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Politik

BPtK sieht digitale Identitäten in Telematik­infrastruktur kritisch

Donnerstag, 10. Dezember 2020

/stadtratte, stockadobecom

Berlin – Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) lehnt die „voreilige“ Einführung digitaler Identitä­ten ab, wie sie im Referentenentwurf des Gesetzes zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) geplant ist.

Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA), die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und ein sicherer Konnektor seien entscheidende Elemente der Datensicherheit in der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI), betonte BPtK-Präsident Dietrich Munz. „Diesen hohen Datenschutz aufzugeben, ohne dass das neue Sicherheits­system überhaupt ausreichend beschrieben und getestet ist, ist ein unverantwortlicher Schnellschuss.“

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Eine Authentifizierung ohne Chipkarte müsse erst den Nachweis erbringen, dass sie genauso sicher ist wie die bisherige Zwei-Karten-Lösung aus elektronischer Gesundheitskarte und Heilberufsausweis, so Munz.

Der Referentenentwurf zum DVPMG sieht vor, dass digitale Identitäten zur Authentifizierung in der TI eingeführt werden, die unabhängig von einer Chipkarte bestehen. Versicherte und Leistungserbringer sollen ab 2023 solche digitale Identitäten erhalten, um sich zum Beispiel für eine Videosprechstunde sicher zu authentifizieren.

Damit vollziehe der Gesetzgeber eine grundsätzliche Wende in der Sicherheitsarchitektur der TI, ohne dass die neuen Regelungen erprobt worden seien. „Eine solche überstürzte Einführung gefährdet das Vertrauen in das gesamte Telematik-Projekt“, kritisierte Munz. Die Gematik und das Bundesamt für Si­cherheit in der Informationstechnik (BSI) müssten ausreichend Zeit bekommen, um Sicherheitsfragen zu klären und die sich daraus ergebenden Anforderungen zu definieren.

Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) begrüßte hingegen die geplante Regelung. Die Stärkung der TI durch die Anbindung weiterer Akteure wie Heil- und Hilfsmittelerbringer unterstütze der bvitg ebenso wie das Anliegen, die TI mit digitalen Identitäten, mobilen Konnektoren und kontaktlosen Schnittstellen auf ein „zeitgemäßes Niveau zu heben“. Beides gehöre seit Langem zu den Forderungen der Industrie, die nun auf eine zeitnahe Umsetzung hoffe. © EB/aha/aerzteblatt.de

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