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Homeoffice wird millionenfach genutzt

Dienstag, 8. Dezember 2020

/Rawf8,stock.adobe.com

Berlin – Seit Beginn der Coronakrise in Deutschland sind einer Umfrage zufolge mehr als zehn Millionen Beschäftigte ins Homeoffice gewechselt. Aktuell arbeitet jeder Vierte (25 Prozent) ausschließlich von zu Hause aus, das sind 10,5 Millionen Menschen. Weitere 20 Prozent tun dies zumindest teilweise, wie eine Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergab.

Die Mehrheit der 1.500 befragten Erwerbstätigen berichtet demnach von überwiegend positiven Erfah­run­­gen – die größten Vorteile sind weniger Stress und mehr Zeit, weil der Arbeitsweg entfällt.

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„Die Coro­napandemie ist der Auslöser eines tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Arbeitswelt", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. Nach dem für die allermeisten erzwungenen Wechsel ins Home­of­fice mit dem Lockdown im Frühjahr habe die große Mehrheit in den vergangenen Monaten überwiegend positive Erfahrungen gemacht.

Die Coronakrise habe gezeigt, dass flexibles Arbeiten die Qualität der Arbeitsergebnisse nicht schmälere – im Gegenteil, betonte Berg. Unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten, könne allen Seiten Vorteile brin­gen. Das setze allerdings einen tiefgreifenden Kulturwandel in der Arbeitswelt voraus.

Vor der Pandemie war Homeoffice eher die Ausnahme. Lediglich drei Prozent der Berufstätigen (1,4 Milli­o­nen) arbeiteten ausschließlich im Homeoffice, weitere 15 Prozent (6,3 Millionen) teilweise, wie die Um­frage ergab. Grundsätzlich sieht demnach mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Berufstätigen ihre Tätig­keit zumindest teilweise als homeofficegeeignet an.

Jeder Fünfte (21 Prozent) könnte nach eigener Einschätzung sogar vollständig im Homeoffice arbeiten. 43 Prozent der Befragten sagten aber auch, für ihre Tätigkeit käme Homeoffice grundsätzlich nicht in Frage. Bei den Vorteilen des Arbeitens von zuhause aus sagen laut Bitkom acht von zehn Berufstätigen im Homeoffice, sie empfänden weniger Stress, da der Arbeitsweg entfällt.

Drei Viertel sehen den damit verbundenen Zeitgewinn positiv; sechs von zehn Homeofficearbeitern be­merken eine generell bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Weitere Vorteile sind mehr zeit­liche Flexibilität (43 Prozent), die Möglichkeit eines gesundheitsbewussteren Lebensstils etwa im Hin­blick auf Sport und Ernährung (32 Prozent) und weniger Störungen durch Kollegen (28 Prozent).

Der fehlende persönliche Austausch ist andererseits der meistgenannte Nachteil des Homeofficedaseins. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) beklagt laut Umfrage weniger Kontakt mit Kollegen. Für jeden Fünften ist es auch ein Problem, weniger Kontakt mit Vorgesetzten zu haben. Als weitere Nachteile nennen die Befragten Schwierigkeiten, das Privatleben vom Job abzugrenzen, schlechtere Arbeitsbedingungen als im Büro und das Gefühl, von wichtigen Informationen abgeschnitten zu sein.

Wer nicht im Homeoffice arbeitet, obwohl er dies dürfte, nennt als Hauptgrund aber eine mangelhafte technische Infrastruktur. Jeder vierte Homeofficeverweigerer führt das auf eine zu langsame beziehungs­weise zu fehleranfällige Internetverbindung zurück. Fast jeder Fünfte von ihnen nennt eine starke Prä­senzkultur in seinem Unternehmen als Grund, jeder Siebte möchte Berufliches und Privates räumlich strikt trennen.

Unter denjenigen, die nicht im Homeoffice arbeiten dürfen, obwohl ihr Job dafür aus ihrer Sicht grund­sätzlich geeignet ist, würden alle zumindest ab und zu von zuhause aus arbeiten – vier von zehn bei Bedarf, jeder Vierte einen Tag pro Woche, jeder Sechste auch mehrere Tage pro Woche.

Bitkom-Präsident Berg leitete aus der Umfrage mehrere Forderungen ab. Zum einen müsse der Wandel der Arbeitswelt nun politisch proaktiv flankiert und mit Anreizsystemen für Arbeitgeber und Arbeitneh­mer unterstützt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten klare Regeln vereinbaren, um Berufli­ches von Privatem im Homeoffice abgrenzen zu können.

Berg plädierte zudem dafür, dass der Staat nicht nur das Pendeln zum Arbeitsplatz, sondern künftig auch das Homeoffice steuerlich fördert. Der Staat müsse fiskalische Instrumente „bestmöglich einsetzen, um gesellschaftlich erwünschtes Verhalten anzuregen, also Verkehr zu reduzieren, verkehrsbedingte Emis­si­onen zurückzufahren und – in Zeiten der Pandemie – soziale Kontakte zu vermeiden.“ © afp/aerzteblatt.de

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