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Kinder verletzen sich beim Sport anders als Erwachsene

Mittwoch, 30. Dezember 2020

/Kara, stock.adobe.com

Jena – In Deutschland ereignen sich pro Jahr rund 300.000 Unfälle bei Kindern und Jugendlichen im Sport. Bei jedem achten Unfall wird eine stationäre Aufnahme für mindestens eine Nacht erforderlich. Darauf weist die Deutsch-Österreichische-Schweizer Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) hin.

Gegenüber Verletzungsstatistiken im Erwachsenenalter ereignen sich bei Kindern laut der Fachgesell­schaft deutlich weniger Muskel-, Sehnen- und Bandverletzungen. Bei Kindern komme es in rund einem Drittel der Fälle zu Frakturen, zwei Drittel beträfen die obere Extremität.

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„Der Bewegungsapparat weist durch die noch offenen Wachstumsfugen, insbesondere im Bereich der Apophysen, eine Schwachstelle auf, die entweder akut oder durch chronische Belastung geschädigt wer­den kann“, erläutert Holger Schmitt, Vorsitzender des GOTS-Komitees Kindersportorthopädie.

Auch die gelenknahen Epiphysen des Knochens seien verletzungsanfällig und könnten je nach Schädi­gung zu dauerhaften Problemen führen. Werde eine Wachstumsfuge direkt durch ein Trauma verletzt, könne es zu einem frühzeitigen Verschließen von Teilen der Wachstumsfuge kommen, woraus sich ein Fehlwachstum mit Achsabweichung ergeben könne.

„Eine engmaschige Kontrolle einer verletzten Wachstumsfuge ist erforderlich, um möglichst frühzeitig ein Fehlwachstum zu diagnostizieren“, so Schmitt.

Laut der Fachgesellschaft müssen Ärzte zwischen akuten Verletzungen und Überlastungsschäden unter­scheiden. Gerade im Leistungssport auftretende immer wiederkehrende gleichförmige Impulse auf Wachs­tumsfugen durch intensives Training könnten Einfluss auf deren Wachstumsverhalten haben.

Stauchende Belastungen scheinen laut der GOTS dabei einen eher hemmenden Einfluss zu haben, exzentrische Belastungen eher einen stimulierenden.

So werde bei Turnern eher ein frühzeitiger Verschleiß der körperfernen Wachstumsfuge der Speiche mit Verkürzung des Unterarmes beobachtet, bei Tennisspielern eher eine Stimulierung mit Verlängerung des Schlagarmes.

„Auch die Wirbelsäule des Kindes kann auf intensive sportliche Belastungen reagieren. Neben isolierten Wirbelkörperaufbaustörungen werden stärkere Kyphosewinkel bei sportlich Aktiven beobachtet, auch wenn keine pathologischen Winkel resultieren“, hieß es aus der GOTS. © hil/aerzteblatt.de

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