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Immer noch sterben viele Menschen an den Folgen opioidhaltiger Drogen

Mittwoch, 9. Dezember 2020

/Paul Paladin, stock.adobe.com

Berlin – 2019 verstarben 1.398 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Für fast die Hälfte der Fälle sind Opioidvergiftungen ursächlich. Das gab heute die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) in ihren jährlichen Bericht bekannt, der einen vollständigen Überblick über das Konsumverhalten in der Altersgruppe der 12-bis 64-Jährigen bietet.

Um den Tod opioidabhängiger Menschen zu verhindern, empfiehlt neben der WHO auch die Drogen­be­auftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, das Notfallmedikament Naloxon an Laien auszu­geben.

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Die Vergabe des Nasensprays an Laien habe sich in Deutschland trotz guter Ergebnisse eines Modellpro­jekts in Bayern bisher nichtflächendeckend durchgesetzt. „Ich setze mich sehr dafür ein, dass das in die­ser Legislaturperiode noch gelingt“, sagte Ludwig, anlässlich des Erscheinens des Berichts.

Für die Schadensminderung bei Schwerstabhängigen spielen dem DBDD-Bericht zufolge zudem Drogen­konsumräume eine entscheidende Rolle. Derzeit stehen demnach aber nur 25 stationäre Konsumräume sowie drei Drogenkonsummobile in acht Bundesländern zur Verfügung.

Zahl substituierender Ärzte nimmt seit Jahren ab

Unerlässlich im Rahmen der Schadensminimierung und Behandlung ist nach Angaben der DBDD ein brei­tes und stabiles Angebot substitutionsgestützter Behandlungen für Menschen mit einer Opioid­ab­hängigkeit. Während die Anzahl substituierter Patientinnen und Patienten seit Jahren in etwa stabil sei, nehme die Zahl der Ärzte in diesem Bereich ab.

Die Beobachtungsstelle weist darauf hin, dass um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, bereits 2017 in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung Regelungen geschaffen wurden, um die Verschreibung flexibler zu gestalten und den Ärzten bei der Substitutionstherapie mehr Freiräume zu lassen.

Die meisten konsumieren Cannabis

Basierend auf aktuellen Bevölkerungsumfragen haben in Deutschland im Jahr 2018 etwa ein Drittel der Erwachsenen (15,2 Millionen) im Alter von 18 bis 64 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben eine ille­gale Droge konsumiert. Cannabis nimmt unter den illegalen Drogen weiterhin die prominenteste Rolle ein.

Im Jahr 2019 haben 10,4 Prozent der 12-bis 17-jährigen Jugendlichen und 46,4 Prozent der 18-bis 25-jährigen Erwachsenen in einer Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklä­rung (BZgA) angegeben, mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben.

„Auch wenn Cannabis nach wie vor die am weitesten verbreitete illegale Droge ist, sehen wir auch beim Konsum von Stimulantien und im Bereich Neuer Psychoaktiver Stoffe Hinweise auf eine wachsende Ver­breitung“, berichtete der Leiter der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, Tim Pfeiffer-Gerschel. Daher sei es von Bedeutung, auch hier in den nächsten Jahren insbesondere die Prä­ventionsmaßnahmen zu intensivieren.

Das Dokumentationssystem „Dot.sys“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt Pfeiffer-Gerschel zufolge seit 2006 umfangreiche Informationen zu Maßnahmen der Suchtprävention in Deutschland zur Verfügung.

Die über 25.000 Dot.sys-Daten 2019 zeigten, dass cannabisbezogene Präventionsmaßnahmen seit 2016 die größten Zuwächse verzeichnen. Diese richteten sich insbesondere an Jugendliche und junge Erwach­sene und finden meist im Setting Schule statt.

Der Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht erscheint jährlich und fasst als Teil des Europäischen Drogenbeobachtungssystems die Situation illegaler Drogen in Deutschland zusammen. Er fasst Hintergrundinformationen sowie aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Präven­tion, Beratung, Behandlung, Schadensminimierung und Angebotsbekämpfung zur Verbreitung illegaler Drogen in Deutschland zusammen. © PB/aerzteblatt.de

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