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Vertrauen in die Wissenschaft stärker als in Vorjahren

Donnerstag, 10. Dezember 2020

/taa22, stock.adobe.com

Berlin – 60 Prozent der Deutschen sprachen „der Wissenschaft und Forschung“ im November ihr Vertrau­en aus. Gleichzeitig glaubt etwa jede siebte Person in Deutschland (15 Prozent) nicht an die Existenz von SARS-CoV-2. Das sind Ergebnisse des neuesten Wissenschaftsbarometers, einer jährlichen repräsentati­ven Umfrage, die vom Institut Kantar im Auftrag der gemeinnützigen Organisation Wissenschaft im Dia­log (WiD) durchgeführt wurde.

Demnach hat das Vertrauen im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt zugenommen: Von 2017 bis 2019 vertraute etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer der Wissenschaft. In einer Sonderbefragung zur Coro­na­pandemie im Frühjahr 2020 hatten zunächst rund drei Viertel der Befragten „eher“ oder „voll und ganz“ in die Wissenschaft vertraut.

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In der aktuellen Befragungsrunde von Anfang November schrumpfte nun vor allem der Anteil derer, die sich „voll und ganz“ auf die Wissenschaft verlassen, um 16 Prozentpunkte. Die Gruppe derjenigen, die der Forschung „eher nicht“ oder „nicht“ trauten, blieb dabei weitgehend gleich groß (sieben Prozent). In der Vertrauensfrage blieben jedoch 30 Prozent unentschieden, zehn Prozentpunkte mehr als im April.

Hauptfaktoren für das Vertrauen waren die Expertise und die Integrität der Wissenschaftler. Misstrauen hingegen beruhte meistens auf der Abhängigkeit der Forscher von Interessen ihrer Geldgeber. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden gab an, Kontroversen unter Wissenschaftlern seien hilfreich dabei, dass sich „die richtigen Forschungsergebnisse durchsetzen“.

„Dass weiterhin so viele Menschen der Wissenschaft vertrauen, zeigt, wie gut der Dialog zwischen Wiss­enschaft und Gesellschaft in der Pandemie funktioniert“, sagte WiD-Geschäftsführer Markus Weißkopf. Doch die wachsende Zahl der Unsicheren und Zweifelnden würde ihn beunruhigen. Daher wolle die WiD Initiative Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, ihr Wissen, ihre Arbeitsweise und ihre Werte zu verbreiten.

Ärzte genießen das größte Vertrauen

Besonders Ärzten und anderem medizinischen Personal wurde von den Befragten bei Informationen zur Pandemie Glauben geschenkt: 80 Prozent vertrauten ärztlichen Aussagen „eher“ oder „voll und ganz“. Damit wurden ihnen mehr Vertrauen ausgesprochen als Wissenschaftlern, deren Urteil 73 Prozent der Befragten für vertrauenswürdig hielten. Weit abgeschlagen folgten Äußerungen von Politikern (34 Pro­zent) und Journalisten (21 Prozent).

Rund 40 Prozent der Teilnehmenden ging jedoch davon aus, dass Wissenschaftler ihnen nicht alles sa­gen, was sie über das Coronavirus wissen. Ein Drittel der Befragten war zudem überzeugt, Forscher wür­den sich zu wenig bemühen, die Öffentlichkeit über die Ergebnisse ihrer Arbeit zu informieren.

Ebenfalls 40 Prozent meinten, es sei nicht die Aufgabe von Wissenschaftlern, sich in die Politik einzu­mischen. Doch nach der Meinung von 77 Prozent aller Befragten sollten politische Entscheidungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt werden. In einer zurückliegenden Umfrage hatten 54 Prozent dasselbe für die Klimapolitik gefordert.

15 Prozent zweifeln an Existenz des Virus

Die Verunsicherung einer Minderheit der Gesellschaft zeigte sich auch bei Fragen, mit denen das Miss­trauen gegenüber der Wissenschaft genauer beleuchtet wurde. So stimmten 15 Prozent der Teilneh­mer der Aussage zu, es gäbe „keine eindeutigen Beweise dafür, dass das Coronavirus wirklich existiert“. Drei Viertel der Befragten lehnte dies ab. Neun Prozent waren sich unsicher.

Hinter die Behauptung, die Coronapandemie werde „zu einer größeren Sache gemacht, als sie eigentlich ist“, stellten sich fast 30 Prozent der Befragten. Hier waren 16 Prozent unentschieden und 53 Prozent widersprachen dieser Meinung.

Demgegenüber fanden zwei von drei der insgesamt 1.016 Teilnehmenden die Anfang November gelte0­nden politischen Maßnahmen angemessen. 18 Prozent stimmten dem nicht zu. Eine knappe Mehrheit (55 Prozent) hätte sich auch impfen lassen, wenn zum Befragungszeitpunkt ein Impfstoff verfügbar gewesen wäre. Knapp 30 Prozent hätten dies nicht getan. © jff/aerzteblatt.de

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