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Forscher aus Berlin und Tel Aviv untersuchen behandlungs­resistente Pilzinfektionen

Dienstag, 1. Dezember 2020

/dpa

Berlin/Tel Aviv – Arbeitsgruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Tel Aviv untersuchen, auf welche Weise invasive Pilzerreger einer Behandlung entgehen und eine Toleranz ge­gen­über antimykotischen Substanzen entwickeln können. Ein Synergy Grant des Europäischen For­schungs­rates (ERC) unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 9,7 Millionen Euro für die kommenden sechs Jahre.

Pilzinfektionen sind bekanntlich weit verbreitet und in vielen Fällen nicht lebensbedrohlich. Eine Aus­nahme bilden jedoch invasive Pilzinfektionen, die zu einer Sepsis beitragen können.

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„Pilzerkrankungen dieser Art erreichen eine Sterblichkeitsrate von bis zu 50 Prozent, sind meist schwer zu behandeln, und stehen im Zusammenhand mit mindestens 1,6 Millionen Todesfällen jährlich“, hieß es aus der Arbeitsgruppe um Markus Ralser, Direktor des Instituts für Biochemie und Arbeitsgruppenleiter Biochemie und Systembiologie des Stoffwechsels an der Charité, und Judith Berman, Arbeitsgruppen­lei­terin an der Shmunis School of Biomedical and Cancer Research der Universität Tel Aviv.

Im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen, für die mehrere antimikrobielle Medikamente zur Verfügung stehen, haben sich laut den Forschern bisher nur drei spezielle Wirkstoffklassen als klinisch wirksam ge­gen invasive Pilzinfektionen erwiesen.

Aber die Wirksamkeit dieser Präparate nehme ab. Beispielsweise ließen sich etwa die Hälfte der invasi­ven Infektionen durch Candida albicans durch Fluconazol, das in dieser Situation am häufigsten verwen­dete Antimykotikum, nicht wirksam bekämpfen.

Die Forschungsteams in Berlin und Tel Aviv wollen die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen nun im Detail untersuchen. „Die Situation bei invasiven Pilzerregern unterscheidet sich grundlegend von der Situation bei antibiotika-resistenten Bakterien“, erläutert Berman.

Arzneimittelresistente und nicht-resistente Zellen wüchsen ähnlich wie die ursprünglichen Pilzstämme. Resilienz oder auch Resistenz sei in den Zellen selbst angelegt und werde nicht durch ähnliche Arten von Mutationen verursacht, wie dies bei bakteriellen Infektionen der Fall sei.

Die Wissenschaftler wollen in den kommenden Jahren Tausende von Pilzstämmen auf ihre Medikamen­tenresistenz testen und ihre Eigenschaften auf Stoffwechselebene vergleichen. Ziel ist es, die molekula­ren Wege zu entschlüsseln, die Arzneimittelresistenzen bei Pilzerkrankungen erklären.

Außerdem wollen sie neue Konzepte und Leitsubstanzen entwickeln, die verhindern, dass krankmachen­de Pilzzellen die Toleranz oder auch Resilienz gegenüber Medikamenten erhöhen. © hil/aerzteblatt.de

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