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Personalmangel größtes Hindernis für die Pflege in der Coronapandemie

Mittwoch, 2. Dezember 2020

/Tamara, stock.adobe.com

Berlin – Pflegekräfte empfinden den Personalmangel als größtes Hindernis bei der Bewältigung der Co­ronapandemie. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer heute veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Diakonie und Midi, der Zukunftswerkstatt von Diakonie und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), unter Diakonie-Mitarbeitenden in der Altenhilfe.

Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass der durch COVID-19 bedingte Personalausfall nur durch Mehr­arbeit und eine Umverteilung von Personal innerhalb ihrer Einrichtung kompensiert werden kann.

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Die Arbeitsbedingungen hätten sich in der SARS-CoV-2-Pandemie weiter verschlechtert, beklagte Dia­ko­nie-Präsident Ulrich Lilie. „Die Menschen sind müde, zum Teil richtig sauer“, viele fühlten sich überfor­dert. Lilie forderte verstärkte Anstrengungen bei der Testung von Pflegebedürftigen und Pflegepersonal.

Es brauche eine Pflegereform, gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Personalschlüssel, so Lilie. Das Anwerben von Pflegekräften im Ausland sei ein Element, aber keine Lösung des Problems. Rund zwei Drittel der Befragten fordern strukturelle Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Bezahlung.

Die Pandemie wird demnach von 85 Prozent der Beschäftigten in den Einrichtungen der Altenhilfe als große Belastung empfunden. Dabei treibt die Mitarbeitenden vor allem die Sorge um, sie könnten die ihnen anvertrauten Menschen, Familie oder Freunde anstecken.

Im Frühjahr war der Mangel an Schutzausrüstung das größte Problem. Ein Viertel der Befragten gab an, dass Kollegen mit COVID-19 infiziert waren. 70 Prozent zufolge mussten Kollegen in ihrer Einrichtung wegen eines Coronaverdachts in Quarantäne, was die Personallage zusätzlich erschwerte.

Kontaktreduzierungen und Besuchsbeschränkungen waren aus Sicht der weiten Mehrheit der Befragten zu Beginn der Pandemie wegen des Mangels an Schutzausrüstung die einzig Möglichkeit, trotz aller Widrigkeiten, Bewohner zu schützen.

Der Alltag der Pflegenden und der Bewohner seit Ausbruch der Pandemie wird als „Schicksalsgemein­schaft“ wahrgenommen. So gaben 63 Prozent der Befragten an, dass der Austausch untereinander inten­siver war als vor der Pandemie, obgleich weniger Zeit zur Verfügung stand.

61 Prozent der Mitarbeitenden gaben an, dass ihre Familie durch ihre berufliche Tätigkeit Nachteile in Kauf nehmen musste. Zugleich war für die weite Mehrheit der Austausch mit der Familie und dem Partner eine große Stütze in dieser Zeit.

An der Erhebung nahmen den Angaben zufolge 1.735 Mitarbeiter in stationären, teilstationären Ein­rich­tungen, ambulanten Diensten und Hospizen der Diakonie bundesweit im Zeitraum vom 2. bis 30. Okto­ber teil. 60 Prozent der Befragten lassen sich dem stationären Bereich der Altenhilfe, 28 Prozent den ambulanten Diensten, sieben Prozent dem teilstationären Bereich und fünf Prozent den Hospizen zuord­nen. © kna/aerzteblatt.de

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