NewsÄrzteschaftDaten von geimpften Patienten dürfen nicht verloren gehen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Daten von geimpften Patienten dürfen nicht verloren gehen

Mittwoch, 9. Dezember 2020

/picture alliance, Philipp von Ditfurth

Ulm – Medizinische Fachgesellschaften warnen vor folgenreichen Datenlücken in der ersten Phase der Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2. In dieser Phase seien für die Impfungen nicht die üblichen Versorgungs­strukturen wie niedergelassene Ärzte zuständig, sondern Impfzentren. Diese nutzten jedoch nicht die üblichen Abrechnungswege, sondern hätten eigene Logistik, eigene Datenflüsse und Dokumen­tationen.

Die Informationen zur Impfung tauchten dadurch nicht in den Abrechnungsdaten der gesetzlichen Kran­kenversicherungen auf, warnen die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), die Deutsche Ge­sellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und die Impfstoffinitiative Vac4EU.

„Damit wäre es nicht möglich, aussagekräftige Studien zur Sicherheit durchzuführen, obwohl dies gerade in der ersten Phase, in der vulnerable und besonders exponierte Gruppen geimpft werden sollen, beson­ders wichtig ist“, hieß es in einem Schreiben an das Bundesgesundheitsministerium (BMG), die Ständige Impfkommission und das Robert-Koch-Institut (RKI). Nur durch eine solide wissenschaftliche Bewertung werde es aber dauerhaft möglich sein, das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfung sicherzustellen.

In der nationalen Impfstrategie gehe es in erster Linie um die Organisation der Impfung in der Bevöl­ke­rung, um das Monitoring der Impfquote und um die Finanzierung. „Ein zentraler Aspekt wurde jedoch bis­her vernachlässigt: die Schaffung einer unabhängigen Datenbasis zur quantitativen Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung nach Marktzulassung.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass in Deutschland spätestens im Januar der Impfstoff gegen Corona verabreicht werden kann. Verteilt werden sollen Impfstoffe über knapp 30 Anlieferstellen der Länder, von dort dann weiter in regionale Impfzentren, für die gerade Hallen, Stadien und Hotels hergerichtet werden. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #789658
2haeschen
am Mittwoch, 9. Dezember 2020, 17:41

"Ein zentraler Aspekt wurde jedoch bis­her vernachlässigt: die Schaffung einer unabhängigen Datenbasis zur quantitativen Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung nach Marktzulassung.“

Genau dieser Aspekt wird leider seit vielen Jahren mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten vorsätzlich verhindert.

Und, wenn nötig, schaffen wir dafür eine gut bezahlte task force ... ist noch nicht so lange her.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER