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Medizin

Melanom: Krebsimmuntherapie erst nach Stuhltransplantation wirksam

Donnerstag, 7. Januar 2021

/lavizzara, stock.adobe.com

Tel Aviv – Eine Krebsimmuntherapie mit einem PD1-Inhibitor erzielte in einer Phase-1-Studie in Science (2020; DOI: 10.1126/science.abb5920) bei einigen Patienten mit malignem Melanom erst dann eine Wirkung, nachdem diese eine fäkale Mikrobiotatransplantation, sprich Stuhltransplantation, von Patienten erhalten hatten, die zuvor erfolgreich mit PD1-Inhibitoren behandelt worden waren.

Das maligne Melanom, das im fortgeschrittenen Stadium nur selten auf eine Chemotherapie anspricht, gehört zu den Krebserkrankungen, bei denen eine Krebsimmuntherapie mit einem PD1-Inhibitor sehr erfolgreich sein kann. Etwa 10 bis 20 % erzielen eine länger dauernde komplette Remission, weil die Blockade des Rezeptors für das „programmed cell death protein 1 (PD1) die Abwehrzellen des Körpers in die Lage versetzt, die Krebszellen zu vernichten.

Bei den meisten Melanompatienten versagt die Behandlung jedoch. Die Gründe sind unklar. Klinische Beobachtungen und präklinische Studien hatten gezeigt, dass die Zusammensetzung der Darmflora eine Rolle spielen könnte. So hatten französische Mediziner versucht, ihre Patienten durch eine Antibiotika­behandlung vor einer Kolitis zu schützen, zu der es unter der Krebsimmuntherapie kommen kann. Dies gelang, doch gleichzeitig ging die Wirkung der Immuntherapie verloren.

Tierexperimentelle Studien bestätigten, dass die Wirksamkeit einer Immuntherapie von der Anwesenheit bestimmter Darmbakterien abhängen kann. Dies hat Mediziner vom Sheba Medical Center in Tel-HaShomer bei Tel Aviv zu einer klinischen Studie veranlasst, an der bisher 10 Patienten mit metasta­siertem malignem Melanom teilnahmen. Bei allen Patienten war eine Krebsimmuntherapie mit dem PD1-Inhibitor Nivolumab fehlgeschlagen.

Das Team um Erez Baruch führte zunächst eine Darmsanierung durch. Die Patienten wurden über Tage oral mit Vancomycin und Neomycin behandelt, um möglichst viele Darmbakterien abzutöten. Danach erhielten sie eine fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT). Spender waren zwei Melanom-Patienten, die nach einer Krebsimmuntherapie seit mindestens einem Jahr in kompletter Remission waren.

Die FMT erfolgte am 1. Tag über einen Kolonoskopie. In den folgenden 2 Wochen wurde die Behandlung täglich oral mit Kapseln fortgesetzt. Danach wurden die Patienten mit Nivolumab behandelt. Der Zyklus aus oraler FMT und Nivolumab wurde 6 Mal wiederholt.

Wie Baruch berichtet, sprachen 3 der 10 Patienten auf die erneute Krebsimmuntherapie an, bei einem kam es sogar zu einer kompletten Remission. Bei der letzten Untersuchung nach 201 Tagen waren in der Positronen-Emissions-Tomographie bei dem Patienten keine Tumorherde erkennbar.

Alle 3 Patienten hatten die FMT von demselben Spender erhalten. Warum nur die Darmflora eines Spenders zu einer erfolgreichen Behandlung führte, konnten die Forscher nicht ermitteln. Auch welche Bakterien für eine Wirksamkeit der Immuntherapie notwendig sind, blieb unklar. Da die Behandlung keine schweren Nebenwirkungen auslöste, wollen die israelischen Mediziner ihre Studie fortsetzen. © rme/aerzteblatt.de

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