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Politik

Ständige Impfkommission veröffentlicht Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Donnerstag, 17. Dezember 2020

/picture alliance, Markus Mainka

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat heute ihre Empfehlung zur COVID-19-Impfung ver­öffentlicht. Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, sollten diese nach der Empfehlung der STIKO dafür genutzt werden, um die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe und Sterbefälle möglichst schnell zu reduzieren.

Die Impfung sollte daher zunächst Personen über 80 Jahren und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen angeboten werden. Gleichzeitig empfiehlt die STIKO die Impfung medizinischem Personal mit sehr ho­hem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege.

„Der alles entscheidende Risikofaktor für eine schwere COVID-19-Erkrankung ist das hohe Alter“, erläu­terte Thomas Mertens, Vorsitzender der beim Robert-Koch-Institut (RKI) angesiedelten STIKO. Modell­rechnungen würden zeigen, dass durch die Impfung dann die meisten schweren Erkrankungen und To­desfälle verhindert werden, wenn die Impfung zuerst Menschen ab 80 Jahren angeboten wird.

Gerade in Alten- und Pflegeheimen beobachte man viele Ausbrüche und Todesfälle. Durch eine zielge­richtete Impfung dieser beiden Personengruppen – Menschen über 80 Jahre und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen – könnten auch die meisten Krankenhauseinweisungen verhindert und Kranken­häuser spürbar entlastet werden, so Mertens.

Bei begrenzten Impfstoffdosen müsse auf Grundlage ethischer Prinzipien und wissenschaftlicher Evidenz eine Priorisierung vorgenommen werden. Mittelfristig sei es das Ziel, allen Menschen Zugang zu einer COVID-19-Impfung anbieten zu können.

Konkret sieht die STIKO-Empfehlung vor, in der ersten Stufe folgende Personengruppen zu impfen: Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen, Personen im Alter von über 80 Jahren, Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (zum Beispiel in Notaufnahmen oder in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patienten), Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (zum Beispiel in der Onkologie oder Transplantationsmedizin), Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie weitere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern. Für die Reihenfole der Impfungen sind derzeit sechs Gruppen vorgesehen (siehe Tabelle Personengruppen). Das medizini­sche Personal wird in vier Gruppen eingestuft (siehe Tabelle medizinisches Personal).

„Um die Ausbreitung von SARS-CoV-2 deutlich abzuschwächen, muss ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickeln“, sagte Lothar Wieler, Präsident des RKI. Die Impfung mit effekti­ven und sicheren Impfstoffen leiste daher einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung der Corona­pan­demie. Es werde jedoch dauern, bis ein relevanter Teil der Bevölkerung durch die Impfung vor CO­VID-19 geschützt ist.

Außerdem sei bislang unklar, in welchem Maße die Impfung auch Übertragungen des SARS-CoV-2-Virus verhindert oder zumindest reduziert. Deshalb bleibe es essentiell, weiterhin Infektionen mit Maßnah­men wie Kontaktbeschränkungen, Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen, Coro­na-Warn-App nutzen und Lüften zu verhindern.

Unter der Berücksichtigung der Impfquoten, der Erhebungen zur Impfakzeptanz sowie der Studien zur Impfeffektivität und -sicherheit wird die STIKO die Empfehlung zur COVID-19-Impfung regelmäßig evaluieren und gegebenenfalls anpassen. © EB/aha/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #89572
jungärztin
am Mittwoch, 12. Mai 2021, 18:35

Heute Blut bei Aspiration!!

Aus gegebenem Anlass habe ich das Thema heute gegoogelt und bin auf dieses Thema gestoßen
Entgegen der Empfehlung aspiriere ich vor jeder Corona-Impfung (wie grundsätzlich bei jeder i.m.-Injektion), aus Gewohnheit kann ich auch garnicht anders. Ich habe wahrscheinlich schon tausend mal i.m. gespritzt und nur einmal kam Blut bei der Aspiration.
Bis heute. Ich habe Biontech verimpft (M. deltoideus), und vorher aspiriert. Ganz dick venöses Blut in der Nadel!!
Es ist sehr gruselig. Hätte ich die Anweisung (auch meines Chefs) befolgt, nicht zu aspirieren, wäre die ganze Impfdosis i.v. gelandet. Bei einer Frau zwischen 50 und 60.
Avatar #883328
christian ocken
am Dienstag, 4. Mai 2021, 11:31

Vielleicht auch die Ursache von gelegentlichen Fällen von Myokarditis?

Eine versehentliche i.v. Gabe des Impfstoffes, wodurch Impfstoffnanopartikel ins Herz gelangen könnten, könnte m.E. auch die Erklärung von sehr seltenen Fällen von Myokarditis, wie sie jetzt in Israel diskutiert werden, sein. Ich würde hier den sicheren Weg wählen.
Avatar #878385
S. T.
am Mittwoch, 31. März 2021, 09:13

Rote-Hand-Brief fällig!

Nach meinen Erfahrungen werden die COVID-Impfungen von den meisten Kollegen ebenfalls ohne Aspiration verimpft. Ich denke, hier wäre dringend ein Rote-Hand-Brief fällig, der auf die Notwendigkeit der Vermeidung einer intravasalen Applikation hinweist!
S. Twarock
Avatar #717382
dr.bodenmueller
am Freitag, 19. März 2021, 17:25

Intravasale Injektion bei Impfung in den M. deltoideus kommt vor

Über viele Jahre hinweg habe ich Reihenimpfungen in großer Zahl durchgeführt, stets mit Aspiration vor der Injektion. Kein Patient hat jemals über Schmerz beim Aspirieren geklagt, viele spürten von der gesamten Impfung nichts. Zur Aspiration von Blut kam es bei weniger als einem Promille der Fälle, vor wenigen Jahren aber zweimal innerhalb eines Vormittags und zwar vergleichbar einer i.v.-Injektion! Warum empfiehlt das RKI leichtfertig, auf eine solch einfache Sicherheitsmaßnahme zu verzichten? Schmerz- und Stressreduktion sind m.E. bei Erwachsenen belanglose Gründe. Könnte nicht gerade dadurch das Risiko einer Vaskulitits mit nachfolgender Sinusthrombose minimiert werden? Eine wissenschaftliche Diskussion eines möglichen Zusammenhangs muss geführt werden.
Avatar #722910
Dr. Brail
am Freitag, 19. März 2021, 02:18

Zu wenig Krimis gelesen...

Wenn man sich die Bilder in den Medien anschaut, wie ungekonnt und mit großer Mühe manchmal die Kanüle eingeführt wird, vergeht einem das Lachen.
So viele internationale Experten bei der EMA und keiner kommt auf so eine einfache Idee?
Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht - die Auswirkung des PEG. Untersucht das jemand überhaupt? Hätte ich hier erwartet....
Avatar #825558
Osna007
am Donnerstag, 18. März 2021, 23:11

Aspiration von Blut in empfohlenen Muskeln kommt vor!

Die Annahme, dass die Gefäße in den empfohlenen Muskeln für eine intravasale Injektion zu klein seien, ist nicht richtig! Aussagen von erfahrenen Hausärzten belegen eine seltene Aspiration von Blut im Deltamuskel. Und selten heißt bei Millionen Impfungen: es kommt mit Sicherheit vor! Ich denke auch, dass dies eine mögliche Ursache der Gerinnungsstörungen ist. Anders kann ich mir eine offensichtliche Verbrauchskoagupathie mit Gerinnseln und Blutungen u.a. im Gehirn nicht erklären. Bei intramuskulärer Injektion zur Desensibilisierung wird auch aspiriert, um einen anaphylaktischen Schock zu verhindern- und bei so einem neuartigen Impfstoff soll das egal sein? Es wird Zeit, diese sinnlose Vorgabe endlich zu ändern, denn Schmerzen verursacht die Aspiration bei Erwachsenen sicher nicht und einen Impfstoff z.B. mit Aluminium möchte ich bei mir und meinen Kindern auch nicht intravasal gespritzt bekommen!
Avatar #617756
HJB2000
am Mittwoch, 17. März 2021, 10:52

Das Restrisiko versehentlich intravasal zu injizieren

könnte bei dem AZ-Impfstoff die venösen Thromben verursachen. Hans-Jürgen Beringer
Avatar #105266
Dr.Felsch
am Montag, 21. Dezember 2020, 19:33

Verzicht auf Aspiration bei i.m. Injektion?

In den COVID-19-Impfempfehlungen der STIKO heißt es: "Die Impfung ist strikt intramuskulär (i.m.) und keinesfalls intradermal, subkutan oder intravaskulär zu verabreichen." Wohl im Jahre 2017 wies die STIKO darauf hin, dass eine Aspiration vor der Injektion nicht notwendig ist und bei intramuskulären Injektionen vermieden werden soll, um Schmerzen zu reduzieren. Die Blutgefäße an den Körperstellen, die für die Injektion von Impfstoffen empfohlen sind (M. vastus lateralis oder M. deltoideus) und in Reichweite der Nadel liegen, seien zu klein, um eine versehentliche intravenöse Gabe zu ermöglichen. Meine Frage: gibt es ein Restrisiko, doch versehentlich intravasal zu injizieren, und - falls ja - wie verträgt sich das mit dem Hinweis auf strikte i.m. Injektion des COVID-19-Impfstoffes?
Referenzen:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Stichwortliste/A/Aspiration.html#:~:text=Die%20STIKO%20weist%20darauf%20hin,vastus%20lateralis%20oder%20M.
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