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Pädiater wollen neue digitale Lehrformate entwickeln

Mittwoch, 9. Dezember 2020

/Pixel-Shot, stock.adobe.com

Berlin – Auch in der Pädiatrie fanden die Lehrveranstaltungen für Medizinistudierende in diesem Som­mersemester überwiegend online statt. Eine Umfrage unter 17 pädiatrischen Universitätskinder­kliniken zeigt jetzt Erfolge aber auch Defizite bei neuen Lehrformaten. Die Ergebnisse sind in der Monatsschrift Kinderheilkunde erschienen (DOI: 10.1007/s00112-020-01076-7).

„Bei der Auswertung der Umfrage beeindruckte die große Vielfalt an digitalen Ersatzformaten. Die Ange­bote für Medizinstudierende wurden in kürzester Zeit mit Kreativität und Engagement entwickelt, um die Lehre unbedingt fortsetzen zu können“, sagte Martin Häusler von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Lehre der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).

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Dennoch gibt es auch Defizite: Am deutlichsten reduziert war erwartungsgemäß das pädiatrische Lehr­angebot für klinisch-praktische Fertigkeiten beziehungsweise der direkte Unterricht am Patienten. Als Ersatzformate wurden unter anderem Onlinepatientenpräsentationen und Videos zur Anamnese und zu Untersuchungen angeboten. An einigen Universitäten wurden auch Schauspielpatienten eingesetzt.

Letztlich entfiel laut der Umfrage jedoch ein bedeutender Teil dieses Lehrangebots. Die Umfrageautoren konstatieren dementsprechend, dass der Unterricht am Patienten bisher nicht durch Onlineformate er­setzt werden kann und hier neue Lehrformate entwickelt werden müssen.

„Wenn jetzt schon im zweiten Semester in Folge die praktische Ausbildung leidet, müssen wir mit Defi­ziten rechnen“, sagte Norbert Graf aus der AG. Sollte innerhalb eines Jahres kein reguläres Blockprak­ti­kum der Pädiatrie durchge­führt werden können, werde ein ganzer Jahrgang der Medizinstudierenden wenig bis gar keinen prak­tischen Unterricht in der Pädiatrie während des Studiums erfahren haben, mit den entsprechenden Konsequenzen für solche dann angehenden Ärzte.

Die Autoren der Publikation diskutieren daher eine Kombination aus digitaler und analoger Lehre, wobei digitale Lehre den Patientenkontakt möglichst intensiv vorbereiten sollte, um dann die reduzierte Zeit am Patienten bestmöglich nutzen zu können. „Hierfür müssen die Schutzvorkehrungen so optimiert wer­den, dass wenigstens ein eingeschränkter Unterricht am echten Patienten möglich ist“, hieß es aus der DGKJ. © hil/aerzteblatt.de

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