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Politik

Mehr Tests, mehr Schutz: Pflege soll in Coronazeiten sicherer werden

Mittwoch, 9. Dezember 2020

/picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Der Berliner Senat, Amtsärzte, Verbände und Krankenhäuser haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen für eine starke und sichere Pflege in Coronazeiten verständigt. In einem gemeinsamen Posi­ti­onspapier verpflichten sich alle Beteiligten unter anderem zur Einhaltung von Hygieneregeln, zur Be­reitstellung von ausreichend Schutzkleidung und Schutzmasken für das Pflegepersonal und zur gegen­seitigen Unterstützung bei Engpässen.

Vereinbart wurde auch, Pflegekräfte möglichst einmal wöchentlich auf Corona zu testen. Die Pflege­be­dürf­tigen sollen regelmäßig „stichprobenhaft“ getestet werden, vor allem in stationären Einrich­tungen. Bei Coronaausbrüchen seien alle betroffenen Heimbewohner in die Testungen einzubeziehen, hieß es. 1,8 Millionen Schnelltests stünden zur Verfügung.

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Besuche von Angehörigen in Pflegeheimen sollen der Vereinbarung zufolge weiter möglich sein – wobei der Schutz der Bewohner im Vordergrund stehe. Um solche Besuche über die Weihnachtstage zu ge­währ­­leisten, sollen Schnelltests gezielt auch für Besucher zum Einsatz kommen. Zusätzlich zu den be­reits im November verteilten 200 FFP2-Masken pro Pflegeeinrichtung stellt die Gesundheitsverwal­tung für Weihnachten weitere je 200 solcher Schutzmasken zur Verfügung.

„Weihnachtliche Kultur steht nicht im Widerspruch zu konsequenter Hygiene: Hofkonzerte, Tages­gedich­te, Weihnachts(haus)post können und sollen weiterhin stattfinden“, heißt es in dem Papier. Bei einem Be­suchsmanagement, das auch die Mitarbeiter entlaste, könne eine Entzerrung helfen: „Pflegebedürftige freuen sich auch vor und nach den Feiertagen über Besuche oder Einladungen ihrer Familien.“ Für Fami­lienkontakte sollen Heimbewohner zudem dabei unterstützt werden, digitale Möglichkeiten nutzen zu können.

Zur Impfstrategie heißt es in dem Positionspapier, Ziel müsse ein frühestmöglicher Impfschutz für pfle­gebedürftige Menschen und Pflegende sein. Für Bewohner von Pflegeheimen sei deshalb ein Angebot mit mobilen Impfteams entwickelt worden. Bei Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung dieser his­torisch einmaligen Massenimpfung unterstützten alle Beteiligten die Pflegeeinrichtungen.

Das Papier wird getragen von der Berliner Krankenhausgesellschaft, Pflege- und Behindertenverbänden, den Amtsärzten der Stadt und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Sie verstehen ihr Positions­pa­pier als „deutliches Signal zur Unterstützung Pflegender und der Pflegeeinrichtungen“.

Die Menschen in der Pflege leisteten während der Pandemie Außerordentliches. Angesichts der aktu­el­len Infektions­lage sei es wichtig, alle Kräfte darauf zu setzen, sie und ihre Patienten zu unterstützen und die enorme Dauer­belastung im Alltag zu mildern.

Wichtig sei in dem Zusammenhang auch, die Arbeit in den Pflegeberufen attraktiver zu machen und besser zu vergüten. Der bereits vor geraumer Zeit vereinbarte „Berliner Pakt für die Pflege“, der auf eine nachhaltige Steigerung von Kapazität und Qualität der Ausbildung ziele, zeige erste Erfolge.

So sei die Ausbildungsvergütung inzwischen deutlich konkurrenzfähiger mit anderen Berufsgruppen. „Es gilt, Versäumnisse der vergangenen Jahre aufzuholen und dafür zu sorgen, dass zufriedene Pflegende ihre wichtige Arbeit unter guten Bedingungen leisten können“, heißt es in dem Papier von heute.

Zuletzt hatte es in mehreren Berliner Pflegeheimen größere Coronaausbrüche gegeben. Ältere, gebrechliche Menschen haben ein besonders hohes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken und in der Folge auch zu sterben. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #830245
Hortensie
am Donnerstag, 10. Dezember 2020, 12:25

Woher kommt das Personal, das die Schnelltests macht?

Das Pflegeheim meiner Mutter kann die Schnelltests nicht machen, weil dazu das ausgebildete Personal fehlt.
Denn einen Abstrich weit oben aus der Nase erfordert eine Ausbildung bzw. Einarbeitung, allein schon wegen der Verletzungsgefahr und wegen der Sicherheit des Abstrichergebnisses.
Das kann jemand, der das noch nie gemacht hat, nicht ohne Einarbeitung machen.
Vielleicht sollte man die Schnelltests den Besuchern in die Hand drücken, damit die sich selbst den Abstrich aus der Nase und dem Rachen machen? Ich fände dies wäre eine Möglichkeit.
Ich würde mir selbst am ehesten zutrauen, weit genug in meine Nase mit dem Abstrichtupfer zu gehen.
Oder man bildet Menschen für die Abstrichentnahme in den Pflegeheimen extra aus, die dann solche Tests an ein oder 2 Tagen pro Woche machen. Das wäre immerhin besser als gar keine Tests.
Avatar #855837
angela5579
am Mittwoch, 9. Dezember 2020, 21:56

Schutzkleidung ?

Wo sind die vielen Masken ?? Bei uns ist nichts angekommen. Auch Schutzkittel ist immer noch ein riesen Problem. Bewohner und Mitarbeiter testen hört sich auch gut an - warum aber in Refinanzierung? Besucher testen - Idee ist auch gut. Problem ergibt sich daraus das die Pflege ja eh schon auf Minimalbesetzung läuft - jetzt sollen wir auch noch neben mal testen. Zeitlich geht das überhaupt nicht zu realisieren -zumindest nicht in dem Umfang. Und die knappen Ressourcen an Schutzkleidung und Masken hier einzusetzen wäre auch nicht sinnvoll.
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