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Medizin

Studie: Mediterrane Ernährung kann erektiler Dysfunktion vorbeugen

Montag, 14. Dezember 2020

/Drobot Dean, stock.adobe.com

San Francisco – Männer, die sich gesund ernähren, erkranken im Alter seltener an einer erektilen Dysfunktion. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Studie in JAMA Network Open (2020; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.21701), die sowohl für eine mediterrane Ernährung als auch für den in den USA empfohlenen „Alternate Healthy Eating Index“ eine protektive Assoziation ermittelt.

Die erektile Dysfunktion wird heute auf die gleichen Störungen der Endothelfunktion zurückgeführt, die auch für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind. Die Potenzstörung hat deshalb dieselben Risikofaktoren, nämlich Rauchen, Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, Diabetes, Bluthochdruck, Hyperlipidämie und das metabolische Syndrom.

Diese Erkrankungen lassen sich nach Einschätzung von Ernährungswissenschaftlern durch eine gesunde Ernährung vermeiden. Ein Team um Scott Bauer von der Universität von Kalifornien in San Francisco hat jetzt untersucht, ob eine gesunde Ernährung Männer vor einer erektilen Dysfunktion schützen kann.

Grundlage waren die Daten der Health Professionals Follow-Up Study, die seit 1986 eine größere Kohorte von männlichen Angehörigen aus Gesundheitsberufen begleitet. Ein Schwerpunkt der Studie ist der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit. Die Teilnehmer füllen hierzu alle 4 Jahre einen ausführ­lichen Fragebogen aus.

Die Forscher haben die Angaben zum einen mit einem Score zur mediterranen Diät (MDS) bewertet. Er vergibt jeweils 1 Punkt für den überdurchschnittlichen Verzehr von Gemüse, Hülsenfrüchten, Früchten und Nüssen, Getreide, Fisch und dem Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fetten. Punktabzüge gibt es für eine höhere Aufnahme von Milchprodukten sowie rotem Fleisch oder Wurst­waren und einem mehr als moderaten Alkoholkonsum.

Die zweite Einstufung erfolgte nach dem Alternative Healthy Eating Index (AHEI-2010), der auf einer Ernährungspyramide des US-Landwirtschaftsministeriums beruht. Positiv bewertet werden auch hier eine höhere Zufuhr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten, mehrfach ungesättigten Fette und Omega-3-Fettsäuren. Während eine höhere Aufnahme von rotem Fleisch und Wurstwaren, zuckerhaltigen Getränken, Transfetten und Natrium zu Punktabzügen führen. Gefordert wird außerdem ein nur moderater Alkoholkonsum.

Beide Scores liegen in ihren Empfehlungen nicht so weit auseinander, wie manchmal vermutet wird, und auch die Auswirkungen auf die Entwicklung einer erektilen Dysfunktion waren in der Studie ähnlich.

Die 21.469 Teilnehmer, die in die Analyse einbezogen wurden, waren zu Beginn der Studie im Durch­schnitt 62 Jahre alt. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10,8 Jahren entwickelten 9.464 Männer eine erektile Dysfunktion. Männer, die im MDS überdurchschnittliche hohe Werte erzielten, erkrankten seltener. Bauer ermittelt für die Männer unter 60 Jahren ein um 22 % vermindertes Risiko (Hazard Ratio 0,78; 95-%-Konfidenzintervall 0,66 bis 0,92). In der Altersgruppe zwischen 60 bis 69 Jahren war das Risiko um 18 % vermindert (Hazard Ratio 0,82; 0,76 bis 0,89) und im Alter ab 70 Jahren ging das Risiko um 7 % zurück (Hazard Ratio 0,93; 0,86 bis 1,00).

Beim AHEI-2010 war die protektive Wirkung bei den jüngeren Personen (Alter unter 60 Jahren) am ausgeprägtesten. Das Fünftel mit dem höchsten Score erkrankte zu 22 % seltener an einer erektilen Dysfunktion (Hazard Ratio 0,78; 0,63 bis 0,97). In der nächsten Altersgruppe war die protektive Assoziation ähnlich (Hazard Ratio 0,78; 0,69 bis 0,87). Im Alter ab 70 Jahren war sie etwas schwächer ausgeprägt (Hazard Ratio 0,89; 0,81 bis 0,99).

Auch wenn die Untersuchung eine protektive Wirkung nicht abschließend beweisen kann, bestätigt sie doch den Nutzen einer gesunden Ernährung vor allem für die „jüngeren“ Männer. Die Assoziationen übrigens unabhängig von anderen Risikofaktoren wie Body-Mass-Index, Rauchen, körperliche Aktivität, Hyperlipidämie, Bluthochdruck, Depression und die Einnahme von Medikamenten. Eine gesunde Ernährung könnte deshalb auch Männern nutzen, deren Blutdruck, Blutfette und Blutzucker bereits medikamentös behandelt werden. © rme/aerzteblatt.de

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