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Politik

Debatte über harten Lockdown in den kommenden Wochen

Mittwoch, 9. Dezember 2020

/picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Deutschland debattiert weiter über einen möglichen harten Lockdown. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützte heute vehement den gestrigen Vorschlag der Leopoldina für einen harten Lockdown über die Festtage.

„Die Zahl der Kontakte ist zu hoch, die Reduktion der Kontakte ist nicht ausreichend“, mahnte Merkel eindringlich bei der Haushaltsdebatte im Bundestag. „Wenn wir jetzt zu viele Kontakte vor Weihnachten haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben, das sollten wir nicht tun“, fügte die Kanzlerin hinzu.

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Merkel lehnte entsprechend auch eine Öffnung von Hotels rund um die Feiertage ab und rief zu einer Kontaktreduzierung am Weihnachtsfest auf. Es gebe wissenschaftliche Erkenntnisse, die seien real und an die sollte man sich besser halten, so Merkel. Die große Mehrheit der Deutschen nehme die Einschrän­kungen im Sinne der Gemeinschaft hin. Dennoch reichten die Maßnahmen nicht.

Zugleich betonte Merkel, dass sie um die Härte der Maßnahmen für viele wisse, gerade in der Vorweih­nachtszeit. Es tue ihr wirklich von Herzen leid. Daher müssten die Sorgen und Bedürfnisse der Menschen ernstgenommen werden. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, so Merkel weiter mit Blick auf die Impfungen, es brauche aber noch einen gemeinsamen Kraftakt.

Wissenschaftler für Lockdown

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte sich gestern über die Weihnachtsfeiertage und zum Jahreswechsel für einen harten Lockdown in Deutschland augesprochen. Konkret fordern die Wissenschaftler, bereits ab 14. Dezember die Kontakte im beruflichen wie im privaten Bereich auf das absolute Mindestmaß zu verringern.

Die Schulpflicht sollte bis zum Beginn der Weihnachtsferien in allen Bundesländern aufgehoben werden. Gruppenaktivitäten in Sport und Kultur müssten eingestellt werden und, wo immer möglich, sollten digitale Möglichkeiten genutzt werden.

In einer zweiten Stufe sollte vom 24. Dezember bis mindestens zum 10. Januar das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten. Dabei sollten alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs geschlossen und die Weihnachtsferien in den Bildungseinrichtungen verlängert werden. Ur­laubs­reisen sollten unterbleiben und Zusammenkünfte nur im engsten stabilen Personenkreis statt­finden.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) rief heute zum Verzicht auf innerdeutsche Reisen zu Weih­nachten auf. „Den Ort der Familienfeier in das Bundesland mit den großzügigsten Regeln zu le­gen, fände ich nicht richtig. Denn auch innerhalb der Familien kann COVID-19 ganz schnell gefähr­lich werden“, sagte Spahn der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er werde Weihnachten zum ersten Mal, seitdem er denken könne, nicht mit Eltern und Geschwistern gleichzeitig zusammenkommen. Das sei „sehr schade“. Aber es helfe, das Virus in Schach zu halten.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hält schärfere Maßnahmen für dringend erforderlich. „Ich den­ke, hier muss man auf die Wissenschaft hören. Und da sind die Appelle sehr eindeutig. Und die Zah­len in Berlin zeigen auch, dass der Lockdown light leider mehr light war als Lockdown“, sagte die SPD-Politikerin im Interview mit Radio eins des RBB.

Am Ende gehe es wirklich darum, dass die Menschen ihre Kontakte beschränkten. „Das ist mit dem Lock­down light nicht gelungen“, sagte Kalayci. „Wir müssen das Motto „stay at home“ wieder rausholen aus der Kiste. Und das muss wieder zum Grundprinzip werden - gerade über Weihnachten und Silvester.“

Kalayci sprach sich dafür aus, so schnell wie möglich über Verschärfungen der Maßnahmen zu entschei­den. „Ich denke mal, dass wir nächsten Dienstag auch im Senat darüber beraten und auch Beschlüsse fassen werden.“ Auch Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte, er rechne mit einem Beschluss bei der Sitzung am kommenden Dienstag.

Nach Kalaycis Einschätzung ist der Ausblick Richtung Weihnachten und Neujahr entscheidend. Es gebe dabei sowohl Chancen als auch Risiken. „Chancen deshalb, weil zwischen Weihnachten und Neujahr ja auch eine gewisse Entschleunigung möglich ist“, sagte Kalayci. Risiken gebe es etwa, weil Weihnachten Familien zusammenkämen. Berlin sei auch berühmt für seine Silvesterpartys. In diesem Jahr müssten vor allem die Partys auf der Straße vermieden werden.

Zur Eindämmung der Coronapandemie in Deutschland hat sich der Virologe Christian Drosten für eine rasche Verschärfung der staatlichen Auflagen ausgesprochen. „Es ist schon so, dass wir jetzt unbedingt etwas tun müssen“, sagte der Charité-Wissenschaftler im jüngsten „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Weihnachtszeit zu einem Anstieg der Fallzahlen führe. Werde jetzt nicht nachreguliert, drohe „Ende Januar und über den gesamten Februar hinaus“ ein Lockdown mit massiven Folgen für die Wirtschaft.

Familien, die weit voneinander entfernt lebten, sollten sich Drosten zufolge in diesem Jahr vielleicht nicht unbedingt über die Feiertage besuchen. Er bekräftigte außerdem, dass Schnelltests nur eine Mo­mentaufnahme seien: „Wenn man solche Antigentests benutzen will für Familienbesuche, dann muss man im Prinzip sich jeden Morgen testen damit.“ Seit einiger Zeit rät Drosten dazu, sich vor Besuchen, etwa bei den Großeltern, vorsorglich in Quarantäne zu begeben.

An Schulen sollte dem Virologen zufolge nach dem Jahreswechsel nicht alles so weiterlaufen wie zuvor. Dort müsse organisatorisch etwas passieren. Bei den an der Stellungnahme beteiligten Wissenschaftlern sei der Eindruck einer ernsten Schulsituation entstanden, sagte Drosten. Es gebe dort ein „erhebliches Infektionsgeschehen“.

Daten aus England zeigten, dass insbesondere in den Jahrgängen oberhalb der Grundschule mehr Infek­tionen aufträten als in der normalen Bevölkerung. „Wenn man es irgendwo weiterlaufen lassen will, dann ist es im Grundschul- und Kindergartenalter“, sagte Drosten. Er wolle aber „alles andere als ein Prediger für Schulschließungen“ sein.

Kinderärzte sehen Kindeswohl nicht genug berücksichtigt

Kinderärzte haben sich hingegen gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien ausgesprochen. Ge­schlossene Schulen, Kindergärten und Kitas sollten „nur als allerletzte Maßnahme im Rahmen eines allgemeinen Lockdowns“ erwogen werden, teilten die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugend­medizin und die Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie mit.

Man sei „dezidiert gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien auf (un)bestimmte Zeit in den Januar hinein“, heißt es in der Stellungnahme, die vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte unterstützt wird. Bisherige Daten aus Deutschland gäben keinen Anlass, generelle Schulschließungen als „taugli­ches und angemessenes Mittel“ zur Pandemiebekämpfung anzusehen. Die belastenden Folgen selbst kurzfristiger Schulschließungen auf das Wohlbefinden und die Zukunftsperspektiven von Kindern wür­den in der Debatte zu wenig berücksichtigt.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich angesichts weiterhin hoher Coro­na­infektionszahlen für einschneidende Kontaktbeschränkungen in der Zeit nach Weihnachten ausge­sprochen. „Wir brauchen nach Weihnachten einen echten Jahreswechsellockdown, um uns für 2021 wie­der eine Perspektive hin zu mehr Normalität zu erarbeiten“, sagte Laschet. Die Zahl der Neuinfektionen sei zu hoch und müsse gesenkt werden.

„Deshalb: Wenn nicht jetzt, wann dann. Von Weihnachten bis zum Ende der Ferien im neuen Jahr kann das Land am ehesten komplett heruntergefahren und so die Ausbreitung der Pandemie effektiv gestoppt werden“, warb Laschet für seinen Vorschlag. „Zugleich halten wir in diesen Wochen die Schäden für Bil­dungschancen von Kindern sowie für Wirtschaft und Arbeitsplätze so gering wie in keiner anderen Zeit des Jahres.“

Die Akzeptanz bei den Menschen sei für den Erfolg der Anstrengungen entscheidend, sagte Laschet, der sich auch für den CDU-Vorsitz bewirbt. Dafür müssten die politischen Weichenstellungen von Sorgfalt, Verhältnismäßigkeit und Verlässlichkeit geprägt sein. „Wir sind gut beraten, bereits jetzt damit zu be­ginnen, den Jahreswechsellockdown umfassend vorzubereiten – damit er mitgetragen wird, tatsäch­lich Wirkung entfaltet und den Weg in ein besseres neues Jahr weisen kann.“

Auch andere Ministerpräsidenten hatten sich für härtere Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. Aktuell dürfen sich fast überall in Deutschland nur zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Zwi­schen dem 23. Dezember und dem 1. Januar soll dies vorübergehend gelockert werden. Ob und wie stark, entscheidet jedes Bundesland selbst. Je nach Land können dann bis zu zehn Personen zusammen­kommen, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet.

Wann die Ministerpräsidenten erneut mit Kanzlerin Merkel zu Beratungen über mögliche Verschärfungen zusammenkommen, ist unklar. Zunächst war der morgige Donnerstag im Gespräch. Die Kanzlerin ist mor­gen und übermorgen aber beim EU-Gip­fel in Brüssel gebunden. Möglich wäre nach wie vor aller­dings auch ein Treffen am kommenden Wochenende oder im Laufe der kommenden Woche.

Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Alice Weidel, warf der Bundeskanzlerin heute vor, dass sie mit ihren Maßnahmen die Gesellschaft spalte. Weidel prognostizierte Massenarbeitslosigkeit, eine bislang nicht gekannte Pleitewelle und einen enorm hohen Schuldenberg.

FDP-Chef Christian Lindner verwarf einen harten Lockdown als falsch. Es gebe keine Garantie, ob auf kurze Härte ein Erfolg folge. Zudem habe Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) versprochen, dass es keine weitere Schließung des Einzelhandels gebe. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag geschlossen.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Mittwoch, 23. Dezember 2020, 00:44

Ist das wirklich ernst gemeint?

@Andre B.: Haben Sie sich wirklich mal die Mühe gemacht, den von Ihnen präsentierten Link mit dem Schreiben von Herrn Fuellmich durchzulesen? Das ganze Schreiben ist eine krude Mischung von aus dem Zusammenhang gerissenen Halbwahrheiten und offensichtlichen Unwahrheiten, all die Glaubenssätze der Coronaleugner sind hier vereint.

Zu diesem Herrn und seinem Verein gibt es einen schönen Psiram-Artikel:
https://www.psiram.com/de/index.php/Anwälte_für_Aufklärung
Dort ist die Sammelklage in den USA ausführlich beschrieben. Auch wenn die o.g. Klage in Deutschland eingereicht wurde, handelt es sich in beiden Fällen um die gleichen Argumente. Für Personen mit „Psiram-Allergie“ hier die Quellenverweise aus dem Psiram-Artikel:
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/sammelklage-corona-119.html
https://www.fuldaerzeitung.de/panorama/corona-pcr-test-reiner-fuellmich-virologe-christian-drosten-lothar-wieler-rki-anwalt-goettingen-90096522.html

Über die Bewertung von PCR-Testen und über die Überlastung der Krankenhäuser in den Hotspotregionen wurde bereits alles gesagt. In diesem Land herrscht Glaubensfreiheit, deshalb ist es die persönliche Freiheit eines jeden Einzelnen auch an die wildesten Verschwörungstheorien zu glauben. Kritisch wird es, wenn Juristen denken, sie könnten auf dem Klageweg offensichtliche Tatsachen widerlegen. In dieser Hinsicht ist Herr Fuellmich nicht der erste und nicht der letzte, der versucht, seine Weltanschauung juristisch anderen Menschen aufzuzwingen. Er hat eine Reihe „würdiger“ Vorgänger, sei es Herr Trump, der bis zur letzten Sekunde versucht, seine Wahlniederlage zu leugnen, sei es die Firma Hevert, die versucht, mit Abmahnungen Kritik an der Homöopathie zu verhindern.

Ein Virus ist eine Sache, keine juristische Person und kann deshalb nicht verklagt werden. Was tun also Leute, die ein offensichtliches Verarbeitungsproblem ihrer persönlichen Lebenskrise haben? Sie Verklagen den Überbringer der schlechten Nachrichten, und das ist in erster Linie Prof. Drosten. Nur bevor man überhaupt jemanden verurteilen kann, muss man vorher dieser Person ein Fehlverhalten nachweisen. Und hier kommt die Rufmordkampagne bezüglich des Artikels im Eurosurveillanve ins Spiel. Allerdings steht auch diese Rufmordkampagne aus wissenschaftlicher Sicht auf tönernen Füßen. Der einzige belastbare Kritikpunkt ist das fehlende peer-Review-Verfahren. Da es sich um einen Einzelfall handelt, steht die Frage, ob es dafür einen rechtfertigenden Notstand gibt. Die Coronaleugner haben dazu eine Meinung. All diejenigen, die beruflich mit Sars-CoV-2 zu tun haben, haben dazu auch eine Meinung, und die dürfte ganz anders aussehen.

Rein formell handelt es sich bei den Klagen und Rufmordkampagnen gegen Prof. Drosten um offene Vorgänge. Wer sich noch einen Rest an wissenschaftlicher Denkweise bewahrt hat, weiß dass diese Vorwürfe haltlos sind. Nun ja, wer diesen ganzen Schwachsinn für bare Münze nimmt, hat sich tief in das Geflecht der Verschwörungstheorien verstrickt und belügt sich selbst.
Avatar #745246
Andre B.
am Sonntag, 20. Dezember 2020, 11:53

@Staphylococcus rex - Sie hatten danach gefragt

Sehr geehrter Staphylococcus rex,

vor kurzem hatten Sie danach gefragt, was denn genau Herrn Drosten eigentlich vorgeworfen wird. Dies kann bei Bedarf, dem unten aufgeführten Link entnommen werden. Eine ganz ähnliche geartete Anzeige ist nach den mir vorliegenden Informationen auch in den USA anhängig und außerdem steht Herr Drosten bald auch eine Beteiligung an gerichtlichen Ausseinandersetzungen mit dem auf Wissenschaftsbetrug und Plagiatsgutachten spezialisierten Forscher Dr. rer. nat Markus Kühbacher bevor. Bis zur entgültigen Klärung aller Vorwürfe gilt natürlich weiterhin die Unschuldsvermutung!

Ein Auszug aus der Abmahnung von Dr. jur. Rainer Fuellmich:
https://www.docdroid.net/eZvMAAe/abmahnung-an-charite-pdf

Herr Drosten hat also Stand heute noch exakt 2 Tage Zeit, bevor die vorgebrachten Vorwürfe ein Teil bzw. zum Inhalt eines darauf folgenden Gerichtsverfahrens werden. Bleiben wir also auf den Ausgang dessen gespannt.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Freitag, 11. Dezember 2020, 00:39

Mit Verlaub,

aber copy/paste-Orgien ersetzen keine inhaltliche Argumentation.
@Andre B.: Wenn Ihre Argumentationsfähigkeit sich darin erschöpft, seitenweise Texte zu kopieren, dann sollten Sie es besser sein lassen.

Was wird Prof. Drosten überhaupt vorgeworfen? Hier nochmal die Quelle dieses Machwerks sowie die Originalquelle:
https://cormandrostenreview.com
https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2020.25.3.2000045
Ja, er hat die üblichen Regeln für das Primerdesign teilweise verletzt. Nur handelt es sich hier um Erfahrungsregeln, nicht um Naturgesetze. Diese Regeln sorgen dafür, dass jemand ohne große Erfahrungen die Chance hat, eine funktionsfähige PCR zu basteln und sind die Grundeinstellungen der meisten Primerdesignprogramme. Der Umkehrschluss, dass eine Verletzung dieser Regeln zu einer unbrauchbaren PCR führt, wird von den Autoren dieses Machwerks stillschweigend vorausgesetzt, aber nirgendwo wirklich bewiesen. Das bedeutet, wer die Regeln des Primerdesigns verletzt, hat ein höheres Risiko für unerwartete Effekte. Ich habe Herrn Drosten beim Primerdesign nicht über die Schulter geschaut und kann deshalb nicht sagen, auf welche Zwänge er genau Rücksicht nehmen musste. Einerseits gab es zum Zeitpunkt der Publikation im Eurosurveillance kaum Referenzsequenzen von Sars-CoV-2 (damals noch 2019nCOV), außerdem musste prophylaktisch darauf Rücksicht genommen werden, dass ähnliche Coronaviren in großen Teilen ihrer Sequenz sehr variabel sind.

Wenn man sich die Originalarbeit von Drosten durchliest, kann man sehen, dass umfangreiche Vorversuche zur Validierung durchgeführt wurden und dass seine Methodik funktioniert. In einer derartigen Situation erwartet niemand, dass ein derartiges Testprotokoll für die Ewigkeit funktioniert, aber alle erwarten ein ausreichend scharfes Wirkzeug zur Identifizierung der Infizierten in der Frühphase einer Epidemie. Genau das hat Prof. Drosten geliefert. Aus seiner Arbeit ist unschwer zu erkennen, was seine Prioritäten waren: Ein Nachweislimit möglichst unter 10 GE/Reaktion und die Erfassung von möglichen Sequenzvarianten von Sars-CoV-2.

Ein Großteil der anderen Vorwürfe steht im Zusammenhang mit der Dringlichkeit der Publikation. Um die Arbeit von Monaten in wenigen Tagen zu erledigen, musste Drosten wichtige Zulieferfirmen in das Projekt einbinden. Daran ist aus meiner Sicht nicht Verwerfliches. Das fehlende ausführliche peer Review ist eine Regelverletzung, eine außer Kontrolle geratene Epidemie mit einem bisher unbekannten Erreger ist ein rechtfertigender Notstand für ein derartiges Vorgehen.

Was hat das Machwerk von P. Borger und U. Kämmerer noch zu bieten?
Virologische Expertise der Autoren? Bei P. Borger gibt es in pubmed keine virologischen Publikationen. Die neueste virologische Publikation von U. Kämmerer ist von 1998.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9457433/
Die Forderungen, dass diagnostische Primer das ganze Virusgenom abdecken sollen, sind schön in der Theorie, aber zweitrangig für die konkrete Ausbruchssituation.
Die Forderung, die PCR nach 30 Zyklen zu beenden, kommt ganz tief aus der Mottenkiste der Coronaleugner. Eine niedrige Viruslast ist möglich am Beginn und am Ende der Infektion. Diese Ergebnisse zu ignorieren würde dazu führen, echte Patienten mit einer verschleppten Infektion falsch zu behandeln und Superspreader in der Frühphase ihrer Infektion frei rumlaufen zu lassen.

Bei sehr wohlmeinender Betrachtung des Machwerks von P. Borger und U. Kämmerer handelt es sich um eine Nörgelei von Kleingeistern, die sich weit außerhalb ihrer wissenschaftlichen Kernkompetenz bewegen. Wenn man berücksichtigt, wie viel Aufwand für dieses Machwerk betrieben wurde, es wurde extra eine Domäne nur für diesen Zweck reserviert, außerdem wurde viel Aufwand betrieben, eine lange Liste an Pseudoexperten zusammenzutrommeln, dann ist dies keine spontane Zusammenkunft von Wissenschaftlern, sondern eine mit viel Aufwand vorbereitete Rufmordkampagne. Auch steht diese Rufmordkampagne nicht allein da, auf den üblichen Seiten der Coronaleugner wird z.B. auch viel über seine Doktorarbeit schwadroniert.

All diejenigen, die dieses Machwerk von P.Borger und U. Kämmerer ernst nehmen, sollten über Matthäus 7,3 nachdenken: „ Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“ Die Welt hat sich im Januar 2020 schlagartig verändert. Aber es ist in erster Linie das Virus, was unsere Welt verändert, nicht die notwendigen Maßnahmen. Millionen von Menschen wurden zu diesem Zeitpunkt aus ihrer gewohnten Komfortzone gerissen und müssen sich an die neue Situation anpassen. Das Gegenteil eines Coronaleugners ist deshalb auch nicht ein Coronabefürworter (wie es gern mal unterstellt wird), sondern jemand, der die Relevanz dieses Erregers akzeptiert und versucht, sich an die neue Situation anzupassen.

Der Begriff Coronaleugner hat mehrere Facetten.
1. Die Existenz des Virus wird von den wenigsten geleugnet und ist für die öffentliche Diskussion irrelevant.
2. Die klinische und epidemiologische Relevanz von Sars-CoV-2 wird von allen Coronaleugnern abgelehnt, dies ist die Voraussetzung dafür, auch all die flankierenden staatlichen Maßnahmen ablehnen zu können.
3. Die Leugnung der Relevanz von Sars-CoV-2 ist nur ein Symptom. Die Ursache ist eine fehlerhafte Verarbeitung der eigenen Lebenskrise. In der Anfangsphase überwiegen Wut und Verleugnung. Erst später kommen Akzeptanz und Neuorientierung:
https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/phasen-einer-krise/
Die Gemeinsamkeit der Coronaleugner besteht darin, in der Verarbeitung ihrer Lebenskrise in der Anfangsphase stehen geblieben zu sein. Offensichtlich ist es einfacher, sich gemeinsam in einer Filterblase zu verbarrikadieren, als sich den Problemen zu stellen.

Erst wenn die Akzeptanz der Relevanz von Sars-CoV-2 gegeben ist, erst dann kann man anfangen, über die wirklich wichtigen Fragen zu diskutieren. Von den wirklich wichtigen Fragen gibt es eine ganze Menge, z.B. wie werden die Lasten gerecht verteilt? Wie ist das Aufwand/Nutzenverhältnis bei den unterschiedlichen Maßnahmen? Wie kann die Aufklärung verbessert werden? Wie kann man den Menschen helfen, sich in der veränderten Situation zurechtzufinden?
Avatar #745246
Andre B.
am Donnerstag, 10. Dezember 2020, 06:20

@Staphylococcus rex - Ein Unding

Ich persönlich strebe die vorurteilsfreie Aufklärung der Vorwürfe an, doch da jedoch inzwischen gegen Herrn Drosten in verschiedenen Ländern, die unterschiedlichsten Verfahren anhängig sind, so empfehle ich Ihnen einfach die Geduld aufzubringen und deren Ausgang abzuwarten. Doch bis es letztendlich dazu kommt gilt natürlich und wie für jeden anderen auch die Unschuldsvermutung!

Ich zitiere aus Ihren Ausführungen:

"Umso schäbiger sind die aktuellen Rufmordkampagnen, die derzeit von Coronaleugnern gegen Prof. Drosten gefahren werden, ein anschauliches Beispiel ist gerade der erneute Versuch, seine Veröffentlichung im Eurosurveillance zu diskreditieren"

Nichts für ungut, aber Ihre Doppelzüngigkeit ist wirklich auffällig, denn einerseits sprechen Sie von "Rufmordkampagnen" gegen Herrn Drosten und andererseits verunglimpfen Sie wiederholt renomierte Wissenschaftler als "Coronaleugner". Ich empfinde dies als Unding bzw. eines Akademikers unwürdig und ganz grundsätzlich in keinster Form akzeptabel!

Da sich diese Personen nicht selbst verteidigen können, so erlaube ich mir die Namen der beteiligten Forscher nochmals hier aufzulisten, so das sich bei Bedarf jeder selbst ein Bild über deren Qualifikationen machen kann.

- Dr. Pieter Borger (MSc, PhD), Molecular Genetics, W+W Research Associate, Lörrach, Germany
- Prof. Dr. Ulrike Kämmerer, specialist in Virology / Immunology / Human Biology / Cell Biology, University Hospital Würzburg, Germany
- Prof. Dr. Klaus Steger, Department of Urology, Pediatric Urology and Andrology, Molecular Andrology, Biomedical Research Center of the Justus Liebig University, Giessen, Germany
- Prof. Dr. Makoto Ohashi, Professor emeritus, PhD in Microbiology and Immunology, Tokushima University, Japan
- Prof. Dr. med. Henrik Ullrich, specialist Diagnostic Radiology, Chief Medical Doctor at the Center for Radiology of Collm Oschatz-Hospital, Germany
- Rajesh K. Malhotra (Artist Alias: Bobby Rajesh Malhotra), Former 3D Artist / Scientific Visualizations at CeMM – Center for Molecular Medicine of the Austrian Academy of Sciences (2019-2020), University for Applied Arts – Department for Digital Arts Vienna, Austria
- Dr. Michael Yeadon BSs(Hons) Biochem Tox U Surrey, PhD Pharmacology U Surrey. Managing Director, Yeadon Consulting Ltd, former Pfizer Chief Scientist, United Kingdom
- Dr. Kevin P. Corbett, MSc Nursing (Kings College London) PhD (London South Bank) Social Sciences (Science & Technology Studies) London, England, UK
- Dr. Clare Craig MA, (Cantab) BM, BCh (Oxon), FRCPath, United Kingdom
- Kevin McKernan, BS Emory University, Chief Scientific Officer, founder Medical Genomics, engineered the sequencing pipeline at WIBR/MIT for the Human Genome Project, Invented and developed the SOLiD sequencer, awarded patents related to PCR, DNA Isolation and Sequencing, USA
- Dr. Lidiya Angelova, MSc in Biology, PhD in Microbiology, Former researcher at the National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), Maryland, USA
- Dr. Fabio Franchi, Former Dirigente Medico (M.D) in an Infectious Disease Ward, specialized in “Infectious Diseases” and “Hygiene and Preventive Medicine”, Società Scientifica per il Principio di Precauzione (SSPP), Italy
- Dr. med. Thomas Binder, Internist and Cardiologist (FMH), Switzerland
- Dr. Stefano Scoglio, B.Sc. Ph.D., Microbiologist, Nutritionist, Italy
- Dr. Paul McSheehy (BSc, PhD), Biochemist & Industry Pharmacologist, Loerrach, Germany
-Dr. Marjolein Doesburg-van Kleffens, (MSc, PhD), specialist in Laboratory Medicine (clinical chemistry), Maasziekenhuis Pantein, Beugen, the Netherlands
- Dr. Dorothea Gilbert (MSc, PhD), PhD Environmental Chemistry and Toxicology. DGI Consulting Services, Oslo, Norway
- Dr. Rainer Klement, PhD. Department of Radiation Oncology, Leopoldina Hospital Schweinfurt, Germany
- Dr. Ruth Schrüfer, PhD, human genetics/ immunology, Munich, Germany,
- Dr. Berber W. Pieksma, General Practitioner, The Netherlands,
- Dr. med. Jan Bonte (GJ), Consultant Neurologist, the Netherlands, Dr. Bruno
- H. Dalle Carbonare (Molecular biologist), IP specialist, BDC Basel,
Switzerland

Die Kommentarsektion auf der Website der Autoren ist seit Eintstellung des Wiederspruchs freigeschaltet und ich fordere Sie hiermit auf und sofern Sie überhaupt fachlich berechtigte Kritkpunkte vorbingen können, sich an der ernsthaften wissenschaflichen Diskusion dort zu beteiligen! Zahlreiche Kollegen speziell auch aus Ihrem Fachgebiet nutzen diese Möglichkeit bereits! Bei Bedarf dort bitte also ganz nach unten scrollen! >>> https://cormandrostenreview.com/retraction-request-letter-to-eurosurveillance-editorial-board/

Wouter Aukema ist im übrigen ein international anerkannter Informatiker und Biostatistiker, der seit 30 Jahren u.a. für verschiedenste Regierungen und Großunternehmen als Berater tätig ist. Ihm ebenfalls das Etikett eines "Coronaleugners" verpassen zu wollen ist gleichermaßen abwegig bzw. einfach völlig absurd!

Mit freundlichen Grüßen
André B.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 10. Dezember 2020, 00:09

Für die Regionen mit der höchsten Inzidenz kommt der Lockdown mindestens zwei Wochen zu spät

Beim RKI sind die täglichen Lageberichte auch im Archiv abrufbar. Anfang November hatten die Spitzenreiter bei den Landkreisen eine Inzidenz von knapp 300, mittlerweile muss man schon bei über 500 sein, um eine Chance auf einen Treppchenplatz zu haben. Dabei geht es nicht nur um die Zahlen, sondern um die Konsequenzen für das Gesundheitswesen. Die Krankenhäuser in den Hotspots kämpfen mit mehreren Problemen gleichzeitig. Die Covid-Patienten belegen vielleicht nur ein Viertel der Betten, brauchen aber deutlich mehr Pflegepersonal als normale Patienten. Gleichzeitig gibt es enorme Ausfälle beim Personal, ob sich die Mitarbeiter auf Arbeit oder im häuslichen Umfeld angesteckt haben, ist bei überforderten Gesundheitsämtern nicht mehr nachvollziehbar. Wenn etwa ein Drittel des Personals krankheitsbedingt ausfällt, dann bleibt um so mehr Arbeit für die Übrigen, bei Ärzten sind das dann statt drei plötzlich acht Dienste im Monat. Auf der ITS sieht es nicht viel besser aus, wenn knapp 2/3 der ITS-Betten mit Covid-Patienten belegt sind, bleibt nicht mehr viel Platz für andere Patienten, auch weil Covid-Patienten wesentlich länger auf der ITS liegen als normale Patienten. ITS-Betten werden in der Regel nur dann frei, wenn ein Patient an einen entfernten Maximalversorger weiterverlegt wird oder wenn ein Patient stirbt. Der Umbau der Krankenhäuser zu Infektionskliniken hat Konsequenzen für alle anderen Patienten, weil Personal und damit Behandlungskapazität fehlt, werden auch alle anderen Patienten schlechter versorgt und deren Sterblichkeit steigt. In dem Bereich, den ich überschauen kann, dürfte die Übersterblichkeit zu 50% durch Covid und zu 50% durch die Unterversorgung der übrigen Patienten bedingt sein. Die spannendste Frage ist die, wie lange hält das verbliebene Personal in den betroffenen Krankenhäusern diese Belastung noch durch?

All dies ist nicht der Untergang des Abendlandes. Aber wenn das passiert, was sich all die Coronaleugner wünschen und das Virus sich ungehemmt ausbreiten darf, dann müssen wir uns für knapp ein halbes Jahr von der Medizin des 21. Jahrhunderts verabschieden und zurückkehren zur Medizin des späten 19. Jahrhunderts. Und ja, wir müssen auch unsere Vorstellungen über die Bedeutung von Leben und Tod überdenken.

Der Lockdown light hat in den Gebieten mit niedriger Inzidenz die Situation stabilisiert. In den Regionen mit hoher Inzidenz hätte es wirken können, wenn die Mehrheit der Bevölkerung ihr Verhalten deutlich umgestellt hätte. Ohne die entsprechende Compliance bleibt nur die Notbremse eines harten Lockdown.

Eines der effektivsten Instrumente der Infektionskontrolle ist eine gute Diagnostik. Umso schäbiger sind die aktuellen Rufmordkampagnen, die derzeit von Coronaleugnern gegen Prof. Drosten gefahren werden, ein anschauliches Beispiel ist gerade der erneute Versuch, seine Veröffentlichung im Eurosurveillance zu diskreditieren.
Avatar #745246
Andre B.
am Mittwoch, 9. Dezember 2020, 22:51

The ONE and ONLY - Christian Drosten

Ich zitiere:

"Zur Eindämmung der Coronapandemie in Deutschland hat sich der Virologe Christian Drosten für eine rasche Verschärfung der staatlichen Auflagen ausgesprochen. „Es ist schon so, dass wir jetzt unbedingt etwas tun müssen“, sagte der Charité-Wissenschaftler im jüngsten „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Weihnachtszeit zu einem Anstieg der Fallzahlen führe. Werde jetzt nicht nachreguliert, drohe „Ende Januar und über den gesamten Februar hinaus“ ein Lockdown mit massiven Folgen für die Wirtschaft.

Familien, die weit voneinander entfernt lebten, sollten sich Drosten zufolge in diesem Jahr vielleicht nicht unbedingt über die Feiertage besuchen. Er bekräftigte außerdem, dass Schnelltests nur eine Mo­mentaufnahme seien: „Wenn man solche Antigentests benutzen will für Familienbesuche, dann muss man im Prinzip sich jeden Morgen testen damit.“ Seit einiger Zeit rät Drosten dazu, sich vor Besuchen, etwa bei den Großeltern, vorsorglich in Quarantäne zu begeben.

An Schulen sollte dem Virologen zufolge nach dem Jahreswechsel nicht alles so weiterlaufen wie zuvor. Dort müsse organisatorisch etwas passieren. Bei den an der Stellungnahme beteiligten Wissenschaftlern sei der Eindruck einer ernsten Schulsituation entstanden, sagte Drosten. Es gebe dort ein „erhebliches Infektionsgeschehen“.

Daten aus England zeigten, dass insbesondere in den Jahrgängen oberhalb der Grundschule mehr Infek­tionen aufträten als in der normalen Bevölkerung. „Wenn man es irgendwo weiterlaufen lassen will, dann ist es im Grundschul- und Kindergartenalter“, sagte Drosten. Er wolle aber „alles andere als ein Prediger für Schulschließungen“ sein."

Am 21.1. hat Christian Drosten mit anderen WissenschaftlerInnen das berühmte Papier zum PCR-Test beim Portal Eurosurveillance eingereicht. Es wurde am 22.1. akzeptiert und am 23.1. veröffentlicht und befindet sich gegenwärtig in einem von außen inizierten Überprüfungsprozeß.

Auffällig an dem Verfahren ist die extrem kurze Zeit (1 Tag) für die Überprüfung des brisanten Textes. Drosten ist einer der Herausgeber von Eurosurveillance. Wouter Aukema, der seit 30 Jahren Regierungen und Unternehmen berät, hat sich einmal angesehen, für wie viele Veröffentlichung seit 2015 eine derart verkürzte Prüfdauer zutrifft. Das Ergebnis: Drostens Arbeit ist die einzige von 1.595 Studien.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

-Von den 17 Arten von Artikeln, die seit 2015 veröffentlicht wurden, kommen drei Arten am häufigsten vor: Schnelle Kommunikation (385), Forschung (312) und Überwachung (193).
- Die durchschnittliche Anzahl der Tage zwischen der Annahme und dem Empfang von Artikeln des Typs Forschung beträgt 172 (2019) und 97 (2020).
- In Übereinstimmung mit den redaktionellen Richtlinien für Autoren scheinen Publikationen der Kategorie "Schnelle Kommunikation" schneller geprüft und akzeptiert zu werden (durchschnittlich 18 Tage) als Artikel des Typs "Forschung" und "Überwachung".
- Mit Ausnahme dieses einen Forschungsartikels (vom 22. Januar 2020) wurde seit 2015 kein weiterer Artikel innerhalb eines einzigen Tages begutachtet und angenommen.«

>>> http://www.aukema.org/2020/12/meta-data-analysis-at.html & https://drive.google.com/file/d/1hRi6NY8_7BJNMlBntJ1xsO7czr7Midz2/view
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