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Ärzteschaft

Mehr als 10.000 Ärzte wollen beim Impfen gegen Corona helfen

Freitag, 11. Dezember 2020

Impfzentrum des Klinikum Stuttgart in der Liederhalle/ picture alliance, Marijan Murat

Berlin – Mehr als 10.000 Ärzte wollen in Deutschland in den Coronaimpfzentren beim Impfen helfen. Das ergab eine Umfrage der Funke-Mediengruppe bei den Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutsch­land. Der Marburger Bund (MB) rief dazu auf, die Helfer in den Impfzentren schneller als bisher ange­dacht, zu impfen.

Die Bereitschaft der niedergelassenen Kollegen, sich an den bevorstehenden Coronaschutzimpfungen zu beteiligen, sei „hoch“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesver­einigung (KBV), Stephan Hofmeister. Sobald genügend Impfdosen zur Verfügung stünden, sollten die Impfungen aber von den Zentren in Arztpraxen verlagert werden.

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass spätestens im Januar der erste Impf­stoff verabreicht werden kann. Verteilt werden sollen Impfstoffe über knapp 30 Anlieferstellen der Län­der. Von dort geht es dann weiter in regionale Impfzentren, für die gerade Hallen, Stadien und Hotels hergerichtet werden. Später sollen die Praxen das Impfen in der Fläche übernehmen.

Der Marburger Bund warb heute dafür, Fachpersonal, das in den Impfzentren und in den mobilen Impf­teams eingesetzt wird, in die oberste Dringlichkeitsstufe für eine Impfung einzustufen. Denn gerade die­ses Personal werde Kontakt zu sehr vielen Menschen haben, betont der MB.

Die Ärztegewerkschaft bat die Länder darüber hinaus dringend darum, Ärzte sowie sonstige Helfer ein­schließlich der Medizinstudierenden, die in den Impfzentren und mobilen Impfteams eingesetzt werden, von jeglichen Haftungsansprüchen im Zusammenhang mit der Impfung freizustellen.

Dies gelte insbesondere im Hinblick darauf, dass Grundtatbestände wie etwa Eintritt und Dauer der Schutzwirkung oder mögliche seltene Komplikationen zumindest derzeit noch nicht abschließend ein­zuschätzen seien. Diese Freistellung von Haftungsansprüchen ist aus der Sicht des MB eine wichtige Voraussetzung, um Ärzte in großer Zahl zur Arbeit in den Impfzentren zu gewinnen.

„Gerade die Personen, die aufklären, beraten und gegebenenfalls untersuchen, als auch diejenigen, wel­che die eigentliche Impfung durchführen, müssen zuvorderst vor einer Ansteckung geschützt werden. Dies gilt nicht nur unter dem Gesichtspunkt des Eigen- und Fremdschutzes, sondern auch im Interesse einer reibungslosen Durchführung der Impfungen“, heißt es in einer Stellungnahme des MB zu den bisher geplanten Empfehlungen der Ständigen Impfkomission (STIKO) für eine Priorisierung.

Die KV Berlin teilte heute mit, dass sich seit gestern auch Nicht-Vertragsärzte bei der KV in die Dienst­pläne für die Impfzentren eintragen lassen können. Voraussetzungen für die Teilnahme seien unter an­derem eine deutsche Approbation und Impferfahrungen.

„Wir freuen uns über jede Kollegin und jeden Kollegen, der uns dabei unterstützt, die Berliner Bevölke­rung zu impfen“, heißt es von Seiten des Vorstands der KV Berlin. Die Anmeldung erfolgt über die KV-Website. Bereits Anfang letzter Woche hat die KV Berlin ihre Mitglieder zur Teilnahme am Impfen aufgerufen. Bisher haben sich mehr als 800 in die Dienstpläne eingetragen.

Die nächste Herausforderung steht laut KV bereits vor der Tür. „Seit gestern steht fest, dass sich durch die verzögerte Anlieferung der Impfdosen der von der Senatsverwaltung für Gesundheit ursprünglich geplante Start der Impfzentren vom 15. Dezember 2020 auf den 4. Januar 2021 verschieben wird“, so die KV. Demzufolge müsse man die Dienstplanung noch einmal ändern. Man sei aber „zuversichtlich, dass die Berliner Vertragsärzte ab Januar 2021 die Impfungen zahlreich unterstützen“, so Vorstandsmitglied Günter Scherer. Über die neue Situation hat die KV Berlin ihre Mitglieder bereits gestern in Kenntnis gesetzt.

Ab sofort sind die Dienste für die Impfzentren ab dem 4. Januar freigeschaltet. Die 32 mobilen Teams, die die Pflegeeinrichtungen anfahren werden, sollen laut aktueller Planung der Senatsverwaltung ab dem 28. Dezember einsatzbereit sein. Die KV Berlin hat derzeit für die Impfzentren ein Zwei-Schicht-System etabliert. Dadurch wird es Vertragsärzten besser möglich sein, Praxisbetrieb und Impftätigkeit miteinander zu vereinbaren. Für die Impfzentren sind pro Tag 180 Schichten und für die mobilen Teams 32 Tagesschichten zu besetzen.

„Auch wenn bisher ungewiss ist, wann wie viele Impfdosen in Berlin eintreffen, gehen wir vom 4. Januar als Starttermin für das Impfen aus“, sagte der stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Burkhard Rup­p­ert. „Wir fahren zurzeit auf Sicht, und das wird sich so bald nicht ändern.“ Wichtig sei es, diese gesamtge­sellschaftliche Aufgabe gemeinsam zu meistern. Dies fange bei der Einhaltung der AHA-Regeln an und höre bei einer hohen Impfbereitschaft der Bevölkerung auf.

Mit Blick auf die als Referentenentwurf vorliegende Coronavirus-Impfverordnung appelliert die KV an die Politik, die Praxen nicht noch stärker zu belasten. Von den Niedergelassenen könne nicht verlangt werden zu entscheiden, welche Risikopatienten Anspruch auf eine vorrangige Impfung haben; diese Verantwortung müsse die Politik übernehmen. „Sollte es so kommen, erwarten wir unsägliche Diskussio­nen in den Praxen und eine Behinderung der Versorgungsstruktur. Davor möchten wir unsere Mitglieder schützen“, so Ruppert. Das hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche KVen und Ärzteverbände betont. © dpa/may/aerzteblatt.de

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Avatar #799961
Barbara Sch
am Montag, 28. Dezember 2020, 18:21

nicht zu fassen

Wer sagt da schon NEIN wenn ein Tageshonorar von rund 1000,00 € winkt. In meinen Augen ist das schlicht weg schmutzig, in beide Richtungen.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Freitag, 18. Dezember 2020, 14:44

Warum denn KV Aerzte ? die verlassen dann ja Praxis und Patienten ?

Was qualifiziert sie denn so besonders - und disqualifiziert andere ?
Avatar #599470
annebleibtreu
am Montag, 14. Dezember 2020, 16:26

beim Impfen helfen vom 11.12.2020

Während der Impfungen sollten Rectodelt-Suppositorien 100 mg (Prednison) zur Verfügung stehen, da eine allergische Reaktion zu einer Zentralisierung des Kreislaufes führen kann und somit ein venöser Zugang schwieriger erhältlich wäre.
Avatar #88255
doc.nemo
am Sonntag, 13. Dezember 2020, 09:08

Klar, bei dieser fürstlichen Entlohnung!

In Baden-Württemberg soll nicht-ärztliches Personal 28 Euro pro Stunde erhalten, Ärzte dagegen 130 - für ein bischen Blaba, da sie überwiegend Aufklärungsgespräche durchführen sollen, die natürlich nicht länger dauern dürfen als der Impfvorgang selbst, da sonst bei den Pieksern Leerlauf entsteht.
Eine solche Bezahlung anzubieten ist unanständig, und genauso unanständig ist es, sie anzunehmen! Ich hoffe, dass das noch geändert wird.
Avatar #842317
Akel
am Samstag, 12. Dezember 2020, 05:30

Gewissensfrage gestellt?

Wenn das Experiment scheitert, werden die, welche ein Gewissen haben, wohl einen ernsten Dialog mit diesem führen.
Avatar #848592
Dr. Otto Scharbau
am Freitag, 11. Dezember 2020, 19:31

Na dann ist ja alles gut

Wie können nur unsere Standesvertreter so willfährig dieses gefährliche Massenexpiriment eines vollkommen in seinen Langzeitschäden unbekannten Impfmechanismus unterstützen. Wie können sich 10000 KollegInnen für so etwas freiwillig zur Verfügung stellen. Wenn dabei nun erneut die Haftungsfrage wie zuvor bei den Impfkonzernen geklärt werden muss, sollte nicht spätestens dann die Warnleuchte angehen? Aber so scheint es, dass das seit Monaten deklamierte Narrativ aus dem Gesunheitsministerium greift, dass die Pandemie allein mit der Impfung zu beenden sein wird und am besten mit Mechanismen, die am wenigsten erprobt sind. Erprobt sind hingegen die millionenschweren Vorverträge, wenigstens klappt hier das System nebenwirkungsarm. In Alternativen zu denken, z.B. intelligente Herdenimmunisierung, gar Einsatz konventioneller Impfstoffe, steht offensichlich nicht auf der Agenda der Entscheidunfsträger, umso mehr würde ich es mir von der Breite der Ärzteschaft wünschen.
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