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Ärzteschaft

Eltern weiter sehr wichtig für Sexualaufklärung Heranwachsender

Mittwoch, 30. Dezember 2020

/Daniel Ernst, stock.adobe.com

Köln – Die Eltern sind bei der Sexualaufklärung von Kindern und Jugendlichen weiterhin wichtige An­sprechpersonen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. Idealerweise gebe es noch vor Eintritt in die Pubertät immer wieder Gespräche zwischen Eltern und Kindern zu die­sem Thema.

In den folgenden Jahren gewännen dann Schule, Gleichaltrige und das Internet zunehmend an Bedeu­tung. „Wenn ein Kind alt genug ist, um eine Frage zu stellen, ist es alt genug für eine ehrliche Antwort. Es ist besser, häufiger und kürzer darüber zu sprechen, als einen langen Vortrag zu halten. Anlass kann beispielsweise eine Filmszene sein oder eine Freundin der Familie, die schwanger wird“, rät die BVKJ-Expertin Monika Niehaus.

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„Damit ein Teenager das Gefühl hat, sich anvertrauen zu können, ist es manchmal besser, erst einmal zuzuhören und herauszubekommen, warum die Frage für ihn wichtig ist. Dann sollten Eltern so gut wie möglich antworten und versuchen, auf Belehrungen zu verzichten. So erleben Heranwachsende, dass sie mit einem Problem zu ihren Eltern kommen können, ohne gleich verurteilt zu werden“, so Niehaus.

Wo Eltern überfragt seien, könne der Jugendarzt helfen. „Fragen über Sexualität und Verhütung, aber auch Probleme mit der Familie und dem sozialen Umfeld kann der Teenager im Rahmen der J1 mit ihm besprechen“, empfiehlt sie.

Väter und Mütter könnten zudem zusammen mit ihren Jugendlichen Wissenswertes in Erfahrung bringen, indem sie zusammen online recherchierten, wenn knifflige Fragen auftauchten.

Die europäische Erfahrung zeigt laut dem Berufsverband, dass eine umfassende Sexualerziehung nicht zu früheren Sexualkontakten führt. Jugendliche machten tendenziell im Vergleich zu früher eher später erste sexuelle Erfahrungen und nur noch ein geringer Prozentsatz denke nicht an Verhütung. © hil/aerzteblatt.de

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