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Biden will Coronaexperten Fauci als „obersten medizinischen Berater“

Freitag, 4. Dezember 2020

US-Chef-Virologe Anthony Fauci. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Susan Walsh

Washington – Der gewählte US-Präsident Joe Biden will den renommierten Coronaexperten Anthony Fauci zu seinem obersten medizinischen Berater machen. Biden sagte dem Nachrichtensender CNN ges­tern, er habe Fauci in einem Gespräch gebeten, „oberster medizinischer Berater für mich und Teil des COVID-Teams zu sein“.

Am selben Tag verzeichneten die USA mehr als 210.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – ein neuer Höchststand seit dem Beginn der Pandemie. Biden, der das Präsidentenamt am 20. Januar antreten wird, hat den Kampf gegen die Coronapandemie zu seiner dringlichsten Aufgabe erklärt.

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Auf CNN kündigte er nun an, er werde die Bevölkerung nach seiner Vereidigung aufrufen, in den folgen­den 100 Tagen eine Schutzmaske zu tragen. „Nicht für immer. 100 Tage.“ Dadurch, und mit Impfstoffen, könnten die Infektionszahlen „deutlich“ gesenkt werden.

Biden kündigte zudem an, er werde sich öffentlich impfen lassen, sobald ein Impfstoff zugelassen sei. „Wenn Doktor Fauci sagt, dass wir einen sicheren Impfstoff haben, werde ich vor der Öffentlichkeit ste­hen“, sagte der künftige Präsident und tippte sich dann mit Hand auf die Schulter, um eine Impfung an­zudeuten. „Es ist wichtig, der US-Bevölkerung zu kommunizieren, dass es sicher ist.“

Zuvor hatten die früheren Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton ihre Bereitschaft erklärt, sich vor laufenden Kameras impfen zu lassen, um für Vertrauen in den Impfstoff zu werben.

Fauci, der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, gehört dem Corona­krisenstab des abgewählten Präsidenten Donald Trump an. Mit seiner großen Expertise und seinen un­geschminkten Einschätzungen zur Coronapandemie erwarb der 79-jährige Immunologe sich in der Öffentlichkeit große Anerkennung. Zugleich zog er sich immer wieder den Unmut des Präsidenten zu, der die Gefahr durch das Coronavirus von Anfang an kleingeredet hatte.

Fauci sorgte gestern für Aufsehen, als er gegenüber dem Sender CBS-News die Zulassung des Corona­impfstoffes der Mainzer Biotechnologiefirma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer durch die Be­hör­den in Großbritannien als „überstürzt“ bezeichnete. Wenig später korrigierte sich der Experte in einem Interview mit dem britischen Sender BBC und sagte, er habe „großes Vertrauen“ in Großbritan­nien, so­wohl „wissenschaftlich und hinsichtlich der Regulierung“.

In den USA haben Biontech und Pfizer sowie das US-Unternehmen Moderna Anträge für Notfallzulassun­gen für ihre Impfstoffe gestellt. Eine Zulassung könnte in den kommenden Wochen erfolgen. Die US-Re­gierung will bis Ende Februar 100 Millionen Menschen gegen das Coronavirus impfen. Experten befürch­ten aber, dass viele Menschen sich aus Misstrauen gegen die Impfstoffe nicht impfen lassen könnten – zumal die Wirkstoffe in Rekordzeit entwickelt wurden.

Die Koordinatorin des Coronakrisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx, warnte zudem, dass es „eini­ge Monate“ dauern könne, bis selbst Risikogruppen geimpft seien. Es gebe 100 Millionen US-Amerikaner mit „erheblichen Gefährdungen“, sagte Birx zu Journalisten. „Es wird einige Zeit dauern, bis sie alle ge­impft sind.“

Die USA verzeichnen derzeit einen dramatischen Anstieg der Coronainfektionen. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden gestern Abend mit mehr als 210.000 neuen Fällen die meisten Neuin­fektionen binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie gemeldet. Die Zahl der Toten erreichte mit 2.907 an einem Tag ebenfalls einen der höchsten bisher gemeldeten Werte.

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien kündigte angesichts der zunehmenden Auslastung von Krankenhäusern strenge Maßnahmen an. Sollten mehr als 85 Prozent der verfügbaren Intensiv­bet­ten belegt sein – was in vier der fünf Regionen des Bundesstaates heute oder morgen der Fall sein könnte – sollen unter anderem Treffen zwischen mehreren Haushalten verboten und ein Reiseverbot verhängt werden.

Inzwischen sind in den USA mehr als 14,1 Millionen Coronaansteckungen bestätigt, mehr als 276.000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen weltweit. © afp/aerzteblatt.de

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