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Ärzteschaft

PCR-Test auf SARS-CoV-2 zeigt hohe klinisch-diagnos­tische Sensitivität von nahezu 100 Prozent

Montag, 30. November 2020

/picture alliance, ANE, Eurokinissi, Stelios Misinas

Heidelberg – Die Gesellschaft für Virologie (GfV) hat auf die hohe Zuverlässigkeit des PCR-Tests (Polymerase Chain Reaction) in der Diagnostik von SARS-CoV-2 hingewiesen. Die Sensitivität des Verfahrens liegt danach bei nahezu 100 Prozent.

„Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Daten zum Infektionsgeschehen spie­geln medizinische Befunde und keine rohen Testergebnisse wieder“, erklärte die Fach­gesellschaft.

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Die GfV hat auf ihrer Webseite jetzt das PCR-Verfahren detailliert dargestellt. Es gliedert sich danach in drei große Schritte: Vorbereitung der Testprobe, Durchführung der Polyme­rase-Ketten-Reaktion und die Beurteilung des PCR-Ergebnisses.

Vorbereitung der Testprobe

Die Vorbereitung umfasst die Probenentnahme, die Probenlagerung und den Transport der Proben. In der Regel wird ein Nasen- oder Mund-Rachen-Abstrich gemacht und das Abstrichbürstchen in einem Röhrchen mit einer Transportflüssigkeit oder trocken ver­schlossen. Wichtig sei dabei neben der Lagerung der Probe vor allem die Abstrichtechnik.

„Das RKI hat Hinweise zum Probenmaterial veröffentlicht und Abstrichzentren, Analyse­labore und Kliniken haben sogenannte ‚Standard Operating Protocols‘(SOPs) herausge­geben“, so die GfV.

Das seien Handlungsanweisungen, die die Abstrichtechnik, die Aufbewahrung und den Transport der Proben genau beschreiben würden, um so die Qualität des gesamten Ver­fahrens zu sichern. „Diese ist entscheidend, da hiermit festgelegt wird, wie viel Zellma­terial und somit auch wie viel Viren aufgenommen werden“, heißt es.

Durchführung der PCR

Für den PCR-Test auf SARS-CoV-2 wird RNA des Erregers aus dem Abstrichmaterial iso­liert und aufgereinigt. Diese RNA muss zunächst in eine DNA-Kopie überführt werden, was man im Labor mit einer einfachen Enzymreaktion erreicht (reverse Transkription).

Danach wird die eigentliche PCR mit der umgeschriebenen DNA-Kopie des Virus gestar­tet. Die Reaktion vervielfältigt einen kurzen Bereich dieser DNA-Kopie, wobei dieser Be­reich durch zwei Starter („Primer“) vorgegeben wird.

Zur Sicherheit weisen die PCR-Tests meistens zwei oder drei verschiedene Bereiche im Erbgut des Virus nach. Die zur Vervielfältigung dieser Bereiche verwendeten Primer un­ter­scheiden sich zwischen den verwendeten Testsystemen.

Im Labor wird die DNA zuerst erhitzt, wodurch sich die beiden Stränge der DNA trennen. In dem Reaktionsgefäß enthalten ist ein hitzestabiles Enzym – eine Polymerase – welche die Enden der Primer erkennt und diese verlängert Es entstehen zunächst zwei DNA-Ko­pien.

Diese Reaktionsmischung durchläuft dann den Zyklus erneut, so dass am Ende des zwei­ten Zyklus vier DNA-Kopien vorhanden sind. Nach dem dritten Zyklus sind es acht, dann 16, 32 und so fort.

„Die Methode der PCR ist in der molekularen Diagnostik eine etablierte und seit vielen Jahrzehnten routinemäßig eingesetzte Methode, die in vielen Bereichen einen bewährten Standard darstellt. Die Zuverlässigkeit der Methode ist in umfassenden medizinischen und technischen Studien dokumentiert“, stellt die GfV klar.

Die Daten einer PCR zeigen auf, wie viele Zyklen benötigt wurden, um die in die Reaktion gegebene DNA zu vervielfältigen. Dies wird dann durch den Cycle threshold (Ct) Wert an­gegeben.

Ist der Ct-Wert niedrig, ist die zu vervielfältigende DNA schon früh nachweisbar, was heißt, dass viel SARS-CoV-2-Erbgut in der Patientenprobe war. Ist der Ct-Wert hoch, be­nö­tigte man viele PCR-Zyklen, um die DNA zu vervielfältigen. Das ist der Fall, wenn wenig SARS-CoV-2-Erbgut in der Probe enthalten war.

„Wichtig für den ärztlichen Befund ist: Nur wenn die in jedem Testlauf mitgeführten Po­si­tiv- und Negativkontrollen korrekt verlaufen und es keine untypischen Kurvenverläufe gibt, wird der Test zu einer Befundung herangezogen“, erläutert die Fachgesellschaft.

Nur nach dieser technischen Validierung gehe das Ergebnis an den Laborarzt. Sei das Er­gebnis zweifelhaft, weil zum Beispiel nur ein Genabschnitt von zwei oder drei im Testsys­tem nachzuweisenden erfolgreich vervielfältigt wurde, dann werde der Test mit einem PCR-Test eines anderen Herstellers wiederholt oder es werde eine neue Probe des Pa­tienten angefordert.

„Erst wenn das Testergebnis technisch einwandfrei ist, wird es für den Befund herangezo­gen“, so die Fachgesellschaft. Beim dritten Schritt, der Beurteilung des Testergebnisses, stelle ein Laborarzt das technische Ergebnis schließlich in den klinischen Zusammen­hang. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag geschlossen.
Avatar #674615
Holger_7
am Freitag, 11. Dezember 2020, 12:28

Zwei Welten

Wenn man einen Test, der zur Differenzierung: "erkrankter Patient mit Symptomen hat genug Protein von SARS-CoV-2 im Nasopharynx ja oder nein" designt, ubiquitär und inflationär im Rahmen von Massentestungen einsetzt, dann ist damit zu rechnen, dass substantiell falsch positive Fälle herauskommen.
SARS-CoV-2 und die assoziierte Erkrankung COVID-19 gibt es trotzdem und sie nimmt aktuell zu. Als größtes Zentrum in Bayern mit aktuell 180 sauerstoffpflichtigen Fällen und 30 invasiv beatmeten können wir auch im Vergleich zu Influenza "Welle" 2017/2018 sagen: es sind mehr, sie sind kränker und sie sind jünger und es sterben mehr. Wir behandeln etwa 500 ARDS im Jahr. Dieses Jahr sind es doppelt so viele und das trotz eines perfekt organisierten Hausärztesystems, einer verbesserten Hygiene, Abstandsregeln, Isolation von vermeintlichen Risikogruppen und einer Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase. In Italien, England und Frankreich ohne vergleichbare ambulante Versorgung berichten mir Kollegen wieder von einer Triage bis 50 Jahre.
Wenn Sie also akademisch über PCR-test Validierungen und Sensitivitäts-Spezifizitätskriterien diskutieren, lassen Sie Annahmen, wie: "gäbe es das Virus überhaupt ohne Drosten überhaupt" weg. Das ist zynisch.
Avatar #13
blatt
am Freitag, 4. Dezember 2020, 12:43

Und

was heißt das jetzt? SARS-CoV-2 gibt es nicht und die beatmeten Patienten in den Kliniken haben kein COVID-19 sinnlose Diskussion
Avatar #851983
Frank Völkner
am Freitag, 4. Dezember 2020, 12:32

Zensur Froschkönig, echt jetzt?

Noch einmal hier der Kommentar zum Artikel https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/118870/PCR-Test-auf-SARS-CoV-2-zeigt-hohe-klinisch-diagnostische-Sensitivitaet-von-nahezu-100-Prozent#comment45656 , in Bezug auf die Kommentare von 'Staphylococcus rex' und 'CRInternist':

(Schnell noch einen Screenshot gemacht, falls die Medien sich für ein "Vorher" / "Nachher" interessieren.)

Ich möchte versuchen, dem argumentum ad hominem, in Verbindung mit Kontaktschuld, gegen Frau Kämmerer und mit ihr gleich alle anderen 21 Autoren des Review Papers mit Sachlichkeit zu begegnen.

Wir möchten schließlich nicht den Verdacht aufkommen lassen, dass das Tragen von "rex" (König) im Anmeldename ein Indiz für den Dunning-Kruger-Effekt sein könnte oder der Angriff auf Kämmerer, ohne sich mit ihrer und der anderen Autoren Position auseinanderzusetzen, so etwas wie Rufmord darstellen könnte (dieses Verhalten ist oft auf dem Kinderspielplatz zu beobachten: "Den da find ich einfach doof, und jeder, der mit ihm spielt, ist genauso doof.")

Wie steht es nun um die Klärung des Sachverhalts (als Lippenbekenntnis vernommen, konkreten Sachvortrag vermissend)? Was wirft man Drosten und seinem PCR-Test vor?

1. viel zu hohe Primer-Konzentration im Testprotokoll,
2. 6 unspezifizierte Positionen in den Primer-Sequenzen,
3. fehlende diagnostische Eignung zum Nachweis intakter, infektiöser Viren,
4. 10 Grad Temperaturunterschied für Tm eines Primer-Paars,
5. fehlende Spezifikation von Ct,
6. fehlende biomolekulare Validierung des Testprodukts,
7. fehlende Positiv- und Negativ-Kontrollen im Hinblick auf SARS-CoV-2 und andere Corona-Viren,
8. fehlende standard operational procedure (SOP) wegen vagem und fehlerhaftem Testdesign,
9. fehlender peer review des Papers,
10. Interessenkonflikt bei mindestens 4 Autoren des Papers.

Zum Thema "extremer Zeitdruck, bei einer derartigen Epidemie zählt jeder Tag": die "Epidemie" bestand zum Zeitpunkt der Entwicklung des Drosten-Tests aus 41 Patienten in China, das sind 0,0000028 % der Bevölkerung, mit keinen anderen Symptomen als Fieber und denen einer Lungenentzündung.

Jeder, der nicht zu den Corona-Leugnern gehört und nach sauberen wissenschaftlichen Standards urteilt, ist jedoch gezwungen, jedes einzelne Vorkommen eines SARS-CoV-2-Virus, das ausschließlich auf Basis dieses "Tests" behauptet wird, zu leugnen!
Avatar #587440
Froschkoenig
am Freitag, 4. Dezember 2020, 08:59

Echt jetzt ?

Also den Verriss der PCR hier zu verlinken, welcher unter dieser seltsamen URL "https://cormandrostenreview.com/report/" erschienen ist und nicht gleichzeitig daran zu zweifeln, lässt mich an Ihnen Zweifeln, dass sie hier in diesem Board mit Ihrer Auffassung der Dinge richtig aufgehoben sind. Eine Studie - egal mit welchem Ergebnis - die einer eigenen URL Bedarf um "publiziert" zu werden genießt nicht unbedingt mein vertrauen als Wissenschaftler. Und wenn man sich die Zeitverschwendung antut, sie wirklich zu lesen, so sind genug Fehler drin, unbelegte Gegenbehautungen oder schlicht den Bereich der Wissenschaft verlassende Verschwörungstheorien, die in einer simplen CrossCheck Studie nix verloren hätten. die ganze URL können sie von mir aus löschen, das ist aktuell nicht hilfreich.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 23:26

Oh Herr, lass Hirn regnen

Dieser Ausspruch von Dr. Schätzler ist sicher nicht die feine englische Art und definitiv nicht geeignet, die Wogen zu glätten. In der Sache muss ich ihm aber Recht geben. Wenn all die Wutbürger hier im Forum die Fähigkeit zum verstehenden Lesen hätten, dann wäre ihnen z.B. aufgefallen, dass die Überschrift des Artikels sich zwar auf die Sensitivität bezieht, aber die letzten Absätze im Artikel sich auf die Schritte der technischen und ärztlichen Validierung beziehen, und diese haben mindestens genauso viel mit der Spezifität zu tun.

Spannend finde ich den aktuellen Versuch einer Rufmordkampagne gegen Prof. Drosten:
https://cormandrostenreview.com
Was wirft man ihm dort vor? Er hat in Rekordzeit ein funktionsfähiges Protokoll zur Diagnostik von Sars-CoV-2 geliefert. Die wichtigste Pointe haben die Autoren dieser Rufmordkampagne allerdings übersehen. Das Protokoll von Drosten war nie als Dauerlösung gedacht, sondern als Brückentechnologie, um schnell mit hinreichender Genauigkeit das Virus nachweisen zu können. Das Protokoll musste spezifisch genug sein, bekannte Coronaviren beim Menschen und nah verwandte tierische Verwandte auszuschließen und gleichzeitig in der Lage sein bei noch unbekannten Sequenzvarianten dieses Erregers positive Ergebnisse zu liefern. Und dies unter extremem Zeitdruck, bei einer derartigen Epidemie zählt jeder Tag. In einer derartigen Situation sind die Anforderungen an das Primerdesign andere als für diagnostische Standard-PCR’s.

Form folgt Funktion, das sieht man beim Primerdesign für eine Brückentechnologie. Das sieht man aber auch in der Struktur dieser Rufmordkampagne. Wenn es um die Sache gehen würde, könnte man dies in vertraulichen Gesprächen klären. Hier ist die maximale Öffentlichkeit das Ziel, nicht die Klärung eines Sachverhalts. Ich schäme mich dafür, dass ehemalige Wissenschaftler sich für diese Rufmordkampagne hergeben. Wie bereits mein Vorredner sagte, Frau Prof. Kämmerer hat schon lange nichts mehr mit Virologie zu tun. Sie ist zwar lt. Google-Recherche an der Uni Würzburg gelistet, aber als apl. Prof. an der Frauenklinik und hat sich dort mit ketogener Ernährung und mit Krebs beschäftigt. Wenn man pubmed glauben darf, stammte die neueste virologische Publikation mit ihrem Namen von 1998. Das macht sie natürlich zur absoluten Expertin für Coronaviren:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9457433/

Auch wenn ich die Umgangsformen von Dr. Schätzler nicht gutheiße, ich habe vollstes Verständnis für seine Frustration. Was hier als geballter Dunning-Kruger Effekt von Coronaleugnern dargeboten wird, sprengt bei weiten die Möglichkeiten der ärztlichen Kollegen in diesem Forum sich sachlich damit auseinanderzusetzen.
Avatar #787253
CRInternist
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 18:50

Kritk an Studie - Autorenliste überprüfen

@warrwirr
Bezüglich der Kritik an der Studien von Corman/Drosten auf Eurosurveillance lohnt es sich die Autorenliste zu überprüfen, wenn man z.B. nur Prof. Ulrike Kämmerer überprüft:
eine kurze Google Suche ergibt, dass sie auf Anti Corona Demos mit Verschwörungstheoretikern unterwegs ist, mit Wolfang Wodrag zusammenarbeitet und u.a. Bücher zu ketogener Ernährung bei Krebs verfasst hat.
Avatar #759674
planetzero3@live.de
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 16:25

Halbwahr ist manipulativer als fake news

@ dr.med.thomas.g.schaetzler

Subtiler Sarkasmus oder ein Fall von Dunning Kruger-Effekt?

Die reißerische Meldung über die (nie ernsthaft bezweifelte) hohe Testsensitivität bei wohlweislicher Nichterwähnung der anderen essentiellen Qualitätsparameter eines Tests (u.a. Spezifität und Reliabilität unter Alltagsbedingungen) hat mit seriöser Berichterstattung wenig und mit Spinning sehr viel zu tun, denn v.a. Probleme mit Spezifität und Reliabilität unter Alltagsbedingungen machen die SARS-covx PCR-Massentestungen nicht nur wertlos, sondern hochgradig kontraproduktiv.
Über das Kuriosum, dass im Falle COVID 19+ der WHO als Fall definierendes Kriterium ein einziger (nicht zu bestätigender) PCR-Test reicht, die im Review (!) der Corman/Drosten et al. -Studie aufgeführten massiven methodischen Mängel des Tests sowie die burlesken Vorkomnisse bei der deutschen gesundheitsamtlichen "Kontaktverfolgung" möchte ich an dieser Stelle genervt, mitunter erheitert, immer aber desillusioniert schweigen.

Corman/Drosten- Studie
https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.3.2000045

Review der Corman/Drosten-Studie:
https://cormandrostenreview.com/report/

Beste Grüße,
"Some day we will all die Snoopy!" "True but on all the other days we will not."


Avatar #13
blatt
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 07:58

Doch, das Coronavirus wurde isoliert und PCR-Tests sind validiert

Doch, das Coronavirus wurde isoliert und PCR-Tests sind validiert
Das Coronavirus sei „noch nirgends isoliert“ und die Tests für den Nachweis nicht validiert worden, wird auf Facebook behauptet. Das stimmt nicht.

Denn PCR-Tests sind validiert. Eine Übersicht von knapp 1.000 SARS-CoV-2-Tests ist auf der Webseite der Foundation for Innovative New Diagnostics verfügbar.
https://www.finddx.org/covid-19/pipeline/

Zum Nachlesen
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7036342/
https://www.utoronto.ca/news/u-t-and-mcmaster-researchers-sunnybrook-hospital-isolate-virus-behind-covid-19
https://www.uniklinik-duesseldorf.de/forschung-lehre/coronavirus-forschung/forschungsprojekte/isolierung-des-sars-coronavirus-typ-2
Avatar #851986
Datatoddle
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 06:49

Ein normal-sterblicher Laie von 70+ ....

..... möchte hier gerne auch seine Meinung kundtun.
Während die Fachleute der Nation das Hirn bezüglich der PCR-Testung durcheinander wirbeln (siehe auch hier in der Kommentaren), schaue ich täglich einfach nur auf zwei Zahlen, die mir das DIVI liefern. Die Anzahl der Intensivbehandelten und die davon Beatmeten. Das sind Kranke, die von Ärzten diagnostiziert wurden und an der Entwicklung - als Kurve dargestellt - schätze ich die Lage ein.
Avatar #851983
Frank Völkner
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 06:27

"Oh, Herr, lass Hirn regnen!" Wie treffend.

Sehr geehrter Herr Dr. Schätzler,

um Ihrer eigenen - wie Sie es ausdrücken - "Verblendung, Unwissen und Demagogie" entgegenzuwirken, gestatten Sie mir bitte, zu Ihrer Erhellung beizutragen.

Ein positives Testresultat eines SARS-CoV-2-PCR-Tests ist, selbst bei 100-%-iger Sensitivität, anders als von Ihnen herbei-"konfabuliert", bei weitem nicht "extrem zuverlässig".

Im Gegenteil: wie von anderen Kommentatoren korrekt bemerkt, ist zur Beurteilung der Güte eines positiven Testresultats neben der Sensitivität die Spezifität unverzichtbar. Die Sensitivität sagt, wie Sie korrekt bemerken, nur aus, wieviele von den Echt-Positiven (und reden Sie bitte nicht in sich selbst diskreditierender Weise von "Erkrankten") "erwischt" werden. Sie lässt jedoch die Falsch-Positiven außer Acht, die nur durch die Spezifität berücksichtigt werden können.

Wie versprochen, zu Ihrer Erhellung:

Die Aussagekraft eines positiven Testresultats wird durch den positiven Vorhersagewert (positive predictive value, PPV) bestimmt, definiert als Quotient aus Echt-Positiven und der Summe aus Echt-Positiven und Falsch-Positiven.

Bei niedriger Prävalenz in der Bevölkerung ist der PPV, selbst bei 100%-iger Sensitivität und hoher, aber nicht 100%-iger, Spezifität, (für manche überraschend) sehr gering.

Z.B. ergibt sich für den PPV bei einer Prävalenz von 1,35 % ( https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Projekte_RKI/SeBluCo_Zwischenbericht.html ), einer Sensitivität von (wohlwollenden) 100 % und einer Spezifität von 98,5 % ( https://www.aerzteblatt.de/archiv/214890/PCR-Tests-auf-SARS-CoV-2-Hohe-Sensitivitaet : "97 - 100 %" ) ein Wert von enttäuschenden 47,71 %.

Das bedeutet: mindestens die Hälfte der positiven Testresultate ist falsch!

Das Fazit aus https://www.g-f-v.org/node/1387 ist damit widerlegt: "Die vom RKI gemeldeten Daten zum Infektionsgeschehen [Anm.: reine positive Testresultate] spiegeln somit medizinische Befunde [Anm.: die schon gar nicht] und keine rohen Testergebnisse wieder, so dass von einer sehr hohen Zuverlässigkeit der Analysemethode auszugehen ist."

Dies sind nur allgemeine methodologische Betrachtungen. Der 'Review report Corman-Drosten et al. Eurosurveillance 2020' ist damit noch gar nicht angeschnitten.

Ich hoffe, es hat Hirn geregnet und schließe mich der Meinung des geschätzten Co-Kommentators Schanzer vollumfänglich an: "Die Kommentarfunktion des Ärzteblattes verkommt ansonsten zunehmend zu einem für den Berufsstand unwürdigen Sprachrohr der Quacksalberei."

MfG
Avatar #105660
Schanzer
am Donnerstag, 3. Dezember 2020, 00:24

Danke Kollege Schätzler

Danke Herr Kollege Schätzler für Ihren kontinuierlichen Einsatz um gegen die verblendeten Quertreiber und Wirrdenker standzuhalten.
Die Kommentarfunktion des Ärzteblattes verkommt ansonsten zunehmend zu einem für den Berufsstand unwürdigen Sprachrohr der Quacksalberei.
Avatar #851805
A. Schäfer-Gorgs
am Dienstag, 1. Dezember 2020, 16:50

Sensitivität vs. Spezifität - Eine Unterscheidung, die in Wahrheit jeder Kritiker der nicht-standardisierten Testpraxis bereits voraussetzt!

Herr Dr. Schaetzler, Sie verkennen die Argumentationszusammenhänge meines Ermessens grundlegend! Denn gerade diese Unterscheidung von Sensitivität und Spezifität (die Sie hier erklären, als wären sie den kritischen Experten unbekannt) setzen Kritiker wie Befürworter eben gleichermaßen voraus!
Der Dissens liegt also in Wahrheit an einer ganz anderen Stelle: Wer mit einer hohen Sensitivität für einen Test und dessen Zuverlässigkeit werben will, ohne dabei explizit auch auf die Spezifität einzugehen, leitet (nolens volens) in die Irre. Eine hohe Sensitivität ist für sich genommen nämlich, was die Frage nach der Testqualität anbelangt, völlig aussagelos. Ein seriöser Wissenschaftler behandelt die beiden Fragen nach Sensitivität und Spezifität stets im Zusammenhang, da bei einem guten Test das Produkt aus beiden Zahlen möglichst nahe bei 100% liegen sollte.
Kurz: Testqualität bzw. Zuverlässigkeit = Sensitivität X Spezifität
Das Problem besteht nun (wie Sie sicher wissen) darin, dass mit einer Erhöhung der Sensitivität in der Regel eine Verminderung der Spezifität einhergeht und umgekehrt mit einer Erhöhung der Spezifität eine Verminderung der Sensitivität. Wer auf die für jeden Kritiker mit nur geringer Fachkenntnis selbstverständliche Notwendigkeit der Unterscheidung von Sensitivität und Spezifität hinweist, sollte wohl auch dieses wissenschaftliche Grunddilemma nicht unerwähnt lassen.
Die Kritiker gehen hier also vollkommen zu recht auf die Spezifität ein, da der Artikel in irreführender Weise das Thema der Sensitivität aus dem bedeutungsverleihenden Zusammenhang zu reißen scheint. Die Aussage der Kritiker ist also die: Gerade wenn der Test so hochsensitiv ist, wie behauptet wird, bestätigt das nur die von uns festgestellte Gefahr der minderen Spezifität und der damit einhergehenden niedrigen Testqualität mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für falsch-positive Ergebnisse.
Doch selbst dabei ist über die Aussagekraft eines positiven Ergebnisses und über das begründbare Recht zur Annahme von Kausalzusammenhängen bei festgestellten Korrelationen noch überhaupt nichts gesagt! Auch sollte die Zuverlässigkeit eines bestimmten Testverfahrens nicht mit der Zuverlässigkeit einer Testpraxis verwechselt werden, die auf einem nicht-standradisierten Verfahren basiert. Mag ja sein, dass ein bestimmtes Verfahren zuverlässig ist. Aber das interessiert im Grunde niemand, da an dieser Stelle der Debatte (!) noch gar nicht die Zuverlässigkeit eines bestimmten Verfahrens kritisiert wird, sondern die Intransparenz und mögliche Unzuverlässigkeit einer nicht-standardisierten Testpraxis. Wer hier immer wieder auf eine bestimmte Mustertestpraxis und einen bestimmtes Mustertest zu sprechen kommt, lenkt nur vom eigentlichen Kritikpunkt ab, solange diese Musterpraxis und dieser Mustertest nicht zum Standard erhoben wird. - Erst wenn dies der Fall ist, kann man sich weitergehenden fachlichen Fragen zuwenden. Nicht zufällig weisen Fachexperten wie etwa Prof. Bhakdi immer wieder auf das Evidenzfiasko hin, das sich aus der vollkommen unwissenschaftlichen Verweigerung gegenüber einer Standardisierung der Testpraxis ergibt.
Avatar #851635
warrwirr
am Dienstag, 1. Dezember 2020, 16:33

@dr.schaetzler

Könnte es ein, dass Sie bei der Autorenschaft von https://cormandrostenreview.com/report/ etwas velwechsert haben? Oder habe ich Ihre feine Ironie nicht verstanden?
Avatar #831974
BB-DD
am Dienstag, 1. Dezember 2020, 14:10

@ Herrn Dr. Schaetzler

Im Artikel oben zu lesen: "Nur nach dieser technischen Validierung gehe das Ergebnis an den Laborarzt. Sei das Er­gebnis zweifelhaft, weil zum Beispiel nur ein Genabschnitt von zwei oder drei im Testsys­tem nachzuweisenden erfolgreich vervielfältigt wurde, dann werde der Test mit einem PCR-Test eines anderen Herstellers wiederholt oder es werde eine neue Probe des Pa­tienten angefordert."
Dort geht es sicher auch darum, die Spezifität des Tests zu gewährleisten, oder?
Und des Weiteren: Wie kann die "klinisch-diagnos­tische Sensitivität" bewertet werden, wenn nicht einmal der Versuch gemacht wird, einzuordnen, ob die im Labor ankommenden Proben, die dann - von der Labortür ab - durch laborinterne Validierung bestätigt, sehr sensitiv getestet werden, sich in dem Zustand befinden, wie sie dem Patienten entnommen wurden? Das ist doch ein Widerspruch in sich, oder sehen Sie das anders? Natürlich impliziert das Auffinden selbst von Spuren des Virusgenoms eine hohe Sensitivität, nur bewerten Sie durch Ignorieren des Entnahmeprozesses und des Transportes in der Validierung evtl. auch eigentlich falsch positive Proben (durch Kontamination auf dem Weg positiv geworden) als richtig positive, erhöhen somit die ermittelte Sensitivität und bekommen gar nicht mit, dass die Spezifität insgesamt eigentlich miserabel ist. Bitte denken Sie mal anhand Ihrer Formeln darüber nach. Dass diese Gütewerte dann nicht mehr die des PCR-Tests im Labor an sich sind, ist richtig, nur für den diagnostischen Zweck doch nicht relevant. Und natürlich wird auch der Zustand des Patienten bei der Bewertung herangezogen. Ich bin kein Mediziner - nur können Sie denn eine Pneumonie durch Influenza von einer durch Covid-19 sicher unterscheiden, oder nehmen Sie sich dann den Laborbefund her und sagen, es ist Covid-19, wenn das Ergebnis positiv ausfällt. Wird auch ein zusätzlicher Test auf Influenza oder andere Viren gemacht? So etwas lese ich zwar in den Wochenberichten der AG Influenza für Proben, die am Nationalen Referenzzentrum untersucht werden. Ich habe aber meine Zweifel, dass das in aller Regel so passiert.
Ich für meinen Teil unterstelle Ihnen keine bösen Absichten und danke wie immer für die Diskussion.
Beste Grüße. BB
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 1. Dezember 2020, 11:54

Oh Herr, lass Hirn regnen!

Die Sensitivität (engl. sensitivity) eines diagnostischen Testverfahrens gibt an, bei welchem Prozentsatz erkrankter Patienten die jeweilige Krankheit durch die Anwendung des Tests tatsächlich erkannt wird, d.h. ein positives Testresultat auftritt. Sie wird definiert als der Quotient aus richtig positiven Testergebnissen und der Summe aus richtig positiven und falsch negativen Testergebnissen.
Nur und ausschließlich davon ist in der Publikation der Gesellschaft für Virologie (GfV) die Rede. Sie hat auf die hohe Zuverlässigkeit des PCR-Tests (Polymerase Chain Reaction) in der Diagnostik von SARS-CoV-2 hingewiesen. Die Sensitivität des Verfahrens liegt danach bei nahezu 100 Prozent.

Die Spezifität (engl. specifity) diagnostischer Testverfahren gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, im Test auch als gesund erkannt werden. Sie wird definiert als der Quotient aus richtig negativen Testergebnissen und der Summe aus falsch positiven und richtig negativen Testergebnissen – also allen Testergebnissen, denen tatsächlich keine Erkrankung zugrunde lag.

Die hier versammelten Kommentatoren haben diese allgemeinmedizinisch-biostatischen und infektionsepidemiologischen Basics noch nicht begriffen.

Stattdessen konfabulieren Sie von
- "Sensitivität und Spezifität unter Laborbedingungen"
- "Artikel hat ein unglaubliches Timing"
- "aber nur aufgrund der Sensitivität nahe 100% gleiche eine 'hohe Zuverlässigkeit' zu postulieren, ist unseriös".

Den drei Kommentatoren unterstelle ich Verblendung, Unwissen und Demagogie. Wenn Sie etwas Besseres anzumelden haben, als eine extrem zuverlässige PCR-Diagnostik, die sogar zuletzt in einer hervorragend selbstkritischen und fehleranalytischen Veröffentlichung von C. Drosten et al. dargestellt wurde
https://cormandrostenreview.com/report/
mögen Sie das selbstverständlich vortragen.

Ansonsten sollten Sie je nach Weiterentwicklung Ihrer bio-psycho-sozialen Intelligenz für immer schweigen: Si tacuisses, philosophus mansisses
[wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben (bezogen darauf, dass jemand seinen Ruf, besondere [wissenschaftliche] Fähigkeiten zu haben, durch eine bloßstellende Äußerung selbst zerstört)]

Zur PCR-Labordiagnostik gehört auch immer der/die Patient/in und seine mehr oder weniger ausgeprägte klinische Symptomatik von Asymptomatik (stille Feiung, Kreuzimmunität mit den 4 harmlosen CORONA-Varianten, T-Zell-Immunität mit primärer und sekundärer Resistenz) über obere/untere Atemwegsinfektionen, Thromboembolien, Pneumonie, Pleuritis, Myokarditis, Endokarditis, ZNS-Symptomatik bis zur Intensivpflichtigkeit, Beatmung, Restabilisierung oder Exitus letalis.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #831974
BB-DD
am Dienstag, 1. Dezember 2020, 10:52

Bekundungen

... dieser Art zur Sensitivität und Spezifität unter Laborbedingungen weisen die Zuverlässigkeit und Aussagekraft unter Alltagsbedingungen nicht nach, weil die Probe, die im Labor ankommt, grundsätzlich eine Vorgeschichte hat, die außerhalb dieses Validierungssystems liegt. Solange keine Referenzproben verwendet werden, die den gleichen Weg haben und den gleichen Verarbeitungsbedingungen unterliegen wie die Patientenproben, beinhaltet diese Validierung nur einen Teil der Prozesskette, nämlich den reinen technischen Analyse-Prozess im Labor. Wie soll man damit von der Aussagekraft zum Genomnachweis aus Patientenproben im alltäglichen Testaufkommen überzeugen? Wenn dann noch Freiheitsbeschränkungen für alle Kontaktpersonen aus einem positiven Befund begründet werden, ist das nicht nur fahrlässig, sondern vorsätzlich illegitim. Zudem bedingt die Verfahrensweise wahrscheinlich eine dramatische Fehleinschätzung zur Verbreitung des Virus, der Gefährlichkeit der Krankheit und evtl. auch zum Symptomspektrum. Es gibt nur eine Möglichkeit, die Validierung der Tests unter Alltagsbedingungen zumindest annähernd verlässlich vorzunehmen, wobei ich nicht verstehen kann, warum es seit 9 Monaten nicht möglich ist, das so zu tun: Standardproben werden am Ort der Abstrichentnahme (Testzentrum, Arztpraxen) in statistisch geeignetem Umfang (5% positiv, 5% negativ entsprechend Testaufkommen) auf gleiche Weise wie Patientenproben, nur eben aus einem Probenröhrchen statt aus dem Rachen, mit dem Tupfer entnommen und gemeinsam mit den Patientenproben ans Labor geschickt. Hier kommen dann vielleicht sogar, je nach Entnahmeorten unterschiedliche Gütewerte heraus.
Das Problem ist doch grundsätzlich, dass solche Tests zwar Standard sind, aber eben für die klinische Diagnose gedacht, und auch nur in diesem Umfeld haben sie sich bewährt. Dort spielt es auch kaum eine Rolle, ob die Sensitivität bei 99.5% oder 99.6 % liegt oder die Spezifität bei 99.5% oder 99.9%. Dort geht es hauptsächlich um die bestmögliche Behandlung von Patienten gemäß ihres Krankheitsbefundes oder die bestmögliche Isolierung im Krankenhaus, was auch dann recht verlässlich gegeben ist. Für die Feststellung von Infektionen und folgenden Freiheitsbeschränkungen für Millionen von Menschen sind sie grundsätzlich und aus Prinzip nicht geeignet - abgesehen von anderen diskussionswürdigen Aspekten, ob das überhaupt aufgrund der Krankheit so gehandhabt werden muss - mindestens solange es keinen belastbaren Nachweis dafür gibt, dass sie unter realen Bedingungen! auch tatsächlich verlässlich das Richtige messen können. Zudem bestehen erhebliche Zweifel, ob bei 1.5 Mio. Proben pro Woche, die im Artikel erläuterte "Standard-Verfahrensweise" mit Dual-Target etc. auch tatsächlich angewendet wird. Mehrfachentnahmen von Probenmaterial aufgrund zweifelhafter Ergebnisse, wie beschrieben, gibt es ja wohl recht selten, wenn man die wöchentlichen Zahlen der positiv bewerteten Proben mit denen der positiven Befunde vergleicht. Das hat in letzter Zeit sogar abgenommen! Wir haben aktuell praktisch ein 1:1-Verhältnis. Das hört sich nicht plausibel an! Es gibt hinreichend viele Berichte über falsch positive Befunde und auch darüber, dass das Standardverfahren nicht so eingehalten werden kann wie beschrieben. Wenn ganze Probenserien falsch sein können und erst eine Klinik als Auftraggeber die Plausibilität in Frage stellt, dann läuft im Labor oder auch an etlichen Stellen zuvor etwas schief - und das hat nichts mit den technischen Spezifikationen des PCR-Verfahrens zu tun. Ein riesiges Problem ergibt sich doch, wenn solche Fehler unentdeckt bleiben und als korrekt angenommen werden. Dann werden nicht nur Menschen, selbst formal, grundlos in den Hausarrest geschickt, sondern wir schaffen uns eine Scheinprävalenz für die Krankheit, auf deren Basis dann wieder Probenbefunde bewertet werden - eine Autokatalyse für positive Covid-19-Befunde. Es müssen doch an der Verbreitung des Coronavirus mittlerweile erhebliche Zweifel bestehen, wenn aktuell zwei Drittel aller stationär behandelten Atemwegserkrankungen dieser Krankheit zugeschrieben werden, wobei die Gesamtzahl an hospitalisierten Patienten mit Atemwegserkrankungen recht vergleichbar mit den Vorjahren ist. Haben wir keine anderen Erreger mehr, ist dieses Coronavirus schon seit Jahren bei uns unterwegs oder finden wir nur testbedingt überall Corona und sind zufrieden, dass wir endlich die Vielzahl schwerer Atemwegserkrankungen mit bisher ungeklärtem Erreger einem Virus zurechnen können?
Avatar #842823
msch72
am Dienstag, 1. Dezember 2020, 09:49

Lobeshymne kurz nach dem wissenschaftlichen Verriss...

Ihr Artikel hat ein unglaubliches Timing, denn am 27. November wurde ein wissenschaftliches Paper mit dem Titel "Review report Corman-Drosten et al. Eurosurveillance 2020" veröffentlicht, welches 10 gravierende Mängel und Unzulänglichkeiten des PCR-Tests detailliert beschreibt. Es ist geradezu ein Verriss, gekrönt dadurch, dass Herr Drosten und ein weiterer Autor gleichzeitig im editorial board der Fachzeitschrift sitzen, die den Test veröffentlicht hat. Zusammen mit dem Review werden die Herausgeber aufgefordert, die Veröffentlichung von Drosten et.al. zurückzunehmen.
Die zahlreichen Fehler sogen für eine miserable Vergleichbarkeit von Ergebnissen und sie sind dazu geeignet, zahlreiche falsch-positive Ergebnisse zu provozieren. Mit anderen Worten: die Grundlage der Pandemie und all der zerstörerischen Maßnahmen grenzt an Wissenschaftsbetrug, welcher in diesem Fall zahllose Tote fordert - Tote duch Hunger, Tote duch Nicht-Behandlung, Tote durch Selbstmorde...
Hier der Link zu der Veröffentlichung: https://cormandrostenreview.com/report/
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docfsa
am Montag, 30. November 2020, 19:44

zur "Zuverlässigkeit" eines Tests gehört nicht nur die Sensitivität!

Es ist zwar erfreulich zu lesen, daß die PCR-Tests eine hohe Sensitivität haben (das war aber eigentlich auch nicht anders zu erwarten) - aber nur aufgrund der Sensitivität nahe 100% gleiche eine "hohe Zuverlässigkeit" zu postulieren, ist unseriös und zeugt weder von gutem Wissen über Statistik oder Testverfahren, noch von good clinical practice.
Zur Beurteilung eines binären Klassifikators gehört zwingend immer auch die Spezifität, vor allem um gerade dann, wenn man in eine Population mit geringer Prävalenz testet (was man ja nun schon das ganze Jahr 2020 über mit den weitgehend anlasslosen Tests asymptomatischer z.B. Reiserückkehrer und nun auch jedem Seniorenheimbesucher oder auch freiwilligen Massentests macht).
Denn je geringer die Prävalenz ist der getesteten Population ist, desto mehr fallen bereits bei eine Spezifität zwischen 95%-99% die falsch-positiven Testergebnisse ins Gewicht. Nur mal als Beispiel: bei einer Prävalenz von 4% und einer Spezifität von 97% liegt die Falsch-Positiven-Rate bei 42,1%. Ist die Prävalenz niedriger, also z.B. 3% liegt die Falsch-Positiven-Rate bei 49,5%, d.h. man bekommt fast gleich viele falsch-positive Ergebnisse wie richtig-positive. Die Prävalenz für das SARS-CoV2 in der Gesamtbevölkerung dürfte derzeit bei ca. 3% liegen.
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