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Ärzteschaft

Suizidbeihilfe: Ärztekammer Hamburg will Änderung des Berufsrechts diskutieren

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg. /picture alliance, Christian Charisius

Hamburg – Die Ärztekammer Hamburg will Anfang des kommenden Jahres intensiv den Dialog mit den Hamburger Ärzten zum Thema „Ärztliche Suizidbeihilfe“ fortsetzen. Anlass ist das Urteil des Bundesver­fassungsgerichts, das im Februar den Paragrafen 217 Strafgesetzbuch (StGB), der die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellte, für nichtig erklärt hatte. Dies erläuterte Kammerpräsi­dent Pedram Emami dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) jetzt auf Anfrage.

Hintergrund für die Nachfrage war ein offener Brief der FDP-Bundestagsabgeordneten Katrin Helling-Plahr und Wieland Schinnenburg an die Ärztekammer Hamburg. Sie forderten diese auf, das in Hamburg geltende berufsrechtliche Verbot der Suizidhilfe durch Ärzte zu überarbeiten.

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„Das strafrechtliche Verbot der Suizidhilfe wurde vom Bundesverfassungsgericht kassiert. Jeder darf Sui­zidhilfe leisten, bis auf Ärzte“, kritisierte Helling-Plahr. Der Patient, der sich oft in einer besonders vulne­rablen Lage befinde, werde derzeit im Zweifel jedoch allein gelassen, obwohl ihm eine fürsorgende Be­ratung und Begleitung zustehen sollte. „Ärzten, die Menschen, die sterben möchten helfen wollen, soll­ten künftig keine Steine mehr in den Weg gelegt werden", forderte sie.

Das berufsrechtliche Verbot in Hamburg sei spätestens seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts überholt und würde einer verfassungsrechtlichen Prüfung nicht standhalten, meinte Schinnenburg. „Wir hoffen auf eine offene Debatte gemeinsam mit der Ärztekammer auf Grundlage der Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts."

Präsident Emami, der sich unter einer „offenen Debatte“ keinen offenen Brief vorgestellt hätte, verweist auf den Diskussionsbedarf innerhalb der Ärzteschaft. „Die Befassung mit dem Thema erfordert Sensibili­tät, aber auch eine möglichst breite Einbindung der Ärzteschaft“, sagte er dem .

Seine Lan­des­ärz­te­kam­mer veröffentliche regelmäßig über das Thema Beiträge im Hamburger Ärzteblatt, zuletzt in der November-Ausgabe. Dies sei auch mit der Bitte verbunden, ihn persönlich zu kontaktieren und die eigenen Positionen zu schildern.

„Mich erreichen viele Zuschriften, die den offenen Diskurs begrüßen. Darunter waren aber auch viele Schreiben, die konkrete Punkte ansprechen und Vorschläge machen. Das werden wir in einer arztöffent­lichen Veranstaltung Anfang des Jahres in Hamburg mit den Delegierten der Kammer diskutieren.“

Zudem werde man sich vor dem nächsten Deutschen Ärztetag in einer offiziellen Delegierten­versamm­lung mit dem Thema Suizidbeihilfe befassen. „Das ist meines Erachtens ein sinnvoller Weg, im Rahmen unserer Möglichkeiten die Basis transparent mit einzubinden und dabei möglichst vielen Stimmen und Meinungen aus der Ärzteschaft Gehör zu verschaffen“, so Emami. Denn schließlich handele es sich um eine Angelegenheit, die ethische Fragen und Gewissensfragen betreffe. © ER/aerzteblatt.de

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