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USA: Coronaberater von Trump reicht Rücktritt ein

Dienstag, 1. Dezember 2020

Scott Atlas/ picture alliance, Gripas Yuri

Washington – Der umstrittene Coronaberater des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der Radio­loge Scott Atlas, hat seinen Rücktritt eingereicht. In einem Schreiben an Trump, das Atlas gestern Abend auf Twitter veröffentlichte, schrieb er: „Ich habe hart gearbeitet und mich auf eins konzentriert – Leben zu retten und den Amerikanern helfen, durch diese Pandemie zu kommen.“

Der Radiologe arbeitete seit August für die US-Regierung. Nach übereinstimmenden Medienberichten wäre sein Vertrag nach 130 Tagen diese Woche ohnehin ausgelaufen. Seine Rücktrittserklärung nutze er nun, um sich gegen Kritik zu verteidigen. Er habe sich stets auf die jüngsten wissenschaftlichen Erkennt­nisse gestützt und dies „ohne jegliche politische Abwägung oder Einflussnahme“ getan.

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Atlas hat sich gegen strenge Eindämmungsmaßnahmen ausgesprochen und zweifelt die Nützlichkeit von Masken an. Damit zog er insbesondere Kritik von einem anderen Mitglied der Coronaarbeitsgruppe im Weißen Haus auf sich: Der prominente Immunologe Anthony Fauci hat sich öffentlich nicht einverstan­den mit Atlas' Standpunkten gezeigt.

Mitte November hatte Atlas nach der Verschärfung von Coronaauflagen in Bundesstaaten wie Michigan auf Twitter geschrieben: „Das endet nur, wenn die Menschen sich erheben.“

Der Tweet war auch vor allem deshalb brisant, weil nur wenige Wochen zuvor eine Gruppe Verdächtiger festgenommen wurde, die Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer nach Erkenntnissen von Ermittlern wegen vorheriger Coronamaßnahmen entführen und eventuell auch töten wollte. Atlas schrieb später, er wolle nicht zu Gewalt aufrufen.

Der Radiologe schrieb in seiner Rücktrittserklärung, er wünsche dem „neuen Team“ nur das Beste – und meinte damit offenbar das des gewählten Präsidenten Joe Biden. Trump erkennt dessen Wahlsieg noch immer nicht an. Biden hat den Kampf gegen die Pandemie zur Priorität erklärt. Seine Amtseinführung ist für den 20. Januar geplant. © dpa/aerzteblatt.de

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