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Medizin

White Matter Lesion: Erhöhter Blutdruck führt zu Schäden in der weißen Hirnsubstanz

Montag, 7. Dezember 2020

/larisabozhikova, stock.adobe.com

Oxford – Die White Matter Lesions, die mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger in der Magnetresonanztomografie im Gehirn beobachtet werden, sind häufig Folge eines langjährig erhöhten Blutdrucks. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Beobach­tungsstudie im European Heart Journal (2020; DOI:10.1093/eurheartj/ehaa756)

Bei jedem zweiten Erwachsenen finden sich im Alter von 65 Jahren in der Magnetreso­nanz­tomografie mehr oder weniger ausgedehnte hyperintense Läsionen in der weißen Hirnsubstanz. Bei über 80-Jährigen sind diese White Matter Lesions (WML) fast immer vorhanden. Ihre Bedeutung war anfangs unklar. Mittlerweile werden sie als stumme Hirninfarkte gedeutet, deren Zunahme im Alter das Risiko von Demenzerkrankungen erhöht.

Als Ursache wird seit längerem ein erhöhter Blutdruck vermutet, der ja auch der wich­tigste Risikofaktor für den symptomatischen Hirninfarkt ist, der den meisten Schlagan­fällen zugrunde liegt. Ein Team um Karolina Wartolowska von der Universität Oxford hat den Zusammenhang jetzt an den Daten der UK Biobank untersucht.

An der Studie nahmen zwischen März 2006 und Oktober 2010 eine halbe Million Briten im Alter von durchschnittlich 55 Jahren teil. Zwischen 2014 und 2019 wurde bei 37.026 Teilnehmern, die inzwischen im Mittel 64 Jahre alt waren, eine Magnetresonanz­tomografie durchgeführt, bei der auch die Ausdehnung der WML bestimmt wurde.

Das Ausmaß der WML korrelierte zum einen stark mit dem aktuellen systolischen Blut­druck, eine noch stärkere Assoziation bestand jedoch mit dem früheren diastolischen Blutdruck, insbesondere in der Altersgruppe unter 50 Jahren. Wartolowska schließt daraus, dass eine Hypertonie im mittleren Lebensalter ein wichtiger Risikofaktor für das Ausmaß der späteren WML ist.

Die Assoziation bestand bereits bei Blutdruckwerten unterhalb von 140 mm Hg für den systolischen und unterhalb von 90 mm Hg für den diastolischen Wert, die häufig als Grenzwerte für eine Hypertoniediagnose gewertet werden. Mit jedem Anstieg des systolischen Blutdrucks um 10 mm Hg über den Normalbereich erhöhte sich der Anteil der WML-Last median um das 1,126-fache. Jeder Anstieg des diastolischen Blutdrucks um 5 mm Hg war mit einem 1,106-fachen Anstieg verbunden.

Unter den 10 % der Menschen mit der größten WML-Last ließen sich 24 % der WML-Last auf einen systolischen Blutdruck vom über 120 mm Hg und 7 % auf einen diastolischen Blutdruck von über 70 mm Hg zurückführen. Dieser sogenannte PAF-Wert („population attributable fraction“) ist für den systolischen Druck höher, weil der Anstieg des systolischen Blutdrucks in der Bevölkerung häufiger ist als ein Anstieg des diastolischen Blutdrucks.

Der Anstieg des Risikos ließ sich teilweise, aber nicht völlig auf andere Risiken wie einen Typ-2-Diabetes oder Rauchen zurückführen. Für Wartolowska ist ein erhöhter diasto­lischer Blutdruck in den vierziger und fünfziger Jahren mit der größeren Schädigung des Gehirns verbunden. Die Gefahr setze bereits unter der üblichen Behandlungsschwelle von 140/90 mm Hg ein und bestehe auch für Patienten, die einen zu hohen Blutdruck mit Medikamenten senken. © rme/aerzteblatt.de

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