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KBV-Vertreter: Impfungen in Heimen neu organisieren

Freitag, 4. Dezember 2020

/Rido, stock.adobe.com

Berlin – Die Bundesregierung sei aufgefordert, alles daran zu setzen, dass möglichst schnell SARS-CoV-2-Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, damit alle Impfwilligen zügig geimpft werden können. Das hat Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), im Rahmen der heutigen KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung betont.

Bei der Durchführung der Impfungen sagte der KBV-Chef die Hilfe der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie der Medizinischen Fachangestellten in den Zentren zu: „Viele KVen haben entsprechende Aufrufe gestartet.“ Die Resonanz sei vielerorts beeindruckend.

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Das vertragsärztliche System werde „alle Anstrengungen“ unternehmen, die dafür verantwortlichen Bundesländer bei einer raschen und sicheren Durchimpfung der Bevölkerung zu unterstützen, betonte auch KBV-Vize Stephan Hofmeister. Die ersten Coronaimpfstoffe stünden vor der Zulassung – dies lasse hoffen, auch wenn es noch „viele Unbekannte in dieser Gleichung“ gebe.

Impfung elimiert nicht das Virus

„Das Impfen ist ein Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie. Dennoch muss weiter der Umgang mit dem Virus beachtet werden“, so Hofmeister. Denn das SARS-CoV-2-Virus werde auch mit einer Impfung nicht eliminiert werden. Nahezu alle praktischen Erfahrungen mit ähnlichen Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Influenza oder Pneumonie, sprächen dagegen.

In der anschließenden Debatte diskutierten die Mitglieder der Ver­tre­ter­ver­samm­lung die vielen noch ungeklärten Fragen der geplanten Impfzentren. Allerdings sei vieles, darauf wiesen Hofmeister und Gassen hin, noch nicht geregelt und auf einige Fragen könne es derzeit noch keine Antworten geben. Gerade bei der Frage, wie die Impfaufklärung stattfindet, gebe es noch Beratungen mit der Bundes­re­gierung.

Viele Mitglieder der VV sind besonders besorgt um die Bewohner der Altersheime und Betreuungsein­rich­tungen. Diese müssten nun im Vordergrund der Bemühungen stehen. „Die Bedrohung des Lebens ist in den Altersheimen am größten“, so Peter Heinz, Vorstandsvorsitzender der KV Rheinland-Pfalz. Für die Menschen dort benötige es aber keine Impfungen in Messehallen oder elektronische Anmeldesysteme, die derzeit unter Landes- wie Bundespolitikern diskutiert werden.

Gesetzliche Betreuer in der Pflicht

„In den vielen Impfzentren wird zunächst gar nichts passieren, die digitalen Einladungssysteme sind für Heime unbrauchbar.“ Außerdem müsse man auf den Impfstoff warten: „Wir werden in Rheinland-Pfalz gar nicht genügend Impfstoff haben, um alle Menschen in den Altersheimen in den ersten Wochen zu impfen“, so Heinz weiter. Er wies auch darauf hin, dass die Heime nun nur vier Wochen Zeit bekämen, die Impfaufklärung auch mit den gesetzlichen Betreuern der Pflegebedürftigen zu klären. „Viele Menschen in den Heimen sind gar nicht mehr zu solch einer Impfung einwilligungsfähig.“

Auch Carsten König von der KV Nordrhein wies daraufhin, dass Menschen in Pflegeheimen nicht per Video aufgeklärt werden könnten. Die Pflegeheime würden am Montag damit beginnen, die gesetzlichen Betreuer zu kontaktieren. „Und wir alle wissen, wie schwierig das ist.“

Für Volker Schrage von der KV Westfalen-Lippe „wird die Arbeit in den Pflegeheimen der Knackpunkt der Pandemie“ sein. Er sieht aber auch die Problematik in den kommenden Monaten, wenn andere Patienten mit den Impfungen dran sind: „Die jungen Chroniker werden dann auch in unsere Praxen kommen und damit ab April einen gewissen Arbeitsdruck erzeugen.“ Es müsse unbedingt drauf hingewiesen werden, dass es eine zweite Impfung benötige sowie die Maskenpflicht nicht sofort vorbei sei.

Jens Wasserberg von der KV Nordrhein forderte, dass auch Ärztinnen und Ärzte in der Praxis gut über den Impfstoff und das Prozedere aufgeklärt werden müssen. „Bei uns fragen die Patienten nach, ob eine Impfung für sie sinnvoll ist und wir müssen von Anfang an transparent und gut informieren können.“

Einige VV-Delegierten forderten, dass die Impfungen baldmöglichst auch in die Praxen verlagert werden und nicht nur in den geplanten Impfzentren. Diese Diskussion sei aber bereits vorüber, mahnten andere. „Die Politik will die Impfzentren, alle Landräte und Bürgermeister wollen eins eröffnen“, erinnerte Walter Plassmann von der KV Hamburg.

Thüringens setzt auf mobile Teams statt auf Impfzentren

Wenn sich Vertragsärzte in den Impfzentren engagieren seien sie „Verwaltungshelfer“ und damit auch bei Fragen der Haftung oder Unfallversicherung über die Bundesländer abgesichert, betonten die Vorsitzenden der KV Thüringens und von Schleswig-Holstein, Annette Rommel und Monika Schliffke.

Denn das Impfen sei Ländersache und damit auch juristisch in deren Hand. Auch wenn dieses Wort aus dem Verwaltungswesen seltsam anmute, sei es für Vertragsärzte eine Option, so Rommel. In Thüringen würden keine Impfzentren in Messehallen errichtet, vielmehr soll es Impfstellen und mobile Teams geben. © bee/aerzteblatt.de

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