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Medizin

Prednison sinnvoll bei Clusterkopfschmerz

Freitag, 18. Dezember 2020

/madesapix, stock.adobe.com

Berlin – Eine Behandlung mit Prednison kann die Zahl der Kopfschmerzattacken bei Patienten mit episodischem Clusterkopfschmerz signifikant reduzieren. Das berichten Wissenschaftler um Mark Obermann, Direktor des Zentrums für Neurologie, Asklepios Kliniken Seesen, in der Fachzeitschrift Lancet Neurology (2020; DOI: 10.1016/S1474-4422(20)30363-X).

3/4 der Patienten mit Clusterkopfschmerzen sind Männer. Die Schmerzen treten anfallsartig mit hoher Intensität im Bereich des Trigeminusnervs im Gesicht auf und beschränken sich auf eine Seite. Jede Attacke kann zwischen 15 und 180 Minuten andauern, innerhalb einer Clusterepisode kann es zu bis zu 8 Attacken pro Tag kommen. Clusterkopfschmerzepisoden bestehen oft über mehrere Wochen oder Monate, dann folgt ein schmerzfreies Intervall, das ein Vierteljahr bis mehrere Jahre dauern kann.

Insgesamt haben die Ärzte 116 Patienten randomisiert, 57 Patienten erhielten Prednison (100 mg oral in den ersten 5 Tagen, dann wurde die Dosis um 20 mg alle drei Tage reduziert), 59 Patienten erhielten ein Placebo. Alle Patienten – sowohl in der Placebo- wie in der Verumgruppe – erhielten zur Basisprophy­laxe Verapamil, beginnend mit 3 Mal täglich 40 mg, die Dosis wurde bis auf 120 mg 3 Mall täglich hochtitriert und blieb dann über den restlichen Studienverlauf stabil.

Die Studie lief insgesamt über 28 Tage, primärer Endpunkt war der Vergleich der mittleren Anzahl der Kopfschmerzattacken in der ersten Behandlungswoche.

Im Ergebnis zeigte sich, dass Prednison überlegen war. Die Studienteilnehmer, die in die Verumgruppe randomisiert worden waren, erlitten im Durchschnitt 7,1 Kopfschmerzattacken in der ersten Behand­lungs­woche, die Patienten in der Placebogruppe 9,5. Der Unterschied betrug 2,4 Attacken und war damit signifikant (p=0,002).

Bei 1/3 der Studienteilnehmer, die Prednison erhalten hatten, endeten die Kopfschmerzanfälle nach einer Woche sogar vollständig, die Hälfte der Patienten berichtete über eine Halbierung der Kopfschmerz­attacken, während sich bei nur etwa 15 % der Placebogruppe ein solcher Therapieerfolg einstellte. Die Patienten der Verumgruppe hatten außerdem weniger Kopfschmerztage, es reduzierte sich also nicht nur die Anzahl der Einzelattacken, sondern die Betroffenen profitierten auch von mehr kopfschmerzfreien Tagen.

Nach etwa 4 Wochen gab es kaum noch einen Unterschied zwischen den Gruppen, was die Studien­autoren vor allem damit erklären, dass in beiden Therapiearmen die Langzeiteffekte von Verapamil zum Tragen kamen.

„Insgesamt ist das ein positives Studienergebnis, das die im klinischen Alltag beobachtete Wirksamkeit von Kortikoiden untermauert und eine Evidenz für den klinischen Einsatz gibt. Die Mehrzahl der Patienten profitiert demnach von der Therapie“, so das Fazit des Schmerzexperten.

„Obwohl in dieser Studie nicht die geplante Teilnehmerzahl erreicht werden konnte, halten wir die erreichte Zahl für repräsentativ und gehen von einem validen Studienergebnis aus. Die Erhebung gibt den Kollegen unserer Einschätzung nach eine hohe Gewissheit, eine wirksame und sichere Therapie anzuwenden“, bewertete der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Hans-Christoph Diener, die Ergebnisse. © hil/aerzteblatt.de

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