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Politik

Deutschland engagiert sich in europäischer Genominitiative

Montag, 30. November 2020

/Sergey, stock.adobe.com

Berlin – Bis 2022 sollen europaweit mindestens eine Million menschliche Genome se­quenziert, länderübergreifend gespeichert und für die Analyse zugänglich gemacht wer­den. Das ist das Ziel des 2019 auf den Weg gebrachten europäischen Großprojekts „1+Million Genomes Initiative“.

In den folgenden Jahren soll dieser Datenschatz aber noch wachsen. Aktuell haben sich 25 europäische Länder zur Zusammenarbeit verpflichtet. Zu diesen Ländern gehört nach anfänglichen Zögern nun auch Deutschland. Es trat Anfang dieses Jahres dem Projekt bei.

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„Wir brauchen eine solide Datenbasis, um die Chancen der personalisierten Medizin zu nutzen und einen Mehrwert für die Patientinnen und Patienten zu generieren“, sagte Bun­desgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) heute bei der virtuellen Veranstaltung „ge­nom­DE – Nationale und europäische Genominitia­tiven“, die im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gemeinsam von der Europä­ischen Kommission und dem Bundes­mi­nisterium für Gesundheit (BMG) organisiert wurde.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass der umfassende Zugang zu Genomdaten und anderen medizinischen Daten die Behandlung und Erforschung von Krankheiten ent­schei­­dend voranbringen kann. Das deutsche Projekt „genomDE“, das heute näher vorge­stellt wurde, soll die Generierung und Bereitstellung von deutschen Genomda­tensätzen für die „1+ Million Genomes“-Initiative sicherstellen.

„GenomDE“ leistet als eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit einen Bei­trag zum gemeinsamen europäischen Datenraum“, betonte Spahn. „Nur zusammen könn­en wir den Zugang zu einer optimalen Versorgung gewährleisten“, sagte er. Zudem ver­folge das Projekt das Ziel, deutschlandweit die genomische Medizin in die regelhafte Gesundheitsversorgung einzuführen.

Den Ausbau von genomDE will das BMG ab 2021 fördern, und zwar mit elf Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. „Wir müssen auch für die richtigen Bedingungen in der Versorgung sorgen“, erklärte Spahn. Dafür plane sein Ministerium weitere Mittel ein.
Verbessert werden muss Thomas Berlage, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Ange­wandte Informationstechnik Sankt Augustin, zufolge vor allem die Vernetzung der Daten.

Mittels Verknüpfung genomischer sowie phänotypischer und klinischer Daten ließe sich die Regelversorgung verbessern und gleichzeitig die wissensgenerierende Patienten­ver­sorgung fördern, erklärte er. Durch genomDE solle eine innovative, personalisierte Be­handlung bei gleichzeitiger Nutzung der Daten in der Gesundheitsforschung möglich wer­den. „Dabei soll GenomDE kein Sonderweg, sondern künftig ein Teil der Regelversor­gung sein“, betonte er.

Die Einführung der Genomik in die regelhafte Gesundheitsversorgung in Deutschland werde Möglichkeiten eröffnen, die genetischen und molekularen Komponenten von Ge­sundheit und Krankheit umfassend zu untersuchen, sagte Dagmar Friese vom BMG.

Der umfassende Zugang zu Genomdaten und anderen medizinischen Daten könne die Erforschung und Behandlung von Krankheiten entscheidend voranbringen, da bei selte­nen Erkrankungen die national vorhandenen Patientenzahlen oft nicht ausreichten. „Die Bürgerinnen und Bürger haben jedoch die Datenhoheit“, betonte sie. GenomDE habe eine national eigenständige Struktur und einen patientenzentrierten Ansatz. © ER/aerzteblatt.de

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