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Jugendliche später sexuell aktiv

Donnerstag, 3. Dezember 2020

/nenetus, stock.adobe.com

Köln – Jugendliche sind später sexuell aktiv, das Kondom ist beim „ersten Mal“ das Verhütungsmittel Nummer eins, während die Nutzung der Pille rückläufig ist. Dies zeigen die ersten Ergebnisse der neun­ten Welle der Studie „Jugendsexualität“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die heute veröffentlicht wurden.

„Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht. Im Gegenteil: Im Alter zwischen 14 und 16 Jahren geben deutlich weniger Mädchen und Jungen an, sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben als noch vor zehn Jahren“, erläuterte Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA.

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Während sexuelle Aktivitäten unter den 14-Jährigen mit durchschnittlich vier Prozent noch die Ausnah­me sind, hat im Alter von 17 Jahren mehr als die Hälfte Geschlechtsverkehrerfahrung. Junge Frauen deutscher Herkunft haben im Alter von 17 Jahren im Durchschnitt zu knapp 70 Prozent das „erste Mal“ erlebt. Bei den gleichaltrigen Frauen mit ausländischen Wurzeln sind es 37 Prozent. Unter den 17-jähri­gen Jungen sind es 64 beziehungsweise 59 Prozent.

Das Kondom ist bei Jugendlichen mit deutlichem Abstand das Verhütungsmittel Nummer eins beim „ersten Mal“. 77 Prozent der 14- bis 17-Jährigen geben dies an. Die Pille wird von 30 Prozent nach wie vor beim ersten Geschlechtsverkehr verwendet, jedoch ist die Nutzung im Vergleich zu vor fünf Jahren rückläufig. 2014 haben noch 45 Prozent die Pille beim „ersten Mal“ verwendet.

Als mögliche Ursache für den Rückgang der Pillennutzung kommt laut BZgA in Betracht, dass Mädchen bei der aktuellen Befragung die Gesundheitsverträglichkeit der Pille deutlich schlechter beurteilen als vor fünf Jahren.

Sichere Verhütung: Auch eine Frage der Bildung

86 Prozent der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren verhüten sicher beim „ersten Mal“. Neun Prozent verhüten gar nicht, weitere vier Prozent mit einer unsicheren Methode.

Die Daten der Jugendsexualitätsstudie belegen auch, dass fast jeder fünfte Jugendliche mit niedriger Bildung beim „ersten Mal“ gar nicht oder unsicher verhütet. Mit zunehmender sexueller Erfahrung ver­bessert sich das Verhütungsverhalten: Beim letzten Geschlechtsverkehr verhüteten 5 Prozent der Ju­gendlichen gar nicht.

„Das Elternhaus spielt bei der Sexualaufklärung eine wichtige Rolle. Eltern sind für ihre Kinder nach wie vor wichtige Vertrauenspersonen und zentrale Beratungsinstanz auch in Fragen rund um Sexualität und Verhütung“, betonte Thaiss.

Je nach Herkunft sind Eltern aber in einem unterschiedlichen Ausmaß Bezugspersonen für sexuelle Fragen: Aktuell geben 70 Prozent der Mädchen deutscher Herkunft an, dass die Mutter eine wichtige Ansprechperson für sexuelle Fragen ist, bei Mädchen mit Migrationshintergrund sind es dagegen nur 43 Prozent.

Bei Jungen verhält es sich ähnlich: 45 Prozent der Jungen ohne Migrationshintergrund geben den Vater beziehungsweise 37 Prozent die Mutter als wichtige Ansprechperson der Sexualaufklärung an. Bei Jun­gen mit Migrationshintergrund trifft dies auf 27 beziehungsweise 17 Prozent zu.

Für die BZgA-Repräsentativstudie „Jugendsexualität 9. Welle. Repräsentative Wiederholungsbefragung. Die Perspektive der 14- bis 25-Jährigen“ wurden im Zeitraum Frühsommer bis Herbst 2019 bundesweit 6.032 Interviews geführt, 3.556 davon mit Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sowie deren Eltern und 2.476 davon mit jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die Befragung knüpft an die Vorläuferstudien der BZgA zur Jugendsexualität aus den Jahren 1980 bis 2015 an. © EB/aha/aerzteblatt.de

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