NewsPolitikMehr COVID-19-Patienten auf Intensivstation
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Mehr COVID-19-Patienten auf Intensivstation

Montag, 7. Dezember 2020

/picture alliance, KEYSTONE, Pablo Gianinazzi

Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland kommen laut einem Medienbericht angesichts der steigen­den Belastungen durch die Coronapandemie an ihre Grenzen.

„In einzelnen Ländern wie Sachsen ist die Zahl der Intensivpatienten fünfmal so hoch wie im April. Dort geraten Kliniken an ihre Kapazi­tätsgrenzen oder haben diese bereits überschritten“, warnte Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) im Gespräch mit der Welt am Sonntag.

Anzeige

Nach Angaben der DKG befinden sich laut dem Bericht gegenwärtig 40 Prozent mehr COVID-19-Intensiv­patienten auf Station als noch während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr. Hinzu kämen rund 16.000 COVID-19-Fälle, die auf Normalstationen versorgt würden. „Diese haben einen deutlich höheren Versorgungsaufwand als andere Patienten“, sagte Gaß.

Im Frühjahr hätten kleinere, weniger gut ausgerüstete Kliniken ihre schwer kranken COVID-19-Patienten dem Bericht zufolge meist problemlos an Maximalversorger wie etwa Universitätskliniken überweisen können. Nun würden sich diese in manchen Regionen selbst der Belastungsgrenze nähern.

„Noch können wir Patienten von den kleineren Häusern aufnehmen“, sagte Gernot Marx von der Unikli­nik Aachen der Zeitung. Das Krankenhauspersonal müsse sich allerdings „schon sehr strecken, zumal wir uns auch weiterhin um andere Patienten kümmern wollen“.

Angesichts personeller Ausfälle werde die Übernahme solcher Patienten zusehends schwieriger. „Nicht die Intensivbetten sind der limitierende Faktor, sondern das entsprechend qualifizierte Personal“, warnte Marx.

Die Kritik, die Kliniken würden die Lage dramatisieren, um Finanzhilfen zu erzwingen, wies DKG-Präsi­dent Gaß laut der Zeitung zurück. Die Wiedereinführung der sogenannten Freihaltepauschalen für Inten­sivbetten bis Januar sei zwar ein richtiger Schritt, werde aber wegen der „sehr restriktiven Zuordnungs­kri­terien“ nur für wenige Kliniken eine wirksame Hilfe sein.

Es müssten aber viel mehr Krankenhäuser ihre Regelversorgung wegen COVID-19 einschränken, wodurch Liquiditätsprobleme drohten. © afp/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #789658
2haeschen
am Dienstag, 8. Dezember 2020, 11:50

@BB-DD

Ich dachte schon, ich hätte es geträumt. Aus meiner Erinnerung heraus fehlen auch mind. 2 weitere Beiträge von heute.

Neulich testete man in einem KH in der Nähe und bekam 22 postive Test - Ergebnisse unter Personal und Patienten (die wegen anderer Diagnosen stationär waren). Was dass bedeutet, kann man sich denken.
In den Medien kam 5 Tage später, dass es im "KH xy" einen Aufnahmestopp gibt, ohne jegliche Erklärung, weshalb dies kurzfristig notwendig ist (Umverlegung / Hygiene usw.)

Oma Hilde und Tante Frieda denken dann dass Ende naht, wenn sie solche Nachrichten hören.
Avatar #831974
BB-DD
am Dienstag, 8. Dezember 2020, 09:57

Kommentar IQM

Leider wurde der sehr informative Beitrag von Andre B. mit Verweis auf die Initiative Qualitätsmedizin (IQM) aus den direkt unter dem Artikel lesbaren Kommentaren verschoben... Gerade eine solche als repräsentativ zu wertende Studie ist für die Einordnung der aktuellen Situation und für die weitere Gefährdungsbewertung bzgl. Covid-19 nötig - und erst recht für die Planung zur optimalen Versorgung der Patienten. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass diese nicht dazu verwendet werden dürfe, die "COVID-19-Pandemie von nationaler Tragweite" als widerlegt darzustellen.
Also bitte, belassen Sie diesen meinen wertungsfreien Verweis hier an Ort und Stelle, liebes Team des Ärzteblattes. Den Autoren der IQM-Studie gleich distanziere ich mich hiermit davon, diesen meinen Kommentar als Wertung zur "COVID-19-Pandemie von nationaler Tragweite" zu verstehen. Jeder möge sich basierend auf den dort zusammengetragenen Daten seine eigene Meinung bilden. Wir brauchen mehr als Zitate aus der Welt am Sonntag.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER