnlich. Auch nach Lungenentzündungen aus anderen Ursachen oder nach einem akuten Atem­notsyndrom („Schocklunge“) komme es bei einigen Patienten zu einer verzögerten Erholung. Es sei auch nach Erkrankungen mit dem ersten SARS-Coronavirus beschrieben worden.

Betroffen waren nicht nur die Patienten, die in der Klinik wegen einer schweren COVID-19 behandelt wurden. Auch bei den ambulanten Patienten war ein Post-COVID-Syndrom nachweisbar. Die Symptome waren teilweise sogar stärker ausgeprägt. Dies könnte allerdings daran gelegen haben, dass die Hausärzte nur ihre schwierigsten Fälle überwiesen, während die Kliniken allen Patienten geraten hatten, an der Nachsorge teilzunehmen. © rme/aerzteblatt.de

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