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DIVI mahnt bessere Koordination der Intensivbehandlung von Coronapatienten an

Mittwoch, 2. Dezember 2020

Uwe Janssens, Präsident der DIVI (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin). /picture alliance, Kay Nietfeld

Eschweiler – Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallme­di­zin (DIVI), Uwe Janssens, hat die Politik aufgefordert, die überregionale Versorgung von schwer kranken COVID-19-Patienten besser zu koordinieren.

„In Nordrhein-Westfalen ist nicht klar, an wen sich die Krankenhäuser wenden sollen, die COVID-19-Pa­tienten verlegen müssen“, sagte Janssens heute auf dem virtuellen 20. DIVI-Kongress. In Berlin sei dies sehr gut mit Save-Konzept geregelt, bei dem die Krankenhäuser der Stadt in drei Level unterteilt sind. In Nordrhein-Westfalen (NRW) seien die Landkreise und Städte hingegen zunächst einmal mit sich selbst beschäftigt.

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„Ich habe von einer großen Universitätsklinik in NRW gehört, dass diese Anfragen zur Aufnahme von Pa­tienten von anderen Krankenhäusern erhält“, sagte Janssens, der im St. Antonius Hospital in Esch­weiler nahe Aachen als Chefarzt der Intensivstation arbeitet. „Aber die können auch nicht alle nehmen.“ Die Politiker des Landes seien beauftragt, die Koordination von Verlegungen zu organisieren.

„Wir haben doch Regionen in Deutschland, die nicht so stark belastet sind und die Patienten aufnehmen könnten“, so Janssens. „Ich vermisse in diesem Punkt den politischen Willen, das Land durch die Krise zu steuern.“

Sorge vor Weihnachten

Grundsätzlich zeigte sich Janssens optimistisch, dass die Krankenhäuser die Krise meistern könnten. „Wir haben das große Glück, dass die Intensivpatienten in der zweiten Pandemiewelle jünger sind als sie im Frühjahr waren“, sagte er.

„Im Frühjahr lag das Alter der Intensivpatienten im Durchschnitt bei 52 Jahren. Heute sind die Patienten durchschnittlich 42 Jahre alt.“ Je jünger die Patienten seien, desto weniger schwer erkrankten sie.

Er wies jedoch darauf hin, dass das durchschnittliche Alter der COVID-19-Intensivpatienten seit Septem­ber von 32 auf heute 42 Jahre angestiegen sei. „Wenn das so weitergeht, sind wir in ein paar Wochen wie­der bei den Zahlen aus dem Frühjahr“, betonte Janssens. „Und dann haben wir ein echtes Problem.“

COVID-19-Intensivpatienten: Innerdeutsche Verlegungen

Bund und Länder haben zusammen mit Intensivmedizinern ein Konzept entwickelt, über das sie im Notfall COVID-19-Intensivpatienten aus Regionen mit hohem Infektionsgeschehen verlegen können: das Kleeblattkonzept. Es funktioniert nach einem Ampelschema. Angesichts der steigenden Zahl an schwerkranken COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen wurde durch die Bundesländer mit der

Der Intensivmediziner kritisierte die Vorgaben der Bundesregierung für das Weihnachtsfest. Wenn zehn Personen aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen könnten, berge das eine „relativ hohe Ge­fahr“, so Janssens. „Wir befürchten, dass wir im Januar dann wieder da stehen, wo wir jetzt sind. Und wir gefährden die, die wir schützen wollen.“

Regelbetrieb stärker zurückfahren

Janssens forderte die Politik auf, den Krankenhäusern vorzugeben, den Regelbetrieb stärker zurückzu­fahren – so, wie sie es im Frühjahr getan hatte. „Zurzeit arbeiten viele Krankenhäuser noch im Regel­be­trieb, weil sie Angst vor Einnahmeausfällen haben, wenn sie vermehrt elektive Eingriffe verschieben“, sagte der DIVI-Präsident. „Und da verstehe ich die Geschäftsführungen auch. Denn sie geraten in Liqui­ditäts­engpässe, wenn sie vermehrt Leistungen verschieben.“

Zwar sei vorgesehen, dass die Kranken­kassen den Krankenhäusern alle coronabedingten Erlösausfälle ausgleichen. Janssens bezweifelte aber, dass es allen Krankenhäusern gelingen könne, ihre Einnahme­ausfälle bei den Budgetverhandlungen komplett zurück zu verhandeln.

Manche Krankenhäuser, wie die Charité, hätten mittlerweile den Regelbetrieb zurückgefahren, weil es nicht anders gegangen sei, erklärte Janssens. Wenn man einige OP-Säle schließe, könne man Ärzte und Fachpflegekräfte freisetzen, die dann in den Intensivstationen helfen könnten. Dann könne man zusätz­liche Intensivbetten betreiben, die ansonsten nicht zu betreiben seien. © fos/aerzteblatt.de

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