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Erstmals mehr als 3.000 Coronatote an einem Tag in den USA

Donnerstag, 3. Dezember 2020

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Braulio Jatar

Washington – Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner vor dramatisch steigenden Todeszahlen in der Coronapandemie gewarnt und eindringlich zu Schutzmaßnahmen aufgerufen. „Ich will niemandem Angst einjagen, aber verstehen Sie die Fakten: Wir werden zwischen jetzt und Januar wahrscheinlich weitere 250.000 Menschen verlieren“, sagte Biden gestern bei einer Onlineveranstaltung mit Mitarbeitern und Besitzern kleiner Unternehmen.

Am gleichen Tag überschritt die Zahl der binnen 24 Stunden erfassten Toten mit einer Coronainfektion im Land erstmals seit Beginn der Pandemie die Schwelle von 3.000. Gestern meldeten die Behörden 3.157 Tote mit einer bestätigten Coronainfektion, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore heute Morgen hervorging.

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Der bislang höchste Wert mit 2.607 Toten war am 15. April registriert worden. Zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie übertraf die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Neuinfektionen die Marke von 200.000. Sie lag gestern bei 200.070 und damit nur knapp unter dem bisherigen Wert vom ver­gan­genen Freitag mit rund 205.000 neuen Fällen.

Die Menschen passten nicht auf, sagte Biden weiter. Die Ausbreitung des Virus müsse eingedämmt wer­den. Biden machte keine Angaben dazu, worauf er seine Schätzung von 250.000 weiteren Toten begrün­det. Nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat das Coronavirus seit Beginn der Pandemie mehr als 270.000 Menschen in den USA das Leben gekostet.

Ein Modell von Forschern des Instituts IHME der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundes­staat rechnet im Fall gelockerter Schutzmaßnahmen mit mehr als 502.000 Toten bis Ende Januar, im Fall schärferer Schutzmaßnahmen mit mehr als 367.000.

Dieses Modell wurde in der Vergangenheit auch mehrfach vom Weißen Haus angeführt. Der Chef der Ge­sundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, sagte bei einer Veranstaltung der US-Handelskammer gestern: „Unglücklicherweise glaube ich, dass wir vor Februar in der Nähe von 450.000 Virustoten sein könnten.“

Das sei aber nicht ausgemacht, sondern hänge davon ab, inwiefern sich die Amerikaner an Schutzmaß­nahmen hielten. „Die Realität ist: Dezember und Januar und Februar werden hart sein. Ich glaube sogar, dass es die schwierigsten Zeiten in der öffentlichen Gesundheitsgeschichte dieser Nation sein werden.“

Im Amtssitz des scheidenden Präsidenten Donald Trump hält man trotz der CDC-Warnungen an Feiern über die Weihnachtstage fest, wie die Sprecherin des Weißen Hauses gestern deutlich machte. „Wenn man Geschäfte plündern, Gebäude niederbrennen und protestieren kann, kann man auch zu einer Weih­nachtsfeier gehen“, sagte Kayleigh McEnany bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

McEnany spielte darauf an, dass die Demokraten zwar öffentliche Veranstaltungen Trumps in der Pande­mie kritisieren würden, nicht aber die – überwiegend friedlichen – Proteste gegen Rassismus und Poli­zei­gewalt. Die Feiern würden verantwortungsvoll und mit Schutzmaßnahmen abgehalten, betonte sie. Trump hat die Bedrohung durch das Virus immer wieder heruntergespielt.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 13,9 Millionen Men­schen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 273.000 Menschen, die sich mit dem Erreger SARS-CoV-2 angesteckt hatten. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Auch die Zahl der stationär behandelten COVID-19-Patienten ist in den USA auf einem Höchststand. Nach Angaben des COVID-Tracking-Project von gestern Abend mussten landesweit erstmals mehr als 100.000 Patienten im Krankenhaus behandelt werden. CDC-Chef Redford begründete seine eindringliche Warnung auch mit der Belastung des Gesundheitssystems in den US-Bundesstaaten. © dpa/aerzteblatt.de

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