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Ausland

Pfizer senkt Jahresziel für Impfstoff wegen Lieferketten­problemen

Freitag, 4. Dezember 2020

/picture alliance, PHOTOPQR, VOIX DU NORD, MAXPPP, PHILIPPE PAUCHET

New York – Der Pharmakonzern Pfizer hat das Auslieferungsziel bei seinem Coronaimpfstoff in diesem Jahr nach eigenen Angaben unter anderem wegen Verzögerungen beim Ausbau der Lieferkette halbieren müssen. Der Ausbau dauere länger als angenommen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dem Wall Street Journal gestern. Außerdem hätten die Ergebnisse der klinischen Studie später vorgelegen als ursprüng­lich gedacht.

Der Zeitung zufolge hielt Pfizer noch bis Mitte November intern an dem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Zuletzt sprach das Unternehmen allerdings schon von 50 Millio­nen Dosen. Für das kommende Jahr bleibe es bei der ursprünglichen Planung zur Auslieferung von mehr als einer Milliarde Impfstoffdosen, schrieb die Zeitung weiter. Wer sich impfen lässt, braucht zwei Dosen, um ge­schützt zu sein. Pfizer entwickelte den Impfstoff zusammen mit dem deutschen Hersteller Bion­tech aus Mainz.

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In dem Zeitungsbericht hieß es unter Berufung auf eine an der Impfstoffentwicklung beteiligte Person, einige Bestandteile hätten in der frühen Produktion nicht den Standards entsprochen. Auf eine Anfrage nach weiteren Informationen antwortete der Konzern zunächst nicht.

Die britische Arzneimittelbehörde hatte Pfizer und Biontech vorgestern eine Notfallzulassung für deren Coronaimpfstoff erteilt. Großbritannien ist damit das erste Land, das dem Impfstoff eine Unbedenklich­keits­bescheinigung ausgestellt hat. Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüfen derzeit ebenfalls solche Anträge.

In den USA wird mit einer Notfallzulassung für Mitte Dezember gerechnet. Die US-Regierung rechnet nach Angaben von dieser Woche damit, bis Ende des Jahres Pfizers Coronaimpfstoff für 6,4 Millionen Menschen zur Verfügung zu haben. Außerdem könnten in den USA bis Jahresende auch 12,5 Millionen Menschen den Impfstoff der Biotechfirma Moderna bekommen, für den ebenfalls das Zulassungs­verfahren läuft.

Auch die EU und damit Deutschland werden nach Angaben von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) davon betroffen sein, dass Pfizer zunächst weniger Impfstoff ausliefern kann. „Das führt dazu, dass alle, die unter den Erstadressaten der Lieferungen sind, ob das Großbritannien, die USA oder die Euro­pä­i­sche Union ist, jetzt mit weniger Impfdosen in den ersten Wochen zu rechnen haben“, sagte Spahn. „Gleichwohl wird es, Stand heute, wenn die Zulassung erfolgt, mit dem Jahreswechsel erste Impfungen in Deutschland geben können“, fügte er hinzu.

Der Impfstoff von Pfizer und Biontech schützt der ausführlichen Studie zufolge mit einer Effizienz von 95 Prozent gegen die Krankheit COVID-19. Das Präparat ist ein mRNA-Impfstoff, der auf einem neuen Me­cha­nismus basiert.

Er enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt – in diesem Fall das Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzu­regen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Experten warten noch auf mehr Daten, um mit Sicherheit sagen zu können, ob geimpfte Menschen das Virus auch dann übertragen können, wenn sie selbst nicht erkranken.

Neben Biontech/Pfizer arbeiten derzeit mehrere andere Pharmafirmen in fortgeschrittenem Stadium an Coronaimpfstoffen, darunter Johnson&Johnson, AstraZeneca und Sanofi-GSK. Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain haben bereits Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit schon Teile der Bevölkerung. © dpa/aerzteblatt.de

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